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  • Do., 20. Juli 2017, 14:11 Uhr
    Offensive des Wormser Jobcenters zur Umwandlung von Minijobs in reguläre Beschäftigung

    Frauen und Minijob – Mach mehr draus!

    In Deutschland arbeiten rund 7,4 Millionen Menschen in einem Minijob – zwei Drittel davon sind Frauen. Sie verdienen maximal 450 Euro im Monat, sind häufig nicht eigenständig krankenversichert und haben weder Anspruch auf Arbeitslosengeld noch auf Rente. Auch im Jobcenter Worms sind viele Mini-Jobber gemeldet, die gerne mehr arbeiten würden. Mit einer besonderen Offensive hat sich das Wormser Jobcenter deshalb seit Anfang des Jahres diesem Personenkreis angenommen. Dass sich aus einem Minijob durchaus mehr machen lässt, konnte dabei mehrfach unter Beweis gestellt werden. Die Bilanz nach 6 Monaten: 28-mal gelang es einem bisherigen Mini-Jobber in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu wechseln, sei es durch eine Aufstockung oder sei es dadurch, dass er an einen anderen Arbeitgeber vermittelt wurde.

    Bewusstsein auf Seiten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern schärfen

    Um einmal mehr zu zeigen, da geht noch was und um Mini-Jobber und Arbeitgeber zu informieren, holte das Jobcenter Worms jetzt die Ausstellung „Frauen und Minijob – mach mehr draus“ nach Worms. Mit der Ausstellung und begleitenden Veranstaltungen will das Jobcenter über Chancen und Risiken von Minijobs informieren, das Bewusstsein dafür auf Seiten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern schärfen und Wege aus der Minijobfalle aufzeigen. Die Ausstellung ist noch bis zum 18. August zu sehen. „Eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat kürzlich gezeigt, dass die meisten Minijobber nicht etwa Ungelernte sind, sondern durchaus „etwas Ordentliches“ gelernt haben”, erklärte Markus Holzmann, Stellvertretender Leiter des Wormser Jobcenters anlässlich der Eröffnung der Ausstellung. Nach der Studie des DGB hätten 71 Prozent der Minijobber eine Berufsausbildung, weitere neun Prozent sogar einen akademischen Abschluss. Lediglich 20 Prozent waren ungelernt. Holzmann: „Das war für uns ein Ansatzpunkt zu sagen: Hier lohnt es sich Zeit und Aufwand zu investieren, denn hier liegen Potenziale brach.“

    Reihe von Unterstützungsmöglichkeiten

    Wer mehrere Jahre in einem Minijob arbeite, für den erweise sich der vermeintlich lukrative Hinzuverdienst oft als Falle, ergänzte Birgit Krämer, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter Worms. Die einst gute Qualifikation werde häufig im Minijob nicht mehr abgerufen. Damit veralte das berufliche Wissen und nach einigen Jahren gelte manche Minijobberin wieder als ungelernt. Das Wormser Jobcenter bemühe sich deshalb schon seit mehreren Jahren Fehlanreizen entgegenzusteuern und stattdessen Anreize zu schaffen, damit mehr Minijobs zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung werden. Heike Strack, Vorsitzende Geschäftsführerin der Mainzer Arbeitsagentur betonte darüber hinaus die Bedeutung der Frauenerwerbstätigkeit für die Deckung des künftigen Fachkräftebedarfs. „Wir können es uns nicht leisten, dass das Wissen gut ausgebildeter Frauen über viele Jahre als Minijobberinnen verloren geht. Deshalb bieten wir Frauen, die nach einer Familienphase beruflich wieder durchstarten wollen eine Reihe von Unterstützungsmöglichkeiten.“

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