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Mo., 23. September 2013, 10:28 Uhr
Fraktionssprecher Dr. Klaus Karlin: CDU bringt Änderungsantrag ein in Stadtrat / MdL Adolf Kessel: Land darf sich nicht der Verantwortung bei Übergang von Schule und Beruf entziehen
Gegen Stellenstreichung von Job-Lotsen und bei Schulsozialarbeit
Der CDU-Fraktionssprecher im Stadtrat, Dr. Klaus Karlin spricht sich gegen die Stellenstreichung von Job-Lotsen und bei der Schulsozialarbeit aus und sieht die Wormser Stadtverwaltung auf dem falschen Weg: Hilfe zur Selbsthilfe und Unterstützung auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben ist das Ziel der durch den Staat gewährten sozialen Leistungen. Der weitaus größte Teil der etwa 140 Millionen Euro, die in Worms für den sozialen Bereich ausgegeben werden, dienen der finanziellen Unterstützung. Nur ein verschwindend geringer Teil wird in die Unterstützung zur Überwindung von Arbeitslosigkeit und Armut investiert.
Umso fragwürdiger ist es, wenn die Stadtverwaltung nunmehr an eben dieser entscheidenden Stelle Kürzungen vornimmt, obgleich sie selbst erklärt hat, dass jeder präventiv (also zur Vermeidung von Sozialhilfe) eingesetzte Euro sich letztlich zehnfach rechnet, also später nicht ausgegeben werden muss.
Anstoß durch RÜM-Projekt
Die Bundesregierung hat durch das sogenannte RÜM-Projekt (Regionales Übergangs-Management) den Anstoß gegeben, in Prävention zu investieren. Über dieses Projekt sind in Worms im Bereich der Schulsozialarbeit einige Mitarbeiter eingesetzt, die nach Mitteilung der Schulen hervorragende Arbeit leisten. Das gilt auch für die sogenannten „Jobfüchse“. Ziel ist jeweils, Jugendliche bei der Suche nach geeigneten Ausbildungsplätzen sowie im Vorfeld bei der Suche nach dem für den Jugendlichen nach seinen Neigungen und Interessen geeignete Stelle zu unterstützen. Dies vermeidet „Ehrenrunden“ ebenso wie Frust durch Ausbildungsabbruch.
Die Verwaltung schlägt nun für den Fall, dass keine Landesförderung erfolgt, vor, zwei Stellen in diesem Bereich vollständig zu streichen. Dies ist für die CDU-Fraktion keine Antwort auf die drängenden Probleme in der Schule und insbesondere im Übergang von Schule zu Beruf. So stimmt die CDU-Fraktion der Verwaltung zu wenn sie jede Unterstützung von Bund und Land engagiert und entschlossen nutzt. Stellenstreichungen, insbesondere das Streichen der derzeit in der Nelly-Sachs-IGS durch einen Job-Lotsen im Bereich Übergang Schule-Beruf bestehenden Stelle können aber hier nicht mitgetragen werden. An dieser Stelle der Bildung und Ausbildung der Kinder werden auch Lebensschicksale von Jugendlichen entschieden. Die CDU wird daher im Stadtrat den notwendigen Änderungsantrag einbringen.
Kessel: Verlässliche Unterstützung der Wormser Schulen
Adolf Kessel, CDU-Landtagsabgeordneter und Fraktionsmitglied im Stadtrat, stellt klar: „Die CDU-Fraktion tritt für eine nachhaltige, seriöse und verlässliche Unterstützung der Wormser Schulen am Nahtpunkt des Überganges von Schule und Beruf ein. Dies muss so lange gelten, wie das Land sich hier seiner entsprechenden Verantwortung entzieht“.
Kessel weiter: Durch den Lehrplan sind Schülerinnen und Schüler auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten und für eine Ausbildung fit zu machen. Auch und gerade das ist Aufgabe von Schule. Wird der übliche Unterricht dieser entscheidenden Aufgabe nicht gerecht, muss es Aufgabe des Landes bleiben, hier die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, die Schülerinnen und Schüler auf dieses entscheidende Schulziel durch andere Maßnahmen vorzubereiten. Das Zusammenführen von Schularten kostet zwar aufgrund anderer Raumanforderungen alleine in Worms mehrere Millionen Euro, führt bei der eigentlichen Problematik aber keinen Schritt weiter.