HOCHSCHULE WORMS: Ministerpräsidentin Malu Dreyer eröffnet neues Forschungskolleg im Bereich „Künstliche Intelligenz“ / Fördersumme von insgesamt 717.000 Euro
„Forschung ist das wirksamste Mittel gegen Krebs“
BU: Ministerpräsidentin Malu Dreyer überreichte heute der Hochschule Worms und der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern Förderbescheide mit einer Fördersumme von insgesamt 717.000 Euro für die nächsten drei Jahre für die Einrichtung des Forschungskollegs. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN | Krebs ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache und die Krankheit, die die Menschen bewegt und vielen Angst macht. Die Wahrscheinlichkeit bis zum 75. Lebensjahr in Deutschland an Krebs zu erkranken, beträgt laut Weltgesundheitsorganisation 30,2 Prozent. In der Behandlung hat sich die Strahlentherapie etabliert und bewährt. Methoden zur präzisen Dosisabgabe und Dosisreduktion in gesundem Gewebe sind daher von großer Relevanz. Mit dem Forschungskolleg „Sichere und Intelligente Visualisierungs- und Echtzeit-Rekonstruktions-Techniken für die Protonen-Computertomografie“ (SIVERT), soll eine Verbesserung des Bildgebungsverfahrens bei Krebspatienten erreicht werden. Ministerpräsidentin Malu Dreyer überreichte am Donnerstag der Hochschule Worms und der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern Förderbescheide mit einer Fördersumme von insgesamt 717.000 Euro für die nächsten drei Jahre.
Vielversprechende Kooperation
Neben einer vielversprechende Forschungskooperation für den Wissenschaftsstandort Rheinland-Pfalz, schafft die Landesregierung somit die Voraussetzung, den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Netzwerkbildung zu fördern und damit eine hohe Qualität der Ausbildung zu gewährleisten. Im Mutterland der Künstlicher Intelligenz (KI) berge diese Schlüsseltechnologe enormes Potenzial, um das Lanz wirtschaftlich weiter voranzubringen, so Dreyer. „Eine echte Perle im Bundesland“, betonte Malu Dreyer mit Verweis auf den weiteren Ausbau der Autonomie, der neben weiteren Professuren auch eine Entwicklung des gesamten Umfeldes ermögliche. Im Rahmen der KI-Strategie seien die Gelder für die Förderung auf 36 Millionen Euro verdoppelt worden, künftig weitere wichtige medizinisch-technische Fragestellungen in einem hochrelevanten Gesundheitsbereich beantwortet werden können.
Innovative Kräfte bündeln
„Vielversprechende Projekte für die forschenden Kollege“, freut sich Professor Dr. Jens Hermsdorf, dass durch das Signal des Landes innovative Kräfte gebündelt werden können, um das Potenzial zwischen Lehre und Forschung zu entfalten. „Für die TU Kaiserslautern ist der Erfolg bei der Einwerbung des Forschungskollegs SIVERT besonders erfreulich, zeigt er doch die Stärke der Universität auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz“, sagte Professor Werner Thiel, Vizepräsident der TU Kaiserslautern. Zudem schaffe die enge regionale und internationale Vernetzung hervorragende Voraussetzungen, um Absolventen im Rahmen der kooperativen Promotion gemeinsam zu qualifizieren,“ erklärten beide Professoren. Neben 4 Promovierenden in Worms und zwei in Kaiserslautern seien im Umfeld weitaus mehr Personen tätig. Ein beträchtlicher Mehrwert für die Hochschule und TU.
Zum Nutzen des Patienten
Die Universität Bergen ist Kooperationspartnerin des Forschungsprojekts. Aus Norwegen erläuterte Professor Dieter Roehrich das Projekt SIVERT, das kurzgefasst eine treffsichere und schonendere Strahlentherapie ermöglicht. In Bergen sei die Apparatur bereits im klinischen Einsatz. Insgesamt seie 8 Länder in das Thema involviert, darunter auch die Hochschule Worms. Es bestünde ein riesiger Bedarf an Software, damit der Arzt künftig schnellstmöglich über die benötigten Informationen verfügen könne. Alle Anstrengungen dienen dem Nutzen des Patienten, veranschaulichte Professor Dr. Ralf Keidel die Anwendung. Mit der Partikeltheapie gelinge es, den Tumor Punkt für Punkt zu bestrahlen und gesundes Gewebe zu schonen. An die Verarbeitung von Daten für die Behandklungsplanung würden enorme Anforderung gestellt, damit ein PCT-Scan vor jeder einzelnen Behandlung ein genaues Modell der durchquerten Gewebearten bis zum Zieltumor erstellen kann. „Eine Überwachung der Behandlung im Livebild-Modus“, beschreibt Professor Keidel das Wunschszenario, damit möglichst präzise diagnostische Aussagen und therapeutische Resultate ermöglich werden.
Seit Jahren arbeite man bereits an der Umsetzung der Ziele, so Keidel „und es wird auch noch einige Jahre dauern, bis korrekte, sichere und verstehbare Lösungen vorliegen“. Ein gutes Fundament sei jetzt vorhanden, ergänzte Professor Dr. Jens Hermsdorf. Jetzt gelte es die Anwendungsforschung zu intensivieren. In jedem Fall sei das Geld des Landes und des Steuerzahlers für SIVERT gut angelegt, beschloss Hermsdorf den offiziellen Teil der Förderbescheid-Übergabe.