Di., 07. Januar 2020, 15:25 Uhr
Malteser Demenzlotsen: Projekt der Malteser Worms / Schirmherr Oberbürgermeister Kessel
Für mehr Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe
Die Malteser laden am Mittwoch, dem 29.Januar, alle Wormser Unternehmen ein, um ihr neues Projekt „Demenzlotsen“ vorzustellen. Los geht es um 17 Uhr im Rathaus, Ratssaal. Um Anmeldung wird gebeten.
Demenzlotsen sind von den Maltesern geschulte Mitarbeiter mit Kundenkontakt, die Anzeichen von demenziellem Verhalten erkennen und adäquat damit umgehen können. Schirmherr des Projekts ist Oberbürgermeister Adolf Kessel. Kooperationspartner sind die Stadt Worms und die Arbeitsgemeinschaft Gerontopsychiatrie
„Gemeinsam mit den Unternehmen möchten wir Erkrankten und auch deren Angehörigen den Alltag erleichtern und verhindern, dass sie sich aus der Gesellschaft zurückziehen und sich ausgeschlossen fühlen“, erklärt Daniela Herda, Leiterin des Malteser Demenzdienstes, den Hintergrund des Projekts. Und Oberbürgermeister Adolf Kessel ergänzt: „Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Menschen mit Demenzerkrankungen ein Leben und Altern in Würde zu ermöglichen. Wir – die politisch Verantwortlichen – müssen für gute Rahmenbedingungen eintreten. In Mainz sind wir mit einer Vielzahl von vernetzten Beratungs- und Unterstützungsangeboten bereits auf einem guten Weg.“
Zweite Stadt in Rheinland-Pfalz
Worms ist nach sieben Städten in Hessen die zweite Stadt in Rheinland-Pfalz, die das mit dem 3. Platz beim Hessischen Demographie-Preis 2017 ausgezeichnete Demenzlotsen-Projekt auf den Weg bringt.
Denn Situationen, wie folgend beschrieben, sind längst auch in Worms und Umgebung keine Seltenheit mehr, sondern vielmehr Teil des Alltags: Kunden, die vergessen zu bezahlen, die nicht wissen, was sie kaufen wollten, kein Geld dabeihaben und damit die restliche Kundschaft verärgern.
„Wir haben bereits Dienstleistungsunternehmen, Apotheken, Ärzte und Einzelhändler kontaktiert und dafür geworben, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schulen zu lassen“, so Daniela Herda von den Maltesern in Worms. „Dahinter steckt die Idee, dass es in jedem Geschäft, den Bankfilialen und den Behörden – also überall dort, wo auch Demenzkranke im Alltag hingehen – einen Ansprechpartner gibt, der weiß, wie man adäquat mit betroffenen Menschen umgeht“, erklärt Sabine Steffens von der Arbeitsgemeinschaft Gerontopsychiatrie, dass das Projekt ebenfalls unterstützt.
Unternehmen gesucht
Denn für Menschen mit Demenz sei es gerade im Anfangsstadium der Krankheit äußerst wichtig, tägliche Routinen weiter zu führen. „Es hilft, wenn sie alte Gewohnheiten so lange wie möglich beibehalten können und man ihnen ermöglicht, diese in einem strukturierten Tagesablauf mit einzubeziehen. Zum Beispiel morgens Brötchen holen, danach in die Apotheke gehen, nachmittags Kaffeetrinken in der Stadt und danach Einkäufe erledigen“, erklärt Malteserin Daniela Herda.
Nun werden Unternehmen gesucht, die Mitarbeiter zu Demenzlotsen schulen lassen und die Möglichkeit der Teilhabe von Menschen mit Demenz unterstützen.
Schulungstermine sind am 29. Januar, 12. Februar, 5. März.
Ansprechpartner für interessierte Unternehmen aus Worms und Umgebung ist Daniela Herda, Malteser Hilfsdienst, Telefon: 06241/8493112 und 0170/8537691
oder per E-Mail an Daniela.Herda@malteser.org