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  • Fr., 08. November 2019, 15:35 Uhr
    "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen": Frauenhaus Worms begrüßt das Investitionsprogramm des Bundes / Kritik an Ausführungsplänen

    Frauenhaus und Fachberatungsstelle brauchen finanzielle Absicherung

    Seit Jahren fordern Frauenhäuser und Fachberatungsstellen politisch Verantwortliche auf, das Hilfesystem auszubauen und die Finanzierung der Einrichtungen abzusichern. Vor diesem Hintergrund begrüßt das Frauenhaus Worms das Initiativprogramm „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ des Bundes: ab Januar 2020 sollen 120 Millionen Euro für den Zeitraum von vier Jahren für Frauenhäuser und Fachberatungsstellen zur Verfügung gestellt werden und damit mehr Geld für Opfer von häuslicher Gewalt zur Verfügung stehen.

    Hilfesystem nicht flächendeckend
    Das Frauenhaus kritisiert, dass es sich ausschließlich um eine reine Investitionskostenförderung für den Aus-, Um- und Neubau von Frauenhäusern und Fachberatungsstellen handelt. „Es trifft zu, dass das Hilfesystem nicht flächendeckend vorhanden ist. Frauenhäuser müssen oftmals täglich von Gewalt betroffene Frauen abweisen oder weitervermitteln, weil sie zum Zeitpunkt der Anfrage voll ausgelastet sind“, so Sandra Noppenberger vom Frauenhaus Worms. „Der erste und wichtigste Schritt ist aber die finanzielle Absicherung der bestehenden Einrichtungen. Erst wenn diese mit den dringend notwendigen personellen und sachlichen Ressourcen ausgestattet sind, kann man an eine Erweiterung denken.“

    Zu wenig Fachpersonal
    Im Frauenhaus Worms finden bis zu sieben Frauen und elf Kinder Schutz vor häuslicher Gewalt. Weniger als zwei Personalstellen teilen sich vier Mitarbeiterinnen für die Arbeit mit den Frauen und Kindern. Auch die angegliederte Frauenberatungsstelle ist darin enthalten. Damit ist nach den Anforderungen des Paritätischen Gesamtverbandes derzeit für das Frauenhaus Worms weniger als die Hälfte des empfohlenen Fachpersonals vorhanden.

    Ungesicherte Finanzierungsgrundlagen
    Neben den Zuweisungen von Land und Stadt Worms ist das Frauenhaus auf Spenden und die Unterstützung seines Fördervereins angewiesen. „Damit die vorgesehenen Investitionen des Bundes auch im Sinne der Betroffenen greifen, darf es deshalb nicht bei einem Förderprogramm für bauliche Maßnahmen bleiben“, macht Sandra Noppenberger deutlich. „Es muss endlich etwas an der ungesicherten Finanzierungsgrundlage getan werden, denn Frauenhäuser und Beratungsstellen können nicht länger am Rande ihrer Kapazitäten arbeiten und Betroffene haben ein Recht auf angemessene und qualifizierte Beratung und Unterstützung.“

    Ansprechpartnerin ist Sandra Noppenberger, Frauenhaus Worms, Telefon 06241/43591,  E-Mail an frauenhaus@drk-worms.de.

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