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  • Mo., 04. März 2024, 11:12 Uhr
    BUND und beso e.V.: Kleinbiotope bei Aktionstag am Abenteuergarten angelegt

    Gartenschläfer schützen



    Die freiwilligen Helfer schichteten Steinhaufen auf und pflanzten heimische Wildsträucher und Obstbäume.


    Die Gartenschläfer kamen einst überall in Europa zahlreich vor. Heute zählt der zu den Bilchen gehörende Kleinsäuger zu den bedrohten Tierarten. In Rheinland-Pfalz gibt es noch große Bestände, so auch in Worms, die es zu schützen gilt. Dieses Ziel verfolgt die BUND-Aktion „Der Gartenschläfer - Zorro braucht Hilfe". Im Rahmen dessen legte der BUND gemeinsam mit beso e.V., Verein für Bewegung, Soziales Lernen & Umwelt, am vergangenen Samstag verschiedene Kleinbiotope an. 25 freiwillige Helfer des Vereins beso, der BUND-Kreisgruppe und der Gruppe Wormser for Future pflanzten über 50 heimische Wildsträucher und drei Obstbäume als Nahrungspflanzen. Außerdem wurden vier Tonnen Steine zu einem Steinhaufen aufgeschichtet.


    Naturnahe Gärten mit heimischen Wildpflanzen


    Nach getaner Arbeit erläuterte Julia Dreyer, Projektleiterin beim BUND Rheinland-Pfalz, die Hintergründe der Aktion: „Die Schlafmaus ernährt sich von Früchten sowie Insekten, Würmer und Schnecken. Daher fühlt sich der kleine Bilch in naturnahen Gärten mit vielen heimischen Wildpflanzen wie Schlehe, Brombeeren oder Haselnuss am wohlsten. Außerdem braucht der nachtaktive Schläfer Versteckmöglichkeiten wie Stein- oder Totholzhaufen, in denen er den Tag verbringt und sicher vor Katzen und Raubvögeln ist.“


    Michael Leukam, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Worms, der die Aktion in Worms geplant hatte, warb dafür, auch im eigenen Garten etwas für die kleine Schlafmaus zu tun. „Heimische Wildsträucher, blühende Wiesen und wilde Ecken mit Steinen und Totholz bilden das perfekte Umfeld für die Gartenschläfer. Und natürlich sollten Gifte im Garten ein absolutes Tabu sein.“ Zum Schluss überreichte Julia Dreyer noch zwei Schläferkästen an Eva Wirth-Kundel, Vorsitzende von beso e.V. In diesen Kästen verstecken sich die Gartenschläfer tagsüber und in milden Regionen polstern sie den Kasten mit Moos aus und verbringen ihren Winterschlaf darin.

     

    Hintergrund „Spurensuche Gartenschläfer“


    Der Gartenschläfer hat in den letzten 30 Jahren etwa die Hälfte seines Verbreitungsgebiets eingebüßt und steht hierzulande auf der Roten Liste. Das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ startete im Jahr 2018. Im Rahmen eines Forschungsprojektes untersuchten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung drei Jahre lang die Ursachen für das Artensterben. Vor allem das Verschwinden natürlicher Lebensräume und der Einsatz von Giften setzen dem Gartenschläfer zu. Deshalb unterstützt das Projekt, die Anlage neuer oder die Verbesserung bestehender Lebensräume. Gefördert wird die „Spurensuche Gartenschläfer“ auf Bundesebene durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. In Rheinland-Pfalz unterstützt auch die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz das Projekt mit Mitteln der GlücksSpirale.

     

    Wer mehr über den Gartenschlfer erfahren möchte, kann sich in der arte-Mediathek die Dokumentation „SoKo Gartenschläfer“ anschauen. Zwei Jahre lang begleitete ein Filmteam die Forscher und Naturschützer auf ihrer Spurensuche nach den Ursachen für das Verschwinden der Gartenschläfer – von nächtlichen Begegnungen in einem Mainzer Garten bis zum genetischen Fingerabdruck im Labor.

     

    Weitere Informationen

     www.bund-rlp.de/gartenschlaefer

     www.gartenschlaefer.de

    www.bfn.de

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