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Mo., 11. Oktober 2021, 11:27 Uhr
FUSSBALL OBERLIGA RHEINLAND-PFALZ/SAAR: „Not-Elf“ der TSG Pfeddersheim unterliegt SV Röchling Völklingen mit 0:2 (0:1)
Gebeutelt. Gekämpft. Geschlagen.
Waaris Bhatti musste wegen der Personalnot der TSG Pfeddersheim auf der ungewohnten Innenverteidiger-Position ran. Der quirlige TSG-Mittelfeldspieler machte seine Sache gut und sorgte auch dafür, dass die Niederlage gegen SV Röchling Völklingen knapp ausfiel. Foto: Felix Diehl
VON JÜRGEN JAAP | Tim Schwartz (SV Röchling Völklingen) und Daniel Wilde (TSG Pfeddersheim) sprachen nachher unisono von „einem verdienten Sieg“ der Gäste. Zuvor sahen beide Trainer ein Fußballspiel der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, dass es in dieser Konstellation im Uwe-Becker-Stadion der TSG Pfeddersheim so wohl nie mehr geben wird.
Sechs Teenager im TSG-Kader
Zunächst begann der Kick wegen einer Sperrung der Autobahn A6 mit einer Viertelstunde Verspätung. Daniel Wilde stellte ob des Ausfalls von 14 Oberliga-Spielern wegen Verletzungen und Erkrankungen eine aus der Personalnot heraus mit sechs Teenagern und einem Routinier (Mikheili Kopaliani) aus der TSG-Bezirksliga-Truppe gespickte Mannschaft auf. Vier TSG-Nachwuchsspieler sammelten reichliche Oberliga-Minuten. Die gestandenen Oberliga-Fußballer aus dem Saarland sammelten beim 2:0 (1:0)-Erfolg „drei in unserer Situation nach dem Fehlstart in die Saison wichtige Punkte“, wie Tim Schwartz konstatierte. Pfeddersheim verkaufte seine Haut in Anbetracht der Voraussetzungen so teuer wie möglich. Alles nachvollziehbar – und doch irgendwie so irreal auf die 200 Zuschauer des Kicks wirkend.
Handelfmeter bringt Völklingen die Führung
„Wir mussten komplett umbauen“, reihte Daniel Wilde aus dem Mittelfeld Waaris Bhatti in der Innenverteidigung und Stürmer Melchisedec Yeboah auf der linken Außenverteidiger-Position in der Fünferkette der TSG ein. Pfeddersheim stand tief, Völklingen lief an. Außer einem Ecken-Festival, aus dem die Saarländer aber wenig Profit schlugen, gab’s kaum Nennenswertes. Die körperlich robusten Gäste bedurften schon eines zweifelhaften Handelfmeters, um in Führung zu gehen. Schiedsrichter Vincent Hardt (TuS Nassovia Nassau) wertete eine Hereingabe des auffälligsten Völklinger Spielers Alexander Schmieden in den Strafraum an den am Körper angelegten Arm von Waaris Bhatti als Handspiel. Schmieden ließ Alexander Loch im TSG-Tor vom Elfmeterpunkt keine Chance (22.).
TSG mangelt es an Kreativität
Man hatte den Eindruck, als sei damit das Spiel bereits entschieden, denn Pfeddersheim fehlte es an Kreativität. Daniel Wilde: „Wir waren zwar durchaus bemüht, aber nach vorne viel zu harmlos.“ Wie auch? Das Mittelfeld mit Jan-Philipp Schünke, Fabio Schmidt und Mikheili Kopaliani konnte gegen abgeklärte Saarländer kaum einmal Akzente setzen. Und die Youngster Markus Schygulla, Fabian Kerth, Artur Ermilow und Maximilian Gumz „machten ihre Sache sehr ordentlich“ (Wilde), doch es fehlte verständlicherweise an Kaltschnäuzigkeit. Völklingen tat nach der Führung in einem schwachen Oberliga-Spiel ebenfalls nur das Nötigste, arbeitete sich aber dennoch den zweiten Treffer heraus. Adam Wolak eroberte dazu mit robustem Einsatz im Mittelfeld den Ball, chipte das Leder in den Strafraum auf Kevin Saks, der an Alexander Loch vorbei einnetzte (66.).
Pfeddersheim fehlt die Durchschlagskraft
Alles entschieden? Nicht wirklich. Dafür sorgte Adam Wolak mit einem Aussetzer. In einer hektischen Schlussphase mit vielen Fouls und gelben Karten bettelte der Röchling-Mittelfeldmann quasi um einen Platzverweis, als er erst Rouven Amos an der Seitenlinie böse umsäbelte, ehe es in den Nahkampf mit Waaris Bhatti ging (70.). In Überzahl kam die TSG tatsächlich durch Melchisedec Yeboah und den eingewechselten Vllaznim Dautaj auf Pass von Waaris Bhatti zur einzigen großen TSG-Chance (77.). „Wäre da der Anschluss geglückt, wer weiß …“, haderte Daniel Wilde. Positiv aus Sicht der gebeutelten Pfeddersheimer: Das junge Team kämpfte unverdrossen weiter, es fehlte jedoch unverkennbar die Durchschlagskraft, weshalb sich die TSG am Ende nicht unerwartet mit 0:2 geschlagen geben musste.