Der Neujahrsempfang der Stadt Worms im Mozartsaal bot neben der Rückbesinnung auf das vergangene Jahr einen Ausblick auf 2016
Flüchtlinge, Rheinhessen und Ehrungen im Fokus
Verleihung der Verdienstmedaille der Stadt Worms. Von links: Walter Schenk, Otto Kühnle, Michael Kissel, Irmtraud Seckler und Roland Glaser. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Punkt 17 Uhr trat am Freitagabend der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel an das Rednerpult auf der Bühne im Mozartsaal des WORMSERS und eröffnete mit seiner Ansprach den offiziellen Teil des Neujahrsempfangs der Nibelungenstadt. Rund 150 Gäste waren der Einladung gefolgt und hörten interessiert der Rede des Stadtchefs zu. Zunächst ging OB Kissel auf die weltweiten Ereignisse von 2015 ein. Dabei nannte er die Schuldenkrise Griechenlands, den FIFA Fußballskandal, der Betrug bei den Abgaswerten von Volkswagen, die Terroranschläge des IS und natürlich den Strom der Kriegsflüchtlinge aus Syrien. Hier erinnerte er an die grausamen Bilder des Kriegs und die Menschen die aus Verzweiflung über das Mittelmeer geflohen seien, wobei viele Menschen, auch Kinder, ertrunken sind. Gerade die beiden letztgenannten Ereignisse hätte auch in Worms viel Trauer und Bitterkeit ausgelöst, aber auch Solidarität und eine Welle der Hilfsbereitschaft in der Region angestoßen. Hier nannte er anerkennend die vielen Helferkreise für Flüchtlinge. Der Oberbürgermeister zollte Bundeskanzlerin seine Hochachtung für deren aufrechte Haltung in einer schwierigen Situation. Zu den konkreten Zahlen in Worms sagte er, dass in diesem Jahr 763 Flüchtlinge nach Worms gekommen seien. Rechne man die 230 bereits in der Nibelungenstadt lebenden Flüchtlinge hinzu, komme man auf eine Gesamtzahl von zurzeit rund 1.000 Asylbewerbern. Für 2016 heiße es jetzt, die Neuankömmlinge zu fördern, aber auch zu fordern, damit die Integration gelinge. Für 2016 kündigte er ein umfassendes Integrationskonzept für die Stadt an. Der Stadtchef machte aber auch deutlich, dass in diesem Jahr die Flüchtlingszahlen gesenkt werden müssten. In Bezug auf die Ereignisse in Köln sagte er, dass wir einen starken Staat und eine starke Polizei benötigen.
Projekte für Worms
Bei den wichtigsten städtischen Projekten für 2016 nannte Oberbürgermeister Michael Kissel zunächst den Baubeginn bei der B 47 neu Südumgehung. Auch die vierspurige Aufweitung des sogenannten "Nadelöhrs" an der B9 unter der Eisenbahnlinie nach Biblis hindurch solle zumindest planerisch angegangen werden. Auf der Agenda stehe außerdem die weitere Zusammenführung von Klinikum und Hochstift sowie die Umsetzung des Parkplatzkonzeptes. Nicht zu vergessen sei die Weiterarbeit an der Bewerbung der SCHUM-Städte als Weltkulturerbe und der Anschub zur Realisierung von 2.500 neuen Wohnungen in Worms bis zum Jahr 2025.
200 Jahre Rheinhessen
In Bezug auf Feierlichkeiten und Festivitäten stehe das 200-jährige Jubiläum von Rheinhessen im besondern Fokus, so Michael Kissel zum Abschluss seiner Ausführungen. Nachdem ein Imagefilm über die Region zwischen Worms und Mainz gezeigt wurde, betrat Volker Gallé die Bühne und unterhielt die Anwesenden mit Liedbeiträgen und lustigen Texten über Rheinhessen.
Ehrung verdienter Bürger
Den Abschluss des offiziellen teils des Neujahrsempfangs bildet die Verleihung der Verdienstmedaille der Stadt Worms an vier Persönlichkeiten für ihr ehrenamtliches Engagement. OB Kissel nahm die Ehrung persönlich vor und sagte: "Das Ehrenamt ist der eigentliche Reichtum der Stadt."
Ausgezeichnet wurden:
Irmgard Seckler hat sich ganz verschiedenen Bereichen engagiert. So ist sie unter anderem seit 1993 im Vorstand der CDU-Frauenunion und engagiert sich seit dem gleichen Jahr als eine der fünf Frauen im Vorstand des Fördervereins "Frauenhaus Worms e.V." Mehr als zwei Jahrzehnte ist sie ein Aktivposten im Vorstand der "Arbeitsgemeinscaft Wormser Frauenverbände" und trägt maßgeblich zum gelingen des alljährlichen Herbstmarktes bei. Darüber hinaus war sie Patientenfürsprecherin im Klinikum und ist ehrenamtliche Richterin beim Verwaltungsgericht Mainz.
Roland Glaser war unter anderem Gründungsmitglied des Eine-Welt-Ladens, organisierte Schüleraustausche nach Frankreich, war Mitbegründer des Vereins "Warmeisia - Gesellschaft zur Pflege und Förderung jüdischer Kultur in Worms", stieß die Verlegunge der "Stolperstein" an und war einer der Ideengeber zur Bewerbung von Worms als SCHUM-Stadt.
Otto Kühnle ist seit den 1950er Jahren bei der Dreifaltigkeitsgemeinde aktiv. 1971 wurde er in den Kirchenvorstand gewählt. Besonders engagierte er sich bei den umfassenden Renovierungsarbeiten.
Walter Schenk hat sich in erster Linie im sportlichen und kirchlichen Bereich engagiert. So war er seit 1959 in der Fechtabteilung der TG Worms aktiv, unter anderem als deren Leiter. Die Förderung der Jugend war im eine besondere Herzensangelegenheit. Darüber hinaus ist Walter Schenk seit 1979 im Kirchenvorstand der Dreifaltigkeitsgemeinde aktiv.