Die öffentliche Diskussion um den Garagenpark in der Klosterstraße nehmen die Wormser Grünen zum Anlass, die zukünftige Entwicklung von Gewerbeflächen stärker in den politischen Fokus zu rücken, so eine Pressemitteilung der Partei vom Donnerstag.
Für die kommende Sitzung des Bau- und Mobilitätsausschusses am 22. Oktober haben sie demnach einen Antrag zur strategischen Gewerbeflächenentwicklung eingereicht. Ergänzend solle eine Anfrage zum Garagenpark Klosterstraße klären, welche städtebaulichen Handlungsmöglichkeiten der Stadt bei vergleichbaren Vorhaben zur Verfügung stehe.
Auf einer rund 7.500 Quadratmeter großen Fläche in der Klosterstraße entstünden laut der PM derzeit 120 Garagen. Die Grünen möchten die planungsrechtlichen Hintergründe und die bisherigen Handlungsmöglichkeiten der Stadt besser nachvollziehen können. Dabei ginge es ausdrücklich nicht darum, eine erteilte Baugenehmigung nachträglich infrage zu stellen oder Verantwortlichkeiten zu suchen.
„Der Garagenpark in der Klosterstraße wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie wollen wir unsere begrenzten Gewerbeflächen in Worms künftig nutzen? Wir brauchen Flächen für Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen und unsere Stadt wirtschaftlich stärken. Deshalb wollen wir nicht nur einzelne Bauvorhaben betrachten, sondern eine klare Strategie entwickeln, wie wir die vorhandenen Gewerbeflächen langfristig sinnvoll nutzen können“, erklärt Anna Biegler, Fraktionsvorsitzende der Grünen und Mitglied im Bau- und Mobilitätsausschuss.
Mit ihrem Antrag zur Gewerbeflächenentwicklung wollen die Grünen deshalb einen Schritt weitergehen. Vorhandene Informationen über unbebaute, brachliegende und untergenutzte Gewerbeflächen sollen zusammengeführt und für ein digitales Gewerbeflächenkataster genutzt werden. Darauf aufbauend solle ein städtebauliches Entwicklungskonzept entstehen, das qualifizierte Arbeitsplätze, die Stärkung bestehender Unternehmen und den Klimaschutz gleichermaßen berücksichtige.
„Worms verfügt bereits über zahlreiche Planungsgrundlagen. Wir müssen also nicht bei null anfangen, sondern vorhandene Informationen besser miteinander verknüpfen und daraus eine klare Perspektive entwickeln. Unser Ziel ist es, wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen, ohne immer neue Flächen in Anspruch zu nehmen“, betont Tobias Dämgen, Stadtratsmitglied der Grünen und ebenfalls Mitglied im Bau- und Mobilitätsausschuss.
Gerade vor dem Hintergrund begrenzter Flächenreserven sei es wichtig, die Potenziale bestehender Gewerbeflächen besser auszuschöpfen und die Interessen ansässiger Unternehmen frühzeitig zu berücksichtigen. Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung müssten dabei gemeinsam gedacht werden, fordert Dämgen.
„Wir möchten, dass die Politik rechtzeitig die Leitplanken für die Stadtentwicklung setzt, statt erst über einzelne Vorhaben zu diskutieren, wenn die Entscheidungen längst gefallen sind. Dafür brauchen wir eine verlässliche Grundlage und klare städtebauliche Ziele“, so Dämgen abschließend.
Der Antrag zur Gewerbeflächenentwicklung soll zunächst im Bau- und Mobilitätsausschuss beraten werden. Anschließend sei eine Beschlussfassung im Stadtrat vorgesehen. Die Anfrage zum Garagenpark Klosterstraße werde laut der Grünen aufgrund des konkreten privaten Bauvorhabens im nicht öffentlichen Teil behandelt.
Beitrag aus der Rubrik