LOGISTIK: Wormser Bau- und Mobiliätsausschuss lässt Autohof als Signal aus der Politik prüfen
„Frage des Respekts“
Weniger romantisch wie der Blick ins Innere eines LKW-Oldtimers ist die sanitäre Frage im Wormser Nordern für LKW-Fahrer – und Anlieger. Foto: Pixabay
Von Florian Helfert › Wie bereits am Mittwoch im Nibelungen Kurier auf der Titelseite berichtet, strebt die Wormser Christdemokratie einen Autohof für das Industriegebiet Worms-Nord beziehungsweise für die Fahrer unzähliger Lastkraftwagen an: Da am Wochenende keine zugänglichen sanitären Anlagen zur Verfügung stehen, müssen sie häufig den Fahrbahnrand als Toilette nutzen.
„Ein menschenwürdiges Angebot zu schaffen“, führte Klaus Harthausen seitens der CDU aus, „ist eine Frage des Respekts“. Ohne Logistik und LKW-Fahrer keine reibungslose Wirtschaft sowie Industrie oder auch vollen Supermarktregale. Der Antrag dient laut Marco Schreiber dazu, „einen Prozess in Gang zu setzen“. Erhofft werde eventuell sogar eine Kooperation der Wormser Logistiker, zum Beispiel als Investorengruppe.
Schwierige Suche nach Fläche und Investoren zu erwarten
Das Finden eines Grundstücks und von Investoren erachtete Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst im Bau- und Mobilitätsausschuss als die größte Herausforderung. Große baurechtliche Hürden sah er hingegen nicht.
„Nichtstun ist keine Option, der Erfolg allerdings fraglich“, wand Steffen Landskron von der FWG ein. SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Beyer erkannte ein ihm zufolge fast gesamtstädtisches Problem und appellierte, über die Wirtschaftsförderung Kontakt mit Industrie und Unternehmer aufnehmen und sie auch nach Erfolgsmodellen andernorts recherchieren zu lassen.
Wenn wirklich interessant, warum noch keine Investoren?
Christian Engelke hingegen hinterfragte, wo und zu welchem Preis für die Stadt gebaut werden solle. Und: „Wenn ein Autohof für Investoren interessant sein soll, warum gibt es ihn dann nicht schon?“ Kritisch merkte Richard Grünewald, Fraktionsvorsitzender der Grünen, zudem an, dass das Ziel des zweischneidigen Antrags zwar nachvollziehbar sei. Allerdings gab er hiernach seine Bedenken in Form von „Gewinne privatisieren und Verluste sowie Kosten sozialisieren“ zu Protokoll.
Abschließend warb Dr. Klaus Karlin für den Antrag seiner Fraktion. „Mögliche Investoren brauchen ein Signal aus der Politik – und das ist das Ziel“. Einmütig beauftragen Bau- und Mobilitätsausschuss die Stadtverwaltung, etwaige Optionen für einen Autohof auszuloten.