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  • Mi., 03. März 2021, 19:34 Uhr
    WORMS: Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler besucht Impfzentrum / Lob für hervorragende Arbeit vor Ort / Kluft zwischen Realität und Möglichkeiten

    Ganz einfach: „Wir brauchen nur mehr Impfstoff!“

    Daumen hoch hieß es für Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler nicht nur im Bezug auf die tolle Arbeit, die das Team im Wormser Impfzentrum leistet. Anerkennende Worte gab es auch für eine Bürgerin, die gerade ihren Impftermin wahrgenommen hat und mit der Aufregung zu kämpfen hatte. Foto: Steffen Heumann


    VON STEFFEN HEUMANN | Auf Initiative des Wormser SPD-Landtagsabgeordneten Jens Guth stattete Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler nach Mainz und Polch am Mitwochmittag in Worms dem dritten Impfzentrum im Land einen Besuch ab. Impfkoordinator Dieter Hermann gewährte beim Rundgang interessante Einblick in den Ablauf und informierte auch OB Adolf Kessel und die Landtagsabgeordnete Stephanie Lohr (CDU) über die Arbeit eines hochmotivierten und engagierten Helferteams, die nur dadurch konterkariert wird, dass es einfach zu wenig Impfstoff gibt.

    1.000 Impfungen plus „X“ wären in zwei Schichten in Worms täglich machbar. Um der Corona-Pandemie so schnell wie möglich den Garaus machen zu können, würden die 35 Ärzte und zahlreichen Helfer gerne Überstunden leisten und sogar an den Wochenenden Termine vereinbaren. „Wir ziehen alle an einem Strang und arbeiten hervorragend zusammen“, beschreibt Dieter Hermann das funktionierende Netzwerk. Seit 15. Dezember sei man in der Nikolaus-Doerr-Halle startklar und habe schnell bestmögliche Lösungen für die zu bewältigenden Aufgaben gefunden. Dann aber herrschte Stillstand bis zum 27. Dezember, weil kein Impfstoff zur Verfügung gestellt werden konnte. Beim Gespräch in der hauseigenen Apotheke wird schnell klar, wie groß die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft.

    Der Vorrat mit den Fläschen und dem begehrten Inhalt ist endlich. Ob AstraZeneca oder Biontec/Pfizer geimpft wird, entscheidet abgesehen von der Verfügbarkeit im Moment noch das Alter – dass aktuell auch bei Älteren ein höherer Wirkungsgrad erzielt werden kann, würde weitere Perspektiven bieten. „Es gibt keine ungenutzte Impfdose“, betont Hermann, der bedauert, dass aus Sicherheitsgründen wegen einer defekten Spritze und einer fehlenden Nadel zwei Injektionen nicht verabreicht werden konnten. Mit einer Impfquote von 3,4 Prozent sei Rheinland-Pfalz im Bundesvergleich Spitzenreiter, wie die Ministerin betonte. Gleichwohl hat Sabine Bätzing-Lichtenthäler mit Blick auf das, was auch im Wormser Impfzentrum möglich wäre, Grund zum Kopfschütteln.

    Vor allem deshalb, weil die Pläne festgezurrt sind, und die älteren Mitbürger alle die Zweitimpfung erhalten haben, wann die pflegenden Angehörigen geimpft sein werden, die sich ab Samstag registrieren lassen können, um eine Impftermin zu vereinbaren. Dann in der nächsten Stufe die chronisch Kranken und Kontaktpersonen von Schwangeren. Die mobilen Dienste, die mittels Hausbesuchen Patienten impfen sind in der Testphase. Ende März wolle man da in die Fläche gehen, erklärte die Ministerin. Und konzeptionell sei man sich auch darüber einig, dass Impfungen ab April auch bei niedergelassen Ärzten durchgeführt werden. „Nur in der Priorisierungsfrage und bei der Vergütung besteht noch Klärungsbedarf“, fügte Bätzing-Lichtenthäler an.

    Mehr über den Worms-Besuch der Gesundheitsministerin lesen Sie in der NK-Ausgabe am Samstag

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