Fahrradanhänger mit Plane für Flüchtlingsfamilien in Rheindürkheim erleichtert täglichen Einkauf / Geld aus Erlösen der Stiftung Hospital Neuhausen
Flüchtlingsfamilien unterstützt
Ortsvorsteher Adolf Kessel, Schatzmeisterin der Stiftung Monika Stellmann, Stiftungs-Vorsitzender Karl Müller und Dieter Scriba, der Betreuer der Flüchtlingsfamilien in Rheindürkheim, übergeben den Fahrradanhänger an Gentian Cani und Ilirjan Lumani (von rechts). Foto: Lili Judith Oberle
Seit vergangenem Sommer sind in Rheindürkheim fünf Flüchtlingsfamilien in einem Gebäude der Wohnungsbau untergebracht, die von der Stadtverwaltung, dem ASB, der evangelischen Kirche und einem ehrenamtlichen Helferkreis betreut werden. Die Integration in die dörfliche Gemeinschaft funktioniert vorbildlich, bescheinigen die Helfer unisono. Nun konnte zwei dieser Familien noch ein Stück mehr geholfen werden bei ihrem Alltag: Aus dem Anteil der Rheindürkheimer Pfründnergelder der Stiftung Hospital Neuhausen konnte ein Fahrradanhänger mit Plane angeschafft werden, der nun ausgehändigt wurde.
Ortsvorsteher Adolf Kessel, der Vorsitzende der Stiftung Karl Müller, sowie die Schatzmeisterin der Stiftung, Monika Stellmann, haben das Gefährt im Beisein des Betreuers der Flüchtlingsfamilien, Dieter Scriba, an die Familien Cani und Lumani übergeben. Gedacht ist es vor allem dazu, um die täglichen Einkäufe leichter transportieren zu können. Hierzu müssen die Rheindürkheimer Flüchtlingsfamilien in die nächstgelegenen Supermärkte nach Osthofen fahren.
Spendende Stiftung als Kuriosum
Die Stiftung Hospital Neuhausen zu Horchheim ist eine öffentliche Stiftung mit Sitz im Horchheim. Und sie ist ein Kuriosum, ein Relikt aus dem 18. Jahrhundert. 1729 wurde sie als Hospital für Waisenkinder von Bischof Franz-Ludwig von Pfalz-Neuburg auf der Basis von Grundbesitz in Orten des ehemaligen Wormser Hochstifts in Neuhausen gegründet. Die Stiftung unterstützt hilfsbedürftige Bürger in den Gemeinden Beindersheim, Bobenheim-Roxheim, Dirmstein, Hettenleidelheim, Horchheim, Laumersheim, Mörsch, Neuleinigen, Rheindürkheim, Weinsheim und Wiesoppenheim.
Die Pachterlöse der über 90 Grundstücke (fast 60 Hektar) kommen Jahr für Jahr diesen zwölf Gemeinden zugute, die zum ehemaligen Bistum Worms gehörten. Bis zum 1. November eines jeden Jahres muss die Pacht eingegangen sein. Dann wird sie nach einem bestimmten Schlüssel verteilt auf die die einzelnen Gemeinden, zugunsten armer Familien oder anderer Bedürftiger. Die Beträge werden hierzu an die Ortsbeiräte weitergegeben, die in nicht-öffentlicher Sitzung darüber beraten.