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Do., 06. Oktober 2022, 13:39 Uhr
Demokratiebildung: „Netzwerk Modellschulen für Partizipation und Demokratie“ wächst
Freiheitsrechte werden auch an Schulen verteidigt
Bildungsstaatssekretärin Bettina Brück spricht beim Treffen des "Netzwerks Modellschulen für Partizipation und Demokratie" in Ludwigshafen. Foto: Bildungsministerium
„Demokratie gibt es nicht ohne Demokratiebildung. Und wenn die Demokratie heute stärker bedroht ist, dann muss unsere Antwort darauf auch eine stärke Demokratiebildung.“ Mit diesem eindringlichen Appell begrüßte Bildungsstaatssekretärin Bettina Brück die Vertreterinnen und Vertreter der rheinland-pfälzischen Modellschulen für Partizipation und Demokratie am Donnerstag in Ludwigshafen.
Das inzwischen auf 52 Modellschulen angewachsene Netzwerk startet mit Beginn des laufenden Schuljahres in eine neue Phase. Vor 15 Jahren wurde es aus der Taufe gehoben und dient vor allem dazu, dass die ausgewählten Schulen beim Thema Demokratiebildung ständig im Gespräch bleiben, Erfahrungen austauschen und vor allem Strategien entwickeln können, wie demokratische und freiheitliche Werte an den Schulen in Rheinland-Pfalz gelebt und weiterentwickelt werden können. Betreut wird das Netzwerk vom Pädagogischen Landesinstitut.
Dass dies gerade im Angesicht eines neuen Krieges mitten in Europa bedeutender denn je ist, machte Brück in Vertretung von Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig den Anwesenden im Heinrich-Pesch-Haus deutlich: „Es gibt keine wichtigere Aufgabe in unserer Zeit, als sich für die Demokratie einzusetzen.“ Schulleitungen und Lehrkräfte müssten wissen, wie Demokratie mit klarer Haltung im Schulalltag verteidigt werden kann, welche Lehren aus der Geschichte dazu zu ziehen sind und wie die Schülerinnen und Schüler diese verinnerlichen können, wie sie Gewalt, Intoleranz und Mobbing wirksam entgegentreten. Keine Institution sei für diese Aufgabe derart geeignet wie die Schule, weil sie als einzige „jeden und jede im Laufe seines und ihres Lebens erreicht“, führte Brück weiter aus.
Nach einem Fachvortrag der Bildungswissenschaftlerin Professor Kathrin Aghamiri von der Fachhochschule Münster wurden in Workshops verschiedene Aspekte der Demokratiebildung vertieft, so zum Beispiel die Abhaltung von Demokratietagen oder Projekttagen zu Diversität und LSBTIQ an Schulen. Das „Haus des Erinnerns“ wurde ebenso vorgestellt wie das Projekt „KICKFAIR – Spielend Perspektiven verändern“, das Bildungskonzepte und Straßenfußball miteinander kombiniert. Weitere Themen waren Schultheater-Aktivitäten oder globales Lernen im Klassenzimmer mit Unterstützung des Entwicklungspolitischen Landesnetzwerkes Rheinland-Pfalz (ELAN).
Besonders erfreut zeigte sich Brück darüber, dass unter den teilnehmenden Schulen mittlerweile alle Schularten vertreten sind: „Das zeigt, auf welch breitem und soliden Fundament Demokratiebildung in Rheinland-Pfalz steht.“
Aus dem Nibelungenland haben die Realschule plus Eich sowie das Rudi-Stephan-Gymnasium Worms schon an der Netzwerkrunde 2015 bis 2021 teilgenommen und bewerben sich nun erneut.