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  • Mi., 02. September 2015, 07:50 Uhr
    Am 1. September 1939 überschritt die deutsche Wehrmacht die Grenze zu Polen / Wormser Bündnis gegen Naziaufmärsche legt Kranz am Mahnmal nieder

    Gedenken an Beginn des 2. Weltkrieges

    Bernhard Elz (links) und Heiner Boegler legten einen Kranz nieder. Foto: Gernot Kirch


    VON GERNOT KIRCH "Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen!", dies ist wohl einer der bekanntesten deutschen Sätze. Ausgesprochen hat ihn Adolf Hitler am 1. September 1939. Damit begann der 2. Weltkrieg.  Die deutsche Wehrmacht überfiel Polen. Ein Jahr später erfolgte der deutschen Angriff auf Frankreich. Es sollte das größte Morden in der Geschichte werden. Insgesamt starben rund 60 Millionen Menschen. Alleine sechs Millionen Juden wurden von dem NS-Terrorregime um Adolf Hitler brutal ermordet. Die Wende im Krieg trat 1943 in Stalingrad und spätestens 1944 mit der Landung der Briten, Kanadier und Amerikaner in der französischen Normandie ein. Im April 1945 erreichte die Rote Armee, unter anderem bestehend aus Ukrainern, Georgiern und Russen, die Reichshauptstadt Berlin. Der 2. Weltkrieg endete für Deutschland mit der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945. In Asien wurde noch bis zum 2. September 1945 weitergekämpft, bis auch Japan kapitulierte.

    Gedenken am Mahnmal
    Der DGB Stadtverband Worms und das Bündnis gegen Naziaufmärsche erinnerte um 18.30 Uhr mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus am Lutherring den Kriegsbeginn im September 1939. Der Hauptredner war Heiner Boegler, der Sprecher des Bündnisses für Naziaufmärsche. In seiner Ansprache ging es weniger auf den 2. Weltkrieg ein, sondern thematisierte die aktuelle Gefahr durch rechte, faschistische Gruppierungen auch in Worms und Umgebung. Er forderte die Politik auf wachsam zu sein und nichts zu verharmlosen. Hier hob er Bundeskanzlerin Angela Merkel hervor, die angesichts der Angriff auf Flüchtlingsheim jetzt klar Worte gegenüber rechter Gesinnung gefunden habe. Den Abschluss der etwa einstündigen Veranstaltung bildete die Kranzniederlegung durch Heiner Boegler und Bernhard Elz (DGB).

    Lehren aus der Geschichte
    Die viel diskutierte Frage blieb auch am Dienstagabend jene, nach den Lehren, die die Menschen aus den schrecklichen Ereignissen von 1939 bis 1945 gezogen haben? Heiner Boegler mahnte diesbezüglich die braune Gefahr in Deutschland an, die nach wie vor existent sei. Aber die Fragestellung hat natürlich auch einen internationalen Aspekt, der am Dienstag vielerorts thematisiert wurde. Die Auseinandersetzung mit dem IS in Syrien und dem Irak sowie die daraus entstanden Flüchtlingsströme führen den Deutschen etwa täglich vor Augen, dass Krieg kein abstrakter Begriff, sondern in vielen Teilen der Welt reale Bedrohung ist. Und selbst in Europa scheint die Möglichkeit eines Krieges nicht mehr unvorstellbar, seit Russland bzw.  Putin begonnen hat, die Grenzen gewaltsam zu seinen Gunsten zu verändern. Die völkerrechtswidrige Annexion der Krim und die Unterstützung der Separatisten in der Ost-Ukraine durch Russland mit Waffen und Kämpfern haben vielen Bürgern hierzulande die Gefahr eines Krieges wieder drastisch vor Augen geführt.

    Ein Gedenken und Erinnern an den Kriegsausbruch am 1. September 1939 scheint daher nichts von seiner Aktualität verloren zu haben. Über 60 Millionen Tote, Soldaten und Zivilisten, sollten als Mahnung eigentlich ausreichen.

     

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