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  • Fr., 29. März 2019, 10:00 Uhr
    Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit auf dem Wormser Arbeitsmarkt von 6,6 auf 6,7 Prozent 

    Frühjahrsaufschwung erhält leichten Dämpfer

    Der Frühjahrsaufschwung auf dem Wormser Arbeitsmarkt hat im März einen leichten Dämpfer erhalten. Anders als in den Vorjahren kam es zu einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. „Sicherlich spiegelt sich in den Zahlen wider, dass die Konjunktur angesichts der weltwirtschaftlichen Risiken insgesamt an Schwung verloren hat“, so Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. 

    Auch die Stellenmeldungen seien gegenüber dem Vorjahreswert rückläufig. Dennoch sei der Stellenbestand mit 1.250 offenen Stellen nach wie vor hoch, und die Unternehmen setzten kaum Personal frei. Deshalb sei die Situation insgesamt nach wie vor stabil und sie rechne in den kommenden Monaten mit einem weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit, wenn auch in kleinen Schritten.

    Einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die Wormser Arbeitsagentur bei der so genannten Unterbeschäftigung, in der auch Maßnahmeteilnehmer mitgezählt werden. „Dies zeigt uns, dass der Arbeitsmarkt nach wie vor sehr aufnahmefähig ist und sich viele Menschen nach dem Ende einer Fördermaßnahme nicht erneut arbeitslos melden müssen“, so Decker. Um Arbeitslosigkeit bereits im Vorfeld zu verhindern, werde man künftig noch stärker als bisher auch Weiterbildungen von Beschäftigten fördern. „Seit 1. Januar 2019 haben wir die Möglichkeit, – unabhängig von Betriebsgröße, Ausbildung und Alter –, Arbeitgeber bei der Weiterqualifizierung ihrer Beschäftigten finanziell zu fördern. Das gab es bisher nur als Nischenprodukt für Ungelernte und Kleinbetriebe.“

    Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
    Im März waren in Worms insgesamt 4.357 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 321 oder 6,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. 3.053 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 32 mehr als im Vormonat, aber 97 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,6 auf 6,7 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Quote 7,0 Prozent betragen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften lag im März mit 356 Stellen etwas über dem Vormonat, aber um gut 16 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Stellenbestand belief sich im März auf 1.250 Stellen, 11,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

    Von den 3.053 Arbeitslosen im März wurden 1.158 von der Arbeitsagentur und 1.895 vom Jobcenter Worms betreut. Die leichte Zunahme der Arbeitslosigkeit betraf aus-schließlich die vom Jobcenter betreuten Arbeitslosen. Im Bereich der Arbeitsagentur kam es dagegen zu einem Rückgang um knapp 30 Personen. Der Anteil von Menschen im Kontext von Fluchtmigration an allen Personen, die von der Arbeitsagentur und den Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Mainz betreut werden, betrug im März 11,6 Prozent.

    Auf den regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur verlief die Entwicklung im März uneinheitlich. Während im Gesamtbezirk, in der Stadt Mainz und im Landkreis Alzey-Worms die Zahlen rückläufig waren, kam es in der Stadt Worms und im Landkreis Mainz-Bingen zu einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Quoten änderten sich wie folgt: Stadt Mainz von 5,5 auf 5,4 Prozent, Stadt Worms von 6,6 auf 6,7 Prozent und Landkreis Alzey-Worms von 3,9 auf 3,7 Prozent. Im Gesamtbezirk und im Landkreis Mainz-Bingen blieben die Quoten unverändert bei 4,6 bzw. 3,4 Prozent.

    Ausbildungsmarkt
    Im vergangenen Monat nahm die Agentur für Arbeit Mainz eine erste Auswertung zur Situation auf dem rheinhessischen Ausbildungsmarkt vor. Demnach hält der seit Jahren zu beobachtende Trend hin zu einem Bewerbermarkt weiterhin an. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz ist gegenüber dem Vorjahr erneut deutlich zurückgegangen – die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze dagegen noch einmal leicht gestiegen. „Wie viel Druck das den Betrieben macht, merken wir auch daran, dass sich die Unternehmen immer früher nach geeigneten Bewerbe-rinnen und Bewerbern umsehen. Viele Ausbildungsverträge sind jetzt bereits unter Dach und Fach“, so die Mainzer Agenturchefin Heike Strack. Im März waren nur noch etwas mehr als die Hälfte der jungen Menschen, die sich ausbildungssuchend gemeldet hatten, unversorgt. Und auch für sie gibt es quer durch alle Branchen noch zahlreiche attraktive Angebote. Derzeit entfallen auf jeden Bewerber rein rechnerisch rund 1,5 Ausbildungsstellen. Im vergangenen Jahr waren es rund 1,3.

    Laut Arbeitsagentur standen im März 2.095 offenen Ausbildungsstellen 1.402 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber, die noch auf der Suche nach einer passenden Lehrstelle waren. Insgesamt meldete die rheinhessische Wirtschaft seit Herbst letzten Jahres 3.204 Ausbildungsstellen, 20 mehr als ein Jahr zuvor. 2.225 junge Männer und Frauen hatten sich bis März bei der Arbeitsagentur als Ausbildungsplatzsuchend gemeldet, 185 weniger als ein Jahr zuvor. Der Ausländeranteil unter den Ausbildungsplatzbewerbern stieg gegenüber dem Vorjahr von 18,8 auf 22,2 Prozent.

    „Die Aussichten für Ausbildungssuchende bleiben grundsätzlich günstig, und zwar für jeden Schulabschluss“, erläutert Strack. Allen Jugendlichen, die noch auf der Suche sind und noch nicht den Weg zur Berufsberatung gefunden haben, rät die Agenturchefin schnellstmöglich einen Termin zu vereinbaren. Gerade für die jungen Menschen, die jetzt die Abiturprüfungen abgelegt hätten, sei es angesichts der großen Bandbreite der Studien- oder Ausbildungsberufe oft nicht leicht das passende Berufsfeld zu finden. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater unterstützten Jugendliche bei dieser schwierigen Entscheidung und könnten u.a. mit Selbsterkundungstools und Testverfahren dazu beitragen, Fehlentscheidungen zu vermeiden, so Stack.

    Archivbild: Robert Lehr

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