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  • Di., 08. September 2026, 10:00 Uhr
    NABU und BUND: Umweltverbände warnen vor einer Verunreinigung des Grundwassers bei der Erweiterung des Waschkieswerkes Hamm

    Gefährdung des Grundwassers droht

    Der Neunmorgensee in Hamm.
    Foto NABU Worms

    Derzeit läuft ein Planfeststellungsverfahren zur Erweiterung des Kiesabbaus im Waschkieswerk bei Hamm (Neunmorgensee). Im Rahmen des Verfahrens hatten die Naturschutzverbände NABU und BUND eine Stellungnahme hinsichtlich des Natur- und Umweltschutzes abgegeben. Nun kommt es am Donnerstag zu einem Erörterungstermin und anschließend entscheidet die SGD in diesem Verfahren, so eine gemeinsame  Pressemitteilung von NABU und BUND von Sonntag.

    Die Umweltverbände beurteilen in ihren Stellungnahmen die Erweiterung sehr kritisch. Sie befürchten die Beeinträchtigung eines angrenzenden Biotops, den Verlust wertvoller Ackerflächen und eine Absenkung des Grundwasserspiegels. Die größte Gefahr sehen Verbände jedoch in einer Gefährdung des Grundwassers. Im Planfeststellungsverfahren ist nämlich vorgesehen, dass die ausgekieste Fläche mit einer Million Tonnen Fremdmaterial aufgefüllt werden soll. Dies wäre für den hiesigen Naturraum ein absolutes Novum, so die Naturschutzverbände.

    Fremdmaterial wird abgelehnt

    „Nur eine Teilverfüllung mit vor Ort anfallendem, nicht brauchbarem Material zur Herstellung von Flachwasserzonen ist nachhaltig und wird von uns befürwortet“, erläutert NABU-Vorsitzender Matthias Bösl, „so können die offenen Wunden wieder geschlossen werden. Den Einbau von Fremdmaterial jedoch, das erst angeliefert werden soll, lehnen wir ab“.

    „Fremdmaterial“ oft mit Abfallcharakter

    „Man stelle sich vor, wie etwa 37.000 LKW-Ladungen Material aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet angeliefert und in Hamm in einem Trinkwasserschutzgebiet ins offene Grundwasser gekippt werden“, so der BUND-Vorsitzende Michael Leukam. Der aufzuschüttende Bereich reiche laut BUND bis zu zehn Meter tief in den Grundwasserleiter. Das einzubauende Material soll zwar beprobt werden, aber die vorgesehenen Parameter entsprechen nicht den Anforderungen des Trinkwasserschutzes. „Daher ist nicht auszuschließen, dass trinkwassergefährdende Substanzen mit diesem Fremdmaterial ins Grundwasser gelangen könnte. An Land könne man belastetes Material unter Umständen wieder entfernen, im Wasser ist das aber nicht mehr möglich“, warnt Leukam. Erfahrungen aus anderen Gebieten in Deutschland mit einer hohen Dichte an Nassauskiesungen (z. B. Weser- und Lippeaue) zeigten, dass das eingebaute „Fremdmaterial“ nicht selten eher Abfallcharakter hatte.

    „Erheblich gefährdete Ressource“

    Grundwasser stellt gerade in unserer Region eine erheblich gefährdete, vor allem in ihrer chemischen Qualität nicht regenerierbare natürliche Ressource dar. Es ist in der Praxis kaum zu gewährleisten, dass ausschließlich völlig unbelastetes Material eingebracht wird, warnen NABU und BUND. Sie wundern sich, dass dieses Thema scheinbar in der Öffentlichkeit nicht diskutiert oder wahrgenommen wird.

     

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