ARBEITSKREIS STADTTAUBE: Tauben bitte nicht füttern / Ehrenamtliche Helfer füttern Stadttauben gezielt und artgerecht
Für ein besseres Miteinander von Taube und Mensch
Dank artgerechter Fütterungen außerhalb der Innenstadt finden sich unter anderem am Siegfriedbrunnen weniger Stadttauben als früher ein. Ein Erfolg des Arbeitskreises Stadttaube. Archivfoto: Florian Helfert
Ehrenamtlich setzen sich die Mitglieder des Arbeitskreises Stadttaube dafür ein, das Leben der einstigen Haustiere und das Zusammenleben von Mensch und Taube möglichst verträglich zu gestalten.
Hierfür genehmigte das Ordnungsamt dem Arbeitskreis im vergangenen Jahr, die Stadttauben an zwei fest ausgewiesenen Stellen füttern zu dürfen. Seitdem werden sie artgerecht und gesund ernährt, so dass ihr Kot dunkel und fest wird. Grünlich-breiiger Durchfall, welcher u.a. Denkmäler und Anlagen verschmutzt, entsteht, wenn sie stattdessen etwa Brezeln, Brotkrümel oder Pommes als Notbehelf gegen den Hunger aufpicken müssen.
Das artgerechte Füttern an zwei festen Standorten außerhalb der Innenstadt vermindert also Taubenschmutz und leitet die Tauben erfolgreich aus dem Zentrum heraus – über ein andernorts einfach attraktiveres Nahrungsangebot. Dadurch konzentriert sich das Taubenvorkommen auf zwei Plätze außerhalb der Innenstadt. Wer dennoch privat Tauben füttert, sogar artgerecht, handelt folglich kontraproduktiv.
Vorstufe für Taubenhäuser
Artgerechte Fütterung ist eine Vorstufe zu den in vielen Städten bereits unverzichtbar gewordenen, betreuten Taubenhäusern. Dort können gelegte Eier gegen Gipseier ausgetauscht werden. Sprich: Schonend und tierschutzgerecht kann die Population reduziert werden. Jedes nicht geschlüpfte Küken entgeht dem Elend auf der Straße.
Stadttauben sind keine Wildtiere, sie sind heimatlose, verwilderte Haustiere. In betreuten Taubenschlägen finden sie ein Zuhause mit dem Haupteffekt, dass deren Suche nach Unterschlupf auf Dachböden, Hinterhöfen, Balkonen und anderswo weitgehend überflüssig wird. Natürlich werden sich nicht alle Tauben für ein Taubenhaus entscheiden, einige werden weiterhin wild nisten und brüten.
Die ehrenamtlichen Betreuer der Stadttauben werden auch hier, wie bereits jetzt ohne Taubenschläge praktiziert, einen Eiertausch vornehmen, der aber im Vergleich zu Taubenhäusern mit sehr viel mehr Tauben an einem Ort weniger effizient ist.
Hotline für Fragen und Hinweise
Wenn verletzte oder kranke Tauben sowie hilflose Jungtiere gefunden werden, bittet der Arbeitskreis sich unter Telefon 01520/8915688 oder per E-Mail an stadttaubeworms@gmx.de an ihn zu wenden. Hier sollen auch Taubennester auf Balkonen, Dachböden oder anderswo gemeldet werden. Diese bitte nicht selbst ausräumen oder entfernen, sondern den Taubenfachleuten überlassen!
Die angegebenen Kontaktdaten sind auch für Personen gedacht, die den Arbeitskreis durch ehrenamtliche Mitarbeit oder durch Geld- und Sachspenden unterstützen möchten – oder einfach nur Fragen zum Taubengeschehen haben.