Am Internationalen Tag „NEIN - zu Gewalt an Frauen“ wurde die Gedenkflagge am Montag vor dem Rathaus gehisst.
Frei Leben – Ohne Gewalt
Feierlich hissten Michael Kissel, Jasmine Olbort, Regina Mayer, Petra Graen und andere Vertreterinnen des Wormser Interventionsprojektes gegen Gewalt die Flagge von „Terre des Femmes“. Foto: Karolina Krüger
VON KAROLINA KRÜGER In seinem Grußwort fasste Oberbürgermeister Michael Kissel die Historie dieses, seit dem 25. November 1990 von der UNO offiziell anerkannten, Gedenktages zusammen. Er geht zurück auf die, vom Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter getöteten drei Schwestern Mirabel. Ihr Tod am 25.November 1960 war die Folge ihres Widerstandes und Kampfes gegen die Tyrannei des Diktators Trujillo. Der Mut der Schwestern gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, sich gegen jegliches Unrecht zu wehren.
Sinnbild dieser Aktion, die blau gründige Flagge mit einer stilisierten Frauenfigur, soll zum einen an den Gedenktag erinnern, zum anderen auch Mut machen, sich für Frauen und gegen Gewalt gegenüber Frauen einzusetzen.
Musikalisch umrahmten die Geschwister Xixi und Kai Gabel mit Violine und Klavier die Gedenkstunde mit Stücken von Sergei Rachmaninow und Maurice Ravel.
Gewalt hat viele Facetten, so gibt es die seelische, körperliche oder sexualisierte Gewalt. Jasmine Olbort, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Worms, stellte das Schwerpunktthema „Sexualisierte Gewalt – Vergewaltigung, das ungesühnte Verbrechen“ der 2013er Kampagne vor. Verglichen mit der Spitze eines Eisberges würde nur ein Bruchteil der Vergewaltigungen in Deutschland zur Anzeige gebracht und davon führte nur 1 Prozent zur Verurteilung.
Eindrückliche Beispiele gegeben
Regina Mayer vom Warbede Frauenzentrum gab einige eindrückliche Beispiele, die nach dem gesunden Rechtsempfinden der Zuhörer klare Vergewaltigungen sein mussten, aber nach geltendem Gesetz nicht als solche zu werten waren und gegebenen Falls nicht bestraft werden würden. Eine tief empfundene Betroffenheit und Hilflosigkeit gab den Zuhörern einen winzigen Eindruck von den bestehenden Defiziten in unserem Rechtssystem.
Um die Rechte der Frauen zu Stärken sei es wichtig, den §177 des StGB zu ändern, damit es möglich wird die zudem oftmals in Beziehungen erfolgenden Vergewaltigungen auch als solche zu bestrafen. Letztendlich wird Gewalt gegen Frauen erst aufhören, wenn alle Männer jedes „Nein“ einer Frau ernst nehmen und respektieren.[nggallery id=295]