Märchentheater der Volksbühne verzaubert mit witzigen Einfällen / Freiverkaufsvorstellung am 3. Dezember um 17 Uhr im WORMSER
"Frau Holle spricht in Versen"
Als sich der Vorhang zu "Frau Holle", dem diesjährigen Weihnachtsmärchen der Volksbühne Worms hob, brodelte der Saal. Die kleinen Zuschauer empfingen mit Applaus und ermunternden Rufen das dicke gelbe Küken (Laura Saxler) und seinen Papa (Michael Meierhofer), Erzählerpaar und komisches Element in einem. Schon die Kostüme waren köstlich geraten und die beiden lieferten sich Rededuelle, die ganz nebenbei den Kindern auch Dinge erzählten, die man dramaturgisch schlecht darstellen konnte.Wenn das Hühnerkind, von den Ereignissen überwältigt, sein verzweifelttes "Oioioioioi" ertönen ließ, konnte es sich der Sympathie der Zuschauer sicher sein.
Da in dem Märchen der Gebrüder Grimm nur vier Peronen eine Rolle spielen, hatte sich Walter Passian, Bühnenautor und langjähriges Mitglied der Volksbühne, weitere Figuren ausgedacht, Gleich zu Anfang taucht ein Brautwerber (Wilfried Dabisch) auf, welcher eigentlich sofort die fleißige und reizende Marie (Cornelia Weber) als zukünftige Braut des Prinzen auserkoren hatte. Die phantasievoll kostümierten Elfen (Eva-Maria Schmitt und Silvia Thomas), begegnen im Reich der Frau Holle den beiden Marien. Ermunternd und helfend huschten und schwebten, tanzten sie zur wunderschönen Musik von Miroslav Mirocha durchs Frau-Holle-Land und bewegten sich damit in allerbester Märchentradition. Dazu passen das glitzernde Märchenschloss der Frau Holle, das den Kindern ein entzückendes "Ohhh!" entlockte. Der singende Backofen mit gemütlichen "Wommdadawomm" und die dicken Äpfel, die den Mund singend aufklappen konnten, gaben ihr übriges. Das Frau Holle (Margret Owens) in Versen sprach, war eine gute Idee. Dieser Effekt wurde noch dadurch verstärkt, dass ihre ihre Stimme über Lautsprecher gekommen ist. Die mütterliche Rolle wurde von ihr gekonnt gespielt
Ein Großteil des Märchens spielte auf dem Hof der Marien, welcher in der Märchenwerkstatt der Volksbühne liebevoll gezimmert wurde. Martin Schmitt, Heinwilhelm Ramb und Peter Schmitt zeichnen sich hierfür verantwortlich. Neben der bösen Stiefmutter (Elke Dyroff), der fleißigen Marie und dem Brautwerber Heinz gefiel besonders die durchgreifende Stiefschwester Marie (Kerstin Schmitt), die so faul und garstig war, wie es nur irgend ging und welche auch zum Schluss, als sie pechüberströmt aus dem Brunnen auftauchte, nicht bereit war sich bekehren zu lassen. Peter Schmitt lässt mit seiner Coregisseurin Charlotte Rüdiger durch eine hervorragende Regiearbeit den Märchenzauber der Volksbühne fortleben und für die Kinder wurde während der Vorstellung die Märchenwelt so gut wie wahr. Die Freiverkaufsvorstellung von "Frau Holle" im Wormser findet am Mittwoch, den 03.12.2014 um 17 Uhr im großen Theater des Wormsers statt. Eintrittskarten sind noch an er Abendkasse erhältlich.