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Fr., 23. Juni 2017, 11:33 Uhr
„Die Schule rollt“ machte während der Projekttage "Gemeinsam leben" Station in der Nelly-Sachs-IGS Worms
Gemeinsame Spiel- und Sportmöglichkeiten
Kinder und Lehrpersonen der Nelly-Sachs-Schule erfahren am Parcours, mit welchen Hindernisse Menschen im Rollstuhl zu kämpfen haben.
Wie fühlt es sich an, in einem Rollstuhl zu fahren? Wie kann man Hindernisse bewältigen? Wie gestaltet sich der Alltag im Rolli? Eindrücke „er-fuhren“ – im wahren Wortsinne – Schüler der Nelly-Sachs- Integrierten Gesamtschule Worms. Das Projekt „Die Schule rollt“, umgesetzt durch den TV Laubenheim, machte es möglich. Die Schulkinder erhielten anlässlich ihrer Projekttage „Gemeinsam leben“ Einblicke in die Bewegungsmöglichkeiten im Rollstuhl. Das Trainerteam vom TV Laubenheim informierte über Schwierigkeiten, gaben Tipps und erklärten Details über das Rollstuhlfahren und Verhaltensweisen.
Wechsel der Perspektive
"Die Veranstaltung war toll. Jeder konnte ausprobieren, wie es ist im Rollstuhl zu sitzen, und einen Einblick erhalten, mit welchen Hürden Menschen im Rollstuhl täglich zu kämpfen haben“, erklärte Förderlehrerin Julia Schroth. "Außerdem erhielten wir als Schwerpunktschule wertvolle Tipps für den gemeinsamen Sportunterricht von Schülern mit und ohne Rollstuhl." Ihr Kollege René Fabry ergänzte: „ Der Parcours zeigte deutlich, was schon kleine Stufen oder Bordsteinkanten von Menschen im Rollstuhl abverlangen und wo Geduld und Rücksicht von anderen Leuten nötig wird." Entsprechend beeindruckt von der Aktion waren die Schüler.
„Eigene Erfahrungen sammeln und ausprobieren – das ist gerade für Kinder und Jugendliche besonders wichtig. Positive Bewegungserfahrung stärkt die Entwicklung und das Selbstbewusstsein aller Kinder. Auch für die Lehrkräfte sind die Erfahrungen von großer Bedeutung“, sind die Projektinitiatoren überzeugt. Die Lehrkräfte erhalten nützliche Informationen rund um das gemeinsame Sporttreiben. „Wir möchten dazu beitragen, rollstuhlfahrende Kinder und Jugendliche im Regelsportunterricht einzubinden. Es ist einfach toll zu sehen, mit welcher Begeisterung die Kinder dabei sind und wie sich durch diese Art des Sportunterrichts neue Sichtweisen eröffnen“, erläutert das Team vom TV Laubenheim.
Das Projekt
„Die Schule rollt!“ wird an rheinland-pfälzischen Regelschulen vorzugsweise in Klassen mit rollstuhlfahrenden Schülern kostenfrei realisiert. Ausgestattet mit Kinderrollstühlen, einem Hindernisparcours besucht das erfahrene Projektteam Einrichtungen im ganzen Land. Der Hindernisparcours aus Rampen, Stufen und simuliertem Kopfsteinpflaster soll zeigen, mit welchen Schwierigkeiten Menschen im Rollstuhl zu kämpfen haben – und wie diese überwunden werden können. Hemmschwellen und Berührungsängste können so durch das selbstständige Ausprobieren des Rollstuhlfahrens abgebaut werden. Bei jedem Termin ist mindestens ein rollstuhlfahrender Übungsleiter mit dabei, der Fragen beantworten kann und aus seinem Erfahrungsschatz berichtet.