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22.54 Uhr | 15. Juni 2022
AUS DEM STADTRAT: Weg frei für „Domquartier" im Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ / Vorbereitendende Untersuchungen können beginnen / 90 Prozent Förderquote bestätigt

„Für Worms eine richtig bedeutende Sache“

Lageplan des „Domquartier“-Untersuchungsgebietes, der Bestandteil des Beschlusses für die Durchführung der vorbereitenden Untersuchungen ist. Grafik: Stadt Worms und tobe.STADT

Von Steffen Heumann | Auf Empfehlung des Bauausschusses votierte der Stadtrat am Mittwoch bei einer Enthaltung mit großer Mehrheit für das Plangebiet „Domquartier“ die Durchführung vorbereitender Untersuchungen gemäß § 141 BauGB, um Beurteilungsgrundlagen über die Notwendigkeit einer Sanierung, die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge sowie die anzustrebenden Ziele und die Durchführbarkeit einer Sanierung im Allgemeinen zu gewinnen. Das Untersuchungsgebiet umfasst ca. 18,7 Hektar in der Gemarkung Worms und wird wie folgt begrenzt: Stephansgasse (nördlicher Rand), Marktplatz (westlicher Rand), Hagenstraße bis zur Bürgerhofgasse (nördlicher Rand), Koehlstraße (südlicher Rand), Valckenbergstraße (östlicher Rand), Speyerer Straße (östlicher Rand), Hochstraße (südlicher Rand), Heiliger Sand (westlicher Rand), Andreasstraße zwischen Bahnhofstraße und Lutherring (nördlicher Rand), Lutherring (westlicher Rand).

Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept

Nach der Zustimmung des Stadtrates am 7. Juli 2021 hat die Verwaltung die Bewerbungsunterlagen für das Städtebauförderprojekt „Domquartier“ bei der Aufsichts- und Dienstleitungsdirektion (ADD), Außenstelle Neustadt eingereicht. Mit Schreiben vom 31. August 2021 hat das Innenministerium die Aufnahme des „Domquartiers“ ab dem Programmjahr 2021 in das Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ mit einer Förderquote von 90 Prozent bestätigt. Als erster Schritt ist nun ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept mit vorbereitenden Untersuchungen zu erstellen, um möglichst frühzeitig detaillierte Beurteilungskriterien darüber zu gewinnen, welche sozialen und städtebaulichen Missstände vorliegen, ob die Voraussetzungen eines förmlichen Sanierungsverfahrens nach dem Baugesetzbuch gegeben sind und ob ein solches Verfahren rechtlich, tatsächlich und finanziell durchführbar ist.

Vorläufige Ziele definiert

Als vorläufige Ziele und Zwecke der städtebaulichen Entwicklung werden die städtebauliche Entwicklung des Untersuchungsgebietes, die Behebung struktureller und funktionaler Mängel sowie die Unterstützung von privaten Investitionen bestimmt. Die Stadtverwaltung wird für die Durchführung der vorbereitenden Untersuchungen auf die Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer, Mieter, Pächter und anderer Nutzungsberechtigter im Untersuchungsbereich hinwirken sowie Vorschläge zur beabsichtigten städtebaulichen Entwicklung entgegennehmen. Mit der Erstellung des ISEK und der Durchführung der vorbereitenden Untersuchungen hat die Stadt Worms das Büro Rittmannsperger Architekten GmbH in Darmstadt beauftragt.

Breite Bürgerbeteiligung – bestmögliche Umsetzung

Steffen Landskron, FWG-Bürgerforum, hofft auf eine breite Bürgerbeteiligung bei der bestmöglichen Umsetzung der Pläne für das „Domquartier“. Auch deshalb, weil das rund 19 Hektar große Areal von den meisten touristischen Attraktionen in der Stadt gesäumt sei. Katharina Schmitz, Bündnis 90/Die Grünen, wünscht sich, dass die Stadt auch „morgen und übermorgen noch von dem Einfluss der Politik profitiert“. „Für Worms ist das eine richtig bedeutende Sache“, so Hans-Peter Weiler, CDU. Dass die Stadt die Umsetzung nicht aus eigenen Mitteln stemmen könne, liege auf der Hand. Was private Investoren entwickeln wollen, gelte es daher zu prüfen. Dennoch glaube er an eine Erfolgsgeschichte. „Ein kleiner Schritt in einem Riesen-Projekt“, zeigte sich Dirk Beyer, SPD, ebenfalls zuversichtlich. Erste Zeichen, dass man schnell vorankommen könne, gäbe es. Interesse von privater Seite im Planungsgebiet aktiv zu werden, sei vorhanden. Richard Grünewald, Bündnis 90/Die Grünen, mahnte, nicht alle Flächen, die sich im öffentlichen Besitz befinden, aus der Hand zu geben und bei Entscheidungen das Nachsehen zu haben. „Das beauftragte Büro hat in der Vergangenheit bereits gute Arbeit geleistet“, konstatierte Grünewald abschließend.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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