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  • Mi., 09. August 2023, 12:25 Uhr
    Sport: Vorstandbesetzung beim Fußballverein ist einzigartig in Worms

    Frauenpower beim FC Blau-Weiß

    Frauenpower von der Blau-Weiß im geschäftsführenden Vorstand  (von links): Aileen Beth, Selina Bauer, Sabine Bauer, Christel Kretzschmar und Carmen Dehm. Foto: FC Blau-Weiß


    Von Marcus Diehl › Für jeden Verein ist es ein Horrorszenario, wenn langjährige Mitglieder im Vorstand ihren Rücktritt bekanntgeben. Menschen zu finden, die Verantwortung und ein Ehrenamt übernehmen wollen, ist in der heutigen Zeit kein leichtes Unterfangen. Auch beim FC Blau-Weiß Worms trat dieses Horrorszenario ein. Mehr als 32 Jahre war Wolfgang Beth als 1. Vorsitzender im Verein aktiv. Der Verein ohne ihn – eigentlich unvorstellbar. Trotzdem ist es zu verstehen, dass irgendwann der Tag kommt, an dem der Staffelstab weitergegeben werden sollte.

    Jetzt kommt der schwierige Akt, denn geeignete Nachfolger müssen her. Viele Gespräche wurden geführt, aber keiner wollte. Trotz vieler Mitglieder war niemand bereit, in die großen Fußstapfen zu treten. Es musste auf jeden Fall eine Lösung erreicht werden und sie kam mit viel Frauenpower. Als 1. Vorsitzende übernahm Sabine Bauer die Geschicke beim FC Blau-Weiß Worms. Wenn die Männer nicht mehr wollen, müssen die Frauen in die Bresche springen. Auch die restlichen Posten im Vorstand werden  nur vom weiblichen Geschlecht besetzt. Den zweiten Vorsitz hat Christel Kretzschmar in der Hand. Die Kasse übernahm Aileen Beth und Selina Bauer wurde Schriftführerin. Die Sportliche Leitung liegt bei Carmen Dehm.

    Vielleicht bundesweit einzigartige Konstellation

    Diese Vorstandsbesetzung bei einem Fußballverein dürfte einzigartig sein. Carmen Dehm: „Im Kreis Alzey-Worms gibt es so eine Konstellation nicht noch einmal. Wie es im Südwesten aussieht oder in gesamten Bundesgebiet, müssten wir einmal recherchieren.“ Nach einer erfolgreichen Einarbeitung sieht sich der Vorstand mittlerweile gut im Geschäft. „Am Anfang war es schon stressig und viel Freizeit geht dabei flöten. Mittlerweile läuft ein Rädchen in das andere. Auf meine Mädels kann ich mich verlassen“, so die erste Vorsitzende Sabine Bauer.  Ein Lob, das Selina Bauer an ihre „Chefin“ gerne weitergibt. „ Sie kümmert sich viel um die Jungs, ist sehr vertrauenswürdig und alle Entscheidungen, wenn möglich, werden nur im Sinne unserer Mannschaft entschieden.“

    Bei der Frage, was die Motivation wäre, sich im Vorstand zu engagieren, kam die Antwort bei Sabine Bauer, Selina Bauer und Carmen Dehm direkt aus der Kehle geschossen: „Bei uns allen steckt viel Herzblut darin. Wir wurden praktisch in den Verein hineingeboren und waren schon als kleine Kinder auf dem alten Gelände der Blau-Weiß zu finden. Der Verein hätte auf der Kippe gestanden, das wollten wir unbedingt vermeiden. Wir konnten ihn nicht sterben lassen.“ Es klang schon nach etwas Wehmut, als die drei über einige Anekdoten der letzten fünfzig Jahre berichteten.

    Jubiläum steht an

    In diesem Jahr feiert der Verein sein 90. Jubiläum. Es wird am 16. September bei der FT/Alemannia 02 eine große Party stattfinden. Vorsitzende Sabina Bauer: „Wir haben noch ein gesundes Vereinsleben und stehen für ein familiäres Umfeld.“ An ihrem heutigen Stammsitz, bei der Normannia Pfiffligheim, hätten sie gerne gefeiert. „Durch einen Anwohner, ist das leider nicht möglich. Da gibt es Auflagen, die eine große Feier leider verhindern. Wir wollen aber betonen, dass die Zusammenarbeit mit der Normannia und dem SV Pfeddersheim reibungslos verläuft. Die drei Vereine ziehen an einem Strang“, berichtet die sportliche Leiterin Carmen Dehm.

    Für die 1. Vorsitzende Sabina Bauer war die Entscheidung bei der FT/Alemannia zu feiern, eine leichte: „Dann sind wir in der Nähe unserer alten, liebgewonnenen Heimat.“ Für das Sportliche haben sie für die neue Saison nur zwei Wünsche. In der Tabelle besser zu landen, als in der Vorsaison und die Verteidigung des ersten Platzes in der Fairness-Tabelle. Darauf waren sie in der vergangenen Saison sehr stolz.

    Verein in guten Händen

    Wolfgang Beth kann sich frohen Mutes etwas zurücklehen, mit dem Wissen, das sein Blau-Weiß in guten Händen liegt. Mit Rat wird er immer zur Verfügung stehen, denn immerhin wurde er sofort zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Damit ist die Frauenpower immer noch nicht zu Ende. Mit Nadine Dehm stellen sie noch eine Schiedsrichterin.
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