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  • Mi., 30. Oktober 2013, 08:15 Uhr
    OB Kissel unterzeichnet anlässlich der Demografiewoche Absichtserklärung für die Stadt Worms

    „Für eine zukunftsorientierte Entwicklung“

    Erstmals führt das Land Rheinland-Pfalz in diesem Jahr eine landesweite Demografiewoche durch. Auch in Worms findet in der Zeit von Sonntag, dem 27. Oktober bis Mittwoch, dem 6. November, eine Fülle von Veranstaltungen statt, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

    Im Hinblick auf die gesellschaftlichen Entwicklungen unterzeichnete Oberbürgermeister Michael Kissel nun eine Absichtserklärung „für eine zukunftsorientierte Entwicklung“. Damit verpflichtet sich die Stadt, dem demografischen Wandel mit einer Reihe von Maßnahmen entgegenzuwirken – im Wortlaut „Mit folgender Absichtserklärung verpflichtet sich die Stadt Worms, konzeptionelle Schwerpunkte zu setzen, um den Herausforderungen des demografischen Wandels Rechnung zu tragen“.

    Wie dem demografischen Wandel in Worms bereits heute begegnet wird, erläuterten Verwaltungsmitarbeiter anhand von Beispielen. Seit 2004 befasst sich die Stadt intensiv mit dem Thema. „Schließlich fiel der Entschluss, eine Enquete-Kommission einzusetzen, um verschiedene Maßnahmen zu erarbeiten“, erläuterte der OB. Unterstützt von der Bertelsmann-Stiftung konnten verschiedene Arbeitskreise ins Leben gerufen werden. „Eine wesentliches Ergebnis ist, dass wir uns in allen Bereichen auf eine älter werdende Gesellschaft einstellen müssen“, machte der Stadtchef deutlich.

    Soziale Infrastruktur weiterentwickeln
    Die Veränderung der Bevölkerungsstruktur erfordert etwa die Weiterentwicklung der sozialen Infrastruktur. Ein wichtiger Bestandteil dessen ist die Seniorenarbeit. Hierzu gehört seit mehr als 20 Jahren das kommunale Seniorenbüro, dessen Arbeit Brigitte Pritsch, Leiterin der Abteilung 5.07 – Bürgerservice-Büro im Rahmen der Unterzeichnung erläuterte. Das Seniorenbüro informiert und berät Ältere und deren Angehörige in allen Fragen rund um das Thema „Älterwerden“. Zugleich arbeitet es als städtische Koordinationsstelle für kommunale Altenhilfe eng mit Verbänden, Institutionen - insbesondere mit der freien Wohlfahrtspflege – Projekten und Netzwerken zusammen. Zudem ist das Seniorenbüro Geschäftsstelle der Regionalen Pflegekonferenz, einem landesgesetzlich initiierten Zusammenschluss aller Aktiven im Bereich der Gesundheit und Pflege. Darüber hinaus organisiert das Seniorenbüro verschiedenste Aktivitäten für Senioren, aber auch für Informationssuchende.

    Im Zentrum der Auseinandersetzung mit dem demografischen Wandel steht jedoch auch die Verbesserung der Kinderbetreuungsmöglichkeiten. „Das Betreuungsangebot konnte seit 2005 kontinuierlich ausgebaut werden“, so Pritsch.

    Auch Verwaltung vom demographischen Wandel betroffen
    Auch die Verwaltung selbst ist bereits jetzt vom demografischen Wandel betroffen: Im Jahre 2009 seien 50 Prozent der Mitarbeiter 46 Jahre oder älter gewesen, 2013 seien es bereits 58,6 Prozent, berichtete Klaus Kolb, Leiter der Abteilung 1.03 – Personal- und Organisationsmanagement. Bis 2022 sei mit einer Steigerung bis fast 400 Prozent zu rechnen. Deshalb hat die städtische Personalabteilung vier Säulen erarbeitet, mit denen sie dem demografischen Wandel begegnen will. Zum einen soll die Attraktivität der Stadt als Arbeitgeber erhöht werden, zum anderen soll die Unternehmenskultur verbessert werden. Dritte Säule ist die Personalentwicklung: Hier geht es vor allem darum, das Wissen der vielen aus dem Dienst ausscheidenden Mitarbeiter zu erhalten. Letzte Säule des Konzepts ist die Lebensphasen-orientierte Personalentwicklung, die vorsieht, dass die unterschiedlichen Lebensphasen der Mitarbeiter künftig stärker berücksichtigt werden sollen.

    Derzeit können die Bevölkerungszahlen nur durch Zuwanderung – aus anderen Regionen oder aus dem Ausland – stabil gehalten werden. Deshalb möchte die Stadt mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung auch Offenheit und Toleranz fördern, denn ein wesentliches Instrument in Zeiten des demografischen Wandels ist die interkulturelle Öffnung. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in unserer Bevölkerung steigt kontinuierlich an, in Worms liegt er inzwischen bei 30 Prozent“, so der OB. Die Stadt Worms beschäftigt mit Sabine Müller und Elisabeth Gransche zwei Beauftragte für Migration und Integration. „Wir müssen als Stadt attraktiv sein für Migranten“, betonte Gransche. Die Stadt Worms hat inzwischen, unterstützt von Landesfördermitteln, für 140 Mitarbeiter neun interkulturelle Schulungen angeboten.

    Bildung, Partizipation und Arbeit
    Bildung, Partizipation und Arbeit seien die drei Säulen der Integration, erläuterte Müller. Migranten sollen deshalb mit Betrieben zusammengebracht werden, denn dort steigt der Bedarf an Fachkräften. Um junge Migranten für den deutschen Arbeitsmarkt zu begeistern, führte die Migrations- und Integrationsstelle erfolgreich zwei Informationsveranstaltungen durch. Auch Unternehmer mit Migrationshintergrund sollen verstärkt unterstützt und gefördert werden. Inzwischen besteht für sie die Möglichkeit, den Ausbilderschein („AdA-Schein“) in Abendlehrgängen zu erwerben.

     

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