Sa., 26.09.2026
Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Mi., 25. Mai 2016, 15:33 Uhr
    Jürgen Rajewicz folgt Claus Scheerer als Leiter des Jobcenters Worms

    Fördern, fordern und dirigieren

    Einer Personalversammlung des Jobcenters glich die offizielle Verabschiedung des alten und Einführung des neuen Geschäftsführers des Jobcenters Worms. Jürgen Rajewicz heißt der neue Mann an der Spitze.

    Fördern und fordern sei die Kernbotschaft des Jobcenters – und die Tätigkeit sei stets mit menschlichen Schicksalen verbunden, betonte Oberbürgermeister Michael Kissel in seiner Ansprache. Das Schicksal treffe immer auf gesetzliche Vorgaben – ein Spagat, den die Mitarbeiter alltäglich zu meistern hätten.

    Der Stadtchef dankte dem scheidenden Geschäftsführer Claus Scherer für sein achtjähriges Engagement und Durchhaltevermögen.

    Anfang des Jahres 2005 war in Worms die Entscheidung gefallen, zusammen mit dem Bund das Thema Arbeitsmarktintegration anzugehen. Hintergrund war die Einführung des Arbeitslosengeldes II, bekannt als „Hartz IV“. Daraufhin wurde das Jobcenter gegründet. Dort sollten die Kompetenzen aus der Sozialverwaltung mit denen aus der Arbeitsagentur verknüpft werden. In den ersten drei Jahren leitete Karl-Heinz-Winkler, heute Leiter des Büros des Oberbürgermeisters, das Jobcenter, bevor Claus Scherer das Ruder übernahm.

    Zahlreiche inhaltliche Parallelen
    Zwischen Rajewicz‘ und Scherers bisherigen Aufgaben gebe es zahlreiche inhaltliche Parallelen: Jürgen Rajewicz leitete bisher die Ausländerbehörde der Stadt. Auch hier gelte es, menschliches Einfühlungsvermögen ebenso wie die nötige Distanz gegenüber mitunter schweren  Schicksalen zu wahren, machte OB Kissel deutlich.

    Den Zustrom an Flüchtlingen aus aller Welt sieht der OB als zusätzliche Herausforderung, denn es gelte nicht nur, die Menschen würdig unterzubringen, sondern sie eben auch in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Sowohl Jürgen Rajewicz als auch Claus Scherer verfügten über genügend Erfahrung, um sich der neuen Herausforderung zu stellen, ist sich der Stadtchef sicher.

    Sie sei froh, endlich einmal im Ratssaal sein zu dürfen, bemerkte Heike Strack, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mainz, schmunzelnd. In diesem Raum seien bereits viele wichtige Entscheidungen getroffen worden, unter anderem auch die Gründung des Jobcenters.

    Sie wolle den Tag nutzen, um Claus Scherer danke zu sagen für die gute Zusammenarbeit. Gerade in den letzten Wochen seien viele Mitarbeiter des Jobcenters damit beschäftigt gewesen zu überlegen, wie das neue Projekt „Jugendberufsagentur“ umzusetzen sei. Claus Scherer habe geholfen, den Boden dafür zu bereiten, viele Kontakte hergestellt und dazu beigetragen, dass das Projekt nun mit Leben gefüllt werden könne. Heike Strack ist davon überzeugt, dass das Geld im Jugendjobcenter gut aufgehoben ist, da viele Jugendliche dadurch vor Transferleistungen bewahrt würden.

    Auch Claus Scherer stand am Anfang seiner Laufbahn im Jobcenter vor einer neuen Herausforderung, das Jobcenter steckte quasi noch in den Kinderschuhen.
    Wichtig sei vor allem, die Mitarbeiter stets mitzunehmen. „Ohne die Mitarbeiter lässt sich kein Projekt umsetzen. Dies ist eine der wichtigsten Aufgaben des Geschäftsführers“, ist Heike Strack überzeugt. Claus Scherer habe die Mannschaft zu einem Team geformt: Und das macht sich bemerkbar: Die Belegschaft ist in seiner Zeit um ein Drittel gewachsen. Claus Scherer habe unglaublich viel bewegt in den vergangenen Jahren und Mut bewiesen, neue Projekte zu etablieren. Unter anderem ist das Wormser Jobcenter eines der ersten in Rheinland-Pfalz, das die „Charta der Vielfalt“ eingeführt hat.

    Eine Aufgabe der nahen Zukunft werde in bürokratischer Hinsicht unter anderem die Einführung der elektronischen Akten sein, weiß Heike Strack. Als wichtige Aufgabe für die Gesamtgesellschaft bezeichnet sie die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt. Sie sei sicher, dass sich Jürgen Rajewicz alte und neue Aufgaben gut miteinander vernetzen ließen. Er verfüge über die Erfahrung und das Wissen, das für seine neue Tätigkeit vonnöten sei, attestierte sie ihm. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Geschäftsführung des Jobcenters bei Jürgen Rajewicz in guten Händen ist“, betonte sie.

    Neben der Flüchtlingsintegration wies Strack auch auf die gesamtgesellschaftlichen Aufgaben des Jobcenters hin, wie etwa die Vermittlung älterer Arbeitskräfte. Rund 4.000 Bedarfsgemeinschaften und somit etwa 8.000 Menschen betreut das Jobcenter derzeit.

    Stabiles, motiviertes Team
    In seinem neuen Aufgabengebiet könne sich Jürgen Rajewicz auf ein stabiles, motiviertes Team verlassen. „Das Wormser Jobcenter ist gut aufgestellt“, so Strack, die sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Geschäftsführer freut und ihm ihre Unterstützung zusichert. „Wer ein Leben lang glücklich sein will, der soll seinen Beruf lieben“, schloss Heike Strack ihre Ansprache mit einem treffenden Zitat.

    Was hat das Jobcenter bzw. die Mitarbeiterführung mit dem Dirigieren eines Orchesters zu tun? Dieser Frage ging Sozialdezernent Waldemar Herder in seiner Ansprache nach.
    Ein Orchester sei nur so gut wie sein Dirigent und ein Dirigent nur so gut wie sein Orchester – dieses Bild lasse sich auch auf ein Unternehmen übertragen.

    Führung habe stets auch einen hohen Anteil an Psychologie und Emotion. Die Begeisterungsfähigkeit eines Führenden habe stets eine hohe Bedeutung, denn nur dann könnten auch die Mitarbeiter motiviert werden. Ein klares Ziel zu kommunizieren sei wichtig, denn nur so könnten alle an einem Strang ziehen. Je klarer ein Dirigent wisse, was er wolle, umso besser setze das Orchester dies um.

    „Künstliches Konstrukt“ musste zusammenwachsen
    Claus Scherer habe die Geschäftsführung in einer Zeit übernommen, die nicht einfach gewesen sei. Das „künstliche Konstrukt“ zwischen der Kommune und der Bundesagentur für Arbeit habe erst zusammenwachsen müssen. Scherer habe eine Einrichtung geschaffen, die im Jahre 2005 noch nicht denkbar gewesen sei. Es sei ihm stets ein wichtiges Anliegen gewesen, sich für die Menschen in Worms einzusetzen, insbesondere für die Bedürftigen. Freiwillig brachte er sich etwa in den „Arbeitskreis Armut“ ein oder organisierte Workshops mit dem Beirat für Arbeit.

    Jürgen Rajewicz wünscht Waldemar Herder ein allzeit gutes Dirigieren seines Orchesters, denn für ihn stünden in den kommenden Jahren große Aufgaben bevor. Er sei ein Mensch, der Dinge nicht nur machen, sondern gut machen wolle.

    Nach acht Jahren und vier Monaten bzw. exakt 100 Monaten kehrt Claus Scherer zurück ins Rathaus. Er dankte nicht nur seinem Team des Jobcenters, sondern auch seiner Ehefrau Ingrid, die ihm stets den Rücken freigehalten habe. Trotz seiner Rückkehr bleibt Claus Scherer als Flüchtlingskoordinator mit dem Jobcenter und der Agentur für Arbeit in engem Kontakt, denn eine seine Hauptaufgaben wird darin bestehen, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

    Der 52-jährige Jürgen Rajewicz ist seit dem Jahre 1993 bei der Stadtverwaltung tätig. In seiner Rede blickte er auf seine Tätigkeiten und auf sein gutes Team in der Ausländerbehörde zurück. Auch im Jobcenter habe er durchweg freundliche und motivierte Mitarbeiter kennengelernt, mit denen er in den nächsten Jahren zu einem Team zusammenwachsen wolle.

    OB Kissel, Jürgen Rajewicz, Claus Scherer, Heike Strack und Waldemar Herder freuen sich über die neue Aufgabenverteilung (von links).


     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Worms und Ortsteile
    Anzeige Reifen Mast KN10123Anzeige Platten NOLLAnzeige Online StellenmarktAnzeige VHS
    Anzeige AmtsblattAnzeige TicketshopAnzeige Cecil Cycle KN18256
    Anzeige Tip SüdhessenAnzeige das WormserAnzeige 3 Füller 1