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  • Sa., 24. Oktober 2020, 11:26 Uhr
    GRAFFITI GOES METTENHEIM: Ferienworkshop des Jugendbüros der VG Eich in Kooperation mit den Sprayern Daniel Ferino und Alexander Schmidt

    Frischer Look fürs Rathaus

    Auch VG-Bürgermeister Maximilian Abstein (rechts kniend) war zur Präsentation des Kunstwerks gekommen. Ortsbürgermeister Wilfried Eichner (rechts stehend) sowie alle anwesenden Eltern und Bürger waren begeistert, was während der drei Workshop-Tage entstanden ist. Fotos: Vera Beiersdörfer


    VON VERA BEIERSDÖRFER Da Streetart oftmals in Zusammenhang mit Kritzeleien auf Gebäuden und Vandalismus gebracht wird, herrschte zunächst Skepsis darüber, ob ein Ferienspiel-Angebot, bei dem Jugendlichen die Graffiti-Kunst nähergebracht wird, auch auf einem Dorf Anklang finden könnte, berichtete Bürgermeister Wilfried Eichner am vergangenen Freitag.

    "Umso erfreuter war ich, dass der Mettenheimer Gemeinderat einstimmig für den Graffiti-Workshop des Jugendbüros der VG Eich votierte. Nach coronabedingten Verzögerungen konnten wir das Projekt, das vom Landkreis Alzey-Worms mit dem Aktionsplan für gesellschaftliche Vielfalt, Toleranz und Demokratie gefördert wird, schließlich in diesen Herbstferien anbieten".

    Mit Mettenheimer Motiven


    "Ich würde sofort wieder teilnehmen", begeisterte sich der zwölfjährige Noah bei der Präsentation des Kunstwerks. 14 Jugendliche hatten an drei Tagen, jeweils von 10 bis 16 Uhr, der Seitenwand des Rathauses im Wiesenweg 17 einen neuen, coolen Look verpasst. Der Entwurf des Eicher Graffiti-Artists Daniel Ferino mit Bezug zur Weinbaugemeinde fand direkt großen Zuspruch.

    Zahlreiche Mettenheimer waren während der drei Entstehungstage an dem Verwaltungsgebäude vorbei geschlendert, um den Fortgang des Kunstwerks in Augenschein zu nehmen „Das Bürgerinteresse war groß und mir wurde von allen Beobachtern nur Positives zugetragen“, freute sich Eichner.

    Während der offiziellen Übergabe des Bildes dankte der Ortsvorsteher der VG-Jugendpflegerin Anna Weide und ihren ehrenamtlichen Helfern Piet Mischok und Hanna Geiß sowie den beiden Sprayern Daniel Ferino (MALTAG) und Alexander Schmidt (HIGHTOWER.designz) unter deren Anleitung die Jugendlichen kreativ werden konnten.

    Sein Lob galt ebenfalls der Beigeordneten Doris Löwenstein, die während der Workshop-Tage als Schnittstelle zwischen Gemeinde, Jugendlichen und Ferienspiel-Organisatoren fungiert hatte.

    Die Künstler Daniel Ferino (links) und Alexander Schmidt entflammten die Leidenschaft für Graffitis bei den Workshop-Teilnehmern. Die von Anna Weide verteilten Seifenblasen stehen sinnbildlich für die Vergänglichkeit und den steten Wandel der Straßenkunst.


    Mit Feuereifer dabei

    "Neben der schulischen Entwicklung, ist die musische und sportliche Förderung von Heranwachsenden auch in der Freizeit äußerst wichtig. Wir freuen uns, dass dabei etwas geschaffen wurde, das den Bürgern und Besuchern von Mettenheim sehr gut gefällt", so der Ortschef.

    Anna Weide betonte, dass die Hälfte der Teilnehmer Mettenheimer  waren: „In Mettenheim entstand somit Kunst von Mettenheimern für Mettenheimer. Es war wirklich eine tolle Truppe, die von Anfang an mit Feuereifer dabei war.
    Es macht Spaß, den Jugendlichen etwas anzubieten, das sie sonst nicht tun können oder dürfen. In diesen Ferien wurde das Sprayen aus der Illegalität in die Legalität geholt".

    Während des Workshops wurde nicht nur das Rathaus verschönert, sondern auch im Mehrgenerationenraum mit Stiften und Papier gearbeitet. Die Teilnehmer erlernten, neben dem richtigen Umgang mit der Spraydose, was ein "Piece" oder eine "Outline" ist.

    Sprayen erlaubt!

    Wer im Besitz des Mettenheimer Sprayer-Ausweises ist, darf an der Freifläche auch künftig kreativ sein.


    Besonders freute sich Weide, dass die Gemeinde Mettenheim den Jugendlichen eine Freifläche im Wiesenweg zur Verfügung stellt, wo weiterhin gesprayt werden darf.

    Jedoch benötigen die jungen Künstler hierfür einen personalisierten Ausweis, den die Workshop-Teilnehmer allesamt von Ortschef Eichner erhielten. Wer im Besitz des Ausweises ist, ist berechtigt täglich von 9 bis 22 Uhr diese  Wand zu besprühen.

    „Allerdings verpflichten sich die Jugendlichen auch, die aushängenden Regeln zu beachten. Nicht gewünscht sind politische oder obszöne Sprüche und Zeichen. Dort soll zudem kein Müllabladeplatz entstehen. Die Sprayer tragen selbst die Verantwortung dafür, dass sie die Freifläche auch künftig nutzen dürfen“, unterstrich der Bürgermeister. Alle Interessierten können einen Sprayer-Ausweis in der Verwaltung erhalten.

    Schließlich überreichte Wilfried Eichner den Teilnehmern noch einen Dönergutschein. Von Anna bekamen die Teens Seifenblasen: „Nachdem ihr an der Freifläche bereits gemerkt habt, dass Eure Kunst immer wieder von anderen übersprüht wird, sollen Euch diese Seifenblasen daran erinnern, dass Streetart vergänglich und stets im Wandel ist“.

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