
Von Vera Beiersdörfer "Du hast das Bild ja doch ersteigert", strahlte Sabine Kurtz als sie gestern Abend mit Ehemann Thomas und Sohn Simon den Nibelungen Kurier betrat. Als der NK im Januar zur Online-Auktion für das Dom-Graffiti aufgerufen hatte, war Sabine sofort hin und weg: "Ich wollte das Bild unbedingt haben". Thomas, den das Kunstwerk des Sprayers Daniel Ferino ebenfalls begeisterte, willigte damals ein, bis zu 500 Euro dafür zu bieten. Als die Gebote das gesetzte Limit jedoch überstiegen, war für Sabine eigentlich klar, dass sie nicht die neue Besitzerin des grün-schwarzen Hinguckers werden würde. Als Thomas seine Familie am Montag bat, sich schick zu machen, ahnten weder der elfjährige Simon noch Mama Sabine, wohin es am Vorabend des Valentinstages gehen würde. In der Annahme, man besuche vielleicht ein Restaurant, stiegen die beiden gespannt in Thomas Wagen. "Als mein Mann schließlich in der Prinz-Carl-Anlage parkte, fiel bei mir der Groschen", so Sabine. Die vorgezogene Valentinstags-Überraschung ist ihrem Ehemann absolut geglückt.
Doppelter Dom-Blick
Im Gespräch mit Daniel Ferino, der ebenfalls zur Übergabe seines Kunstwerkes gekommen war, berichtete Familie Kurtz, dass sie riesige Worms-Fans sind. Thomas ist gebürtiger Wormser und daher von Haus aus der Nibelungenstadt zugetan. Sabine hingegen zog erst der Liebe wegen von Frankenthal nach Worms. "Heutzutage bin ich Wormserin mit Herzblut! Daher wollte ich das Bild auch so gern für unser Wohnzimmer haben", berichtete sie noch immer sichtlich glücklich. In ihrer Altbau-Wohnung am Kaiser-Heinrich-Platz hat Familie Kurtz ein wunderbares Dom-Panorama, das nun durch Daniels Graffiti zusätzlich unterstrichen wird. "Jetzt haben wir den doppelten Dom-Blick", freuten sich die neuen Besitzer der 1x1,50 Meter großen Leinwand. Ihr altes Mohnblumen-Bild über dem Sofa muss weichen und wird seinen neuen Platz im Büro finden. Auf die Frage, warum Thomas letztlich doch seine selbst gezogene Grenze überboten hatte, erklärte er, dass er Sabine zum Valentinstag gern eine Freude bereiten wollte: "Zum anderen haben die 55 Euro mehr nicht wehgetan, da der Auktionserlös ja schließlich für einen guten Zweck bestimmt ist". Die Wormser Kinderklinik erhält auf Wunsch des Künstlers das Höchstgebot von 555 Euro. "Unser Sohn hat direkt nach seiner Geburt auf der Intensivstation des Klinikums gelegen, wir waren damals heilfroh, dass er und auch wir so gut betreut wurden", so Sabine und Thomas. Von Daniels Arbeit angetan, unterhielt sich Familie Kurtz noch eine ganze Weile mit dem Graffiti-Künstler über Möglichkeiten mittels Spraydose den heimischen Hof in mediterranem Flair aufzupeppen.
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