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  • Mo., 02. November 2020, 17:45 Uhr
    BÜNDNIS CASTOR STOPPEN: Behälter auf dem Weg nach Biblis / Bundespolizei in Worms bereitet sich vor

    „Für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen!“

    Einsatzkräfte der Bundespolizei und bereits in Worms stationiert, um einen reibungslosen Verlauf des Castor-Transportes mit 6 Waggons zu gewährleisten. Foto: Mirco Metzler/Die Knipser


    Trotz dem bundesweit verhängten Corona-Lockdown traf am Montagmorgen die mit den hochradioaktiven Atommüllbehältern beladene „Pacific Grebe“ in Norddeutschland ein. Das Schiff bringt Abfälle aus der sogenannten „Wiederaufarbeitungsanlage“ im britischen Sellafield zurück, wie das Bündnis „CASTOR-stoppen“ erklärt. Was wie ein Recycling-Kreislauf klinge, sei in Wirklichkeit ein Prozess, aus abgebrannten Brennelementen waffenfähiges Plutonium zu gewinnen und die „Restabfälle“ unter hohen Kosten und gesundheitlichen Risiken durch ganz Europa zu transportieren. Die Anti-Atombewegung hatte solche Anlagen in Deutschland vor vielen Jahren verhindert. Unterdessen wurde bekannt, dass gegen die jetzt angekündigten Proteste bundesweit 11.000 Polizeikräfte im Einsatz sein werden. Restaurants, Museen und Schwimmbäder gehen in den Lockdown und mit dem Castor kommt nun auch der Polizeistaat zurück“, kritisiert das Bündnis.

    „Diese inszenierte Atommüllverschiebung und ist doch nur eines: Ausdruck absoluter Ratlosigkeit bezüglich der sich auftürmenden nuklearen Hinterlassenschaften. Wir rufen dazu auf, sich verantwortungsvoll zu organisieren gegen die organisierte Verantwortungslosigkeit!“, so Bündnissprecherin Kerstin Rudek. Das Protest-Bündnis „CASTOR stoppen“ ist verhalten amüsiert, dass der Transport jetzt genau in die „Halloween-Zeit“ fällt, hatte sie doch bereits seit letztem Jahr mit einem Zombie-Motiv die Mobilisierungskampagne gegen diese Transporte gestartet. Die Zombies sollen die „untoten“ Energieträger Atom und Kohle symbolisieren, die immer noch nicht tot sind, sondern weiter in den Köpfen der Atomlobbyisten herumspuken.

    „Es wird allerhöchste Zeit, dieses fossile Denken zu Grabe zu tragen und wahre Verantwortung für Gesundheit und Klima zu übernehmen. Dazu gehört auch, unsinnige Transporte von Atommüll von einem ungeeigneten Ort zum nächsten zu unterlassen“, fordert Silke Westphal, ebenfalls Sprecherin vom Bündnis CASTOR-stoppen. Protest-Infopunkte sind die zahlreichen Mahnwachen an der Transportstrecke. Alle aktuellen Informationen, sowie der Standort des Atomtransportes auf: www.castor-stoppen.de Rund eine Woche soll der Transport von Nordenham ins Zwischenlager Biblischen dauern. Bundespolizisten sind bereits am Sonntagabend in Worms einquartiert worden, um den Transport entlang der Bahnstrecke zu sichern. Wann genau der Castor die Nibekungenstadt Richtung Biblis passieren wird, steht nicht fest, da unterwegs Störungen nicht ausgeschlossen werden können. In Bibis fand am Montag eine Mahnwache statt, weitere Proteste sollen folgen.
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