„Tag der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit“ lockte am Samstag mit Kaffeeausschank, Bleistiftverkauf und dem 1. Wormser Zeitschriftenflohmarkt auf den Obermarkt
Für eine bessere und gerechtere Welt
Der kleinen Emma sieht man an, wie schwer der Wassereimer ist. Ihr Bruder Toni ist natürlicher etwas kräftiger. Zur Belohnung gab es für die Beiden, wie für alle teilnehmenden Kinder auch, ein UNICEF-Einwegtattoo. Foto: Robert Lehr
VON ROBERT LEHR Gisela Horst war zufrieden. Von den Unmengen Zeitschriften, die sie gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen des „Weltladens“ zum 1. Wormser Zeitschriftenflohmarkt am Samstag auf den Wormser Obermarkt herangeschafft hatten, wurden zahlreiche von den vielen Passanten mitgenommen.
Anlass zu der Aktion war der „Tag der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit“ zu dem das Landesministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur gemeinsam mit dem „Aktionskreis Millenniumsziele“ zur lokaler Gruppen Beteiligung aufgerufen hatten. Hintergrund sind die, besonders in Rheinland-Pfalz gepflegten, Südpartnerschaften für eine bessere und gerechtere Welt.
Organisiert wurde die hiesige Veranstaltung vom ehrenamtlichen Team des „Weltladens Worms“ und von der Stadtverwaltung mit Ulrich Vollbracht vom Bereich 7- Stadtentwicklung. Auch die Wormser Arbeitsgruppe von UNICEF Gruppe Worms sowie Vision Tansania e.V. hatten sich beteiligt.
Für die kleinen Besucher hatte die Jugendabteilung des SV Horchheim ein Torwandschießen mit fair gehandelten Bällen organisiert. Vor allem am Vormittag war Einiges los in der Wormser Innenstadt, während am Nachmittag der Regen drohte. Allerdings, so SV-Trainerin Annett Böttner, seien nur wenige Kinder auf dem Obermarkt gewesen, weswegen ihre Torwand relativ verwaist wirkte.
Ihr 7-jähriger Sohn Toni und seine 4-jährige Schwester Emma meisterten derweil am UNICEF-Stand ihren Wassertrage-Parcour. Mit ihm soll auf den Umstand hingewiesen werden, dass in Pakistan kleine Jungen und in Afrika hauptsächlich Mädchen teilweise über Kilometer hinweg frisches Wasser zu ihren Familien herantragen müssen, so Charlotte Werth, eine der Aktiven bei der Wormser Arbeitsgruppe. Anderen Stand wurde über verschiedene Projekte in Afrika mit dem Schwerpunkt der lokalen Wasserversorgung im Rahmen der großen UNICEF-Aktion „Wasser wirkt“ informiert.
Unterstützt wurden die Wormser Aktivisten der Kinderhilfsorganisation von Lisa Provo, Basel Halabi und Maximilian Düga von der UNICEF-Hochschulgruppe Kaiserslautern. Sie ist der Wormser Arbeitsgruppe angegliedert, wobei die Veranstaltung am Samstag für die drei Studenten ihre Premiere darstellte.
Von Titeln wie „Brigitte“, dem „Arte Journal“ bis zu „Geo“ reichte das Spektrum. Vor allem aber Fremdspachenzeitschriften wie „Ècoute“ oder „Adesso“ waren besonders begehrt. Diese Zeitschriften sind zwischenzeitlich so teuer, erklärt Werner Weiß, weswegen davon besonders viele mitgenommen worden seien. Dementsprechend füllte sich so auch die Spendenkasse zugunsten eines Alphabetisierungsprojekts für Frauen und Mädchen in Kamerun.
Großen Zuspruch fand auch der Ausschank von kostenlosem, fair gehandelten, Aha-Kaffee aus Tansania vor dem „Weltladen“. Dabei war es ein glücklicher Umstand, dass sich mit dem Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel und der Leiterin der örtlichen Volkshochschule, Agnes Denschlag, prominente Helfer beim Verteilen der kräftigen Kaffe-Komposition aus Arabica- und Robustabohnen eingefunden hatten.
Anne Dörrhöfer zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz. So seien neben Stammkunden auch zahlreiche Neugierige zum ersten Mal im Weltladen gewesen und hätten sich ebenso von der Qualität des Kaffees wie des gesamten Sortimentes sehr angetan gezeigt.