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  • Mo., 19. April 2021, 10:22 Uhr
    CORONA-PANDEMIE: Wormser Lehrer kritisieren Impf-Missstand an weiterführenden Schulen / Gründe rätselhaft / Handeln verantwortungslos

    „Fühlen uns von der Landesregierung im Stich gelassen“

    Mit Unverständnis reagieren auch Lehrer der Nelly-Sachs IGS in Horchheim auf die gängige Impfpraxis des Landes für Lehrer. Archivfoto: Steffen Heumann


    VON STEFFEN HEUMANN | Nicht nur an der Nelly-Sachs IGS fühlen sich Lehrkräfte von der rheinland-pfälzischen Landesregierung im Stich gelassen. Hintergrund: In Rheinland-Pfalz werden nur Grundschullehrer und Förderschullehrer geimpft. Warum andere Lehrer nicht geimpft werden, bleibe rätselhaft, verantwortungslos und hinter Verschluss, meinen einige Pädagogen. Nirgends werde dieses Thema angesprochen oder besprochen und die Landesregierung habe sich zu dieser Frage nie geäußert, kritisieren Lehrer auch an der Gesamtschule Nelly-Sachs in Worms die gültige Praxis. „Wir an der IGS unterrichten teilweise bis zu 100 Schüler pro Tag und vertreten uns in allen Klassenstufen, um Unterrichtsausfall entgegen zu wirken. Unsere IGS nutzt gemeinsame Gebäude mit einer Grundschule – man fragt sich, ob davon ausgegangen wird, dass nur dort das Virus anklopft“, so eine Pädagogin.

    Erst heute habe man den nächsten positiven Fall in einer Klasse gemeldet bekommen. Es sei der dritte Fall seit Ostern. Getestet wurde an der IGS in Horchheim bisher erst einmal, da vorher keine Schnelltests zur Verfügung standen. Letzte Woche wurde die positiv getestete Person gar nicht getestet und besuchte die Schule. „Abgesehen davon, was das Testen mit unseren Schülern macht, fragt man sich, warum wir ohne Impfung Selbsttests betreuen sollen, während andere Berufsgruppen dafür geimpft werden“, üben Lehrer Kritik.

    Irrglaube: „Alle denken, wir sind längst geimpft“

    Lehrer, die in Hessen oder Baden-Württemberg wohnen und an weiterführenden Wormser Schulen unterrichten, wurden bereits geimpft. „Wo bleibt die Verantwortung in unserem Bundesland für die hier Ansässigen?“, fragen Lehrer. „Die meisten denken, wir Lehrer seien schon geimpft. Ständig sprechen uns Eltern an, dass das Unterrichten nun doch kein Problem mehr sei, da wir alle geimpft wären. Offensichtlich ist nicht bekannt, dass das nicht der Fall ist“, betonen Lehrer im Gespräch mit dem NK. Die Durchmischung an weiterführenden Schulen sei weitaus höher als an Grundschulen. Man unterrichte in verschiedenen Klassen mit verschiedenen Zusammensetzungen. Und man frage sich, was die Politik sich dabei denke! Alle wollen offene Schulen. Aus dem Ministerium heißt es, dass Präsenzunterricht das Wichtigste sei. „Warum sorgt Frau Dreyer nicht für unseren Schutz?“, fragen sich bestimmt auch die Lehrer an der IGS in Horchheim.

    Anmerkung: Getestet wurde in Horchheim seit den Osterferien einmal durch das DRK. Nachdem die Schule dann erst Schnelltests erhalten hatte, wurde schnellstmöglich eine Teststrategie beschlossen, die für Lehrer und Kinder annehmbarer ist, als das Durchführen in Klassenzimmern.

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