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  • Mi., 18. Mai 2022, 16:35 Uhr
    AUS DEM STADTRAT: Auf eine Wintersaison verzichten / Sommersaison verlängern / Moderne Traglufthalle im Winter 23/24

    Kombination aus Vorschlag A und C für Heinrich-Völker-Bad

    Das Heinrich-Völker-Bad nach dem Umbau. Foto: BZM Architekten Matthias Marhöfer


    VON STEFFEN HEUMANN | In der heutigen Sitzung musste der Stadtrat über Interimsmaßnahmen für die Wintersaison im Heinrich-Völker-Bad während der Sanierungsmaßnahme bis zur Fertigstellung Ende 2025 befinden. Der NK berichtete in seiner heutigen Ausgabe. Drei Varianten standen zur Diskussion. Das Ergebnis der Debatte: Für die Wintersaison 22/23 soll versucht werden, Schwimmflächen für den verpflichtenden Schwimmsport in anderen Kommunen anzumieten. Zudem soll die Sommersaison verlängert werden und mehr Schwimmkapazitäten für das Schulschwimmen in den Sommermonaten angeboten werden. Gleichzeitig soll die Betonsanierung an den Stufen am Freibad erfolgen.

    Gutes Zeichen für Schulen und Vereine

    Ab der Wintersaison 23/24 soll die Traglufthalle wieder in Betrieb genommen werden. Der Gesellschafterauaschuss der Freizeitbetriebe berät über die Umsetzung und ob ein Betrieb für Schul- und Vereinssport oder auch ein öffentlicher Badebetrieb mit entsprechender Besucherzahl durch Werbung möglich ist. „Es wurde sozusagen ein neuer Beschlussantrag geboren“, erläuterte Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst am Mittwoch im Stadtrat. Wichtig sei es ihm vor allem, dass man die Schulen und Vereine nicht im Stich lasse. Letztlich sei im Rahmen der kurzfristig anberaumten Videokonferenz aller Ratsmitglieder am Dienstag ein Kompromiss zustande gekommen, um den Schul- und Schwimmunterricht während der Sanierungsphase sicherzustellen. „Wir dürfen keine Schwimmbäder mehr schließen“, sprach der Dezernent Klartext vor der einstimmigen Entscheidung des Rates für die Kombi aus Vorschlag A und C. Mehr im NK am Samstag.

    Das meinten die Fraktionen im Vorfeld zum Schwimmbad-Thema:

    Schwimmsport im Winter ermöglichen
    SPD Stadtratsfraktion spricht sich für Winterbetrieb während Umbau des Heinrich-Völker-Bades aus

    Die SPD Stadtratsfraktion möchte für den Schul- und Vereinssport einen Winterbetrieb ab der Saison 2023/24 in der Traglufthalle des Heinrich-Völker-Bades ermöglichen. Das Hallenbad steht wegen Umbau- und Sanierungsarbeiten ab dem kommenden Winter für drei Jahre nicht zur Verfügung. Grund dafür sind der enge Zeitrahmen und die massiven Eingriffe in die Baukonstruktion und die Gebäudetechnik. In der morgigen Stadtratssitzung soll entschieden werden, welche „Interimsmaßnahme Wintersaison“ für die Zeit der Sanierung ermöglicht werden soll.

    Für die Sozialdemokraten ist klar, dass Schulen und Vereine auch im Winter ein Schwimmangebot in Worms erhalten sollen. „Während der Corona-Pandemie mussten Schulen und Vereine massiv unter den Beschränkungen leiden. Daher müssen wir jetzt alles tun, um eine Nutzung des Schwimmbads auch im Winter zu ermöglichen“, so Fraktionsvorsitzender Dirk Beyer. Die ebenfalls vorgeschlagene Variante, in nahen Städten Schwimmzeiten anzumieten und den Transport zu organisieren hält die SPD nur für eine Wintersaison für vertretbar. „Wenn wir Schülerinnen und Schüler zuerst in benachbarte Städte fahren müssen, damit sie dort ihren Schwimmunterricht durchführen können, ist die Planung für die Schulen schwieriger", erklärt Heidi Lammeyer, die zusammen mit Dirk Beyer und Jens Thill Mitglied im Betriebsausschuss der Freizeitbetriebe ist. Deshalb sei es ein guter Ansatz, dass in den Sommermonaten die Schulen mehr Zeiten zur Verfügung bekommen und die Freibadsaison verlängert wird. Aufgrund der bautechnischen Herausforderungen und der notwendigen Sanierung der Betontreppe müsse man zwar eine Wintersaison verzichten, habe dann aber die Chance den Luftikus wieder aufzubauen.

    Die SPD Fraktion möchte neben den Schulen und Schwimmvereinen aber auch der Öffentlichkeit die Möglichkeit geben, die Traglufthalle während der Wintermonate zu nutzen. Das soll nach Ansicht der Sozialdemokraten nochmal detailliert geprüft werden. Erfreut zeigen sie sich, dass Timo Horst als zuständiger Dezernent gemeinsam mit den Freizeitbetrieben alles versucht, um möglichst vielen Zielgruppen auch während der Sanierung des Heinrich-Völker-Bades in Worms ein Schwimmangebot zu machen. Der Schwimm- und Schulsport hat für den Dezernenten hohe Priorität, weiß Beyer aus persönlichen Gesprächen. Außerdem habe Horst mit den Schwimmsportvereinen gesprochen, die bereit waren auf eine Wintersaison zu verzichten. "Wir stehen an der Seite der Schwimmvereine und möchten dieses Entgegenkommen mit einer Wintersaison mit dem Luftikus ab 2023 entsprechend würdigen.", so Beyer abschließend.

     

    Schwimmen im Winter möglich machen
    Neue Traglufthalle soll für Winterbetrieb angeschafft werden / CDU möchte Schwimmunterricht und Trainingsmöglichkeiten für die Schwimmvereine auch in der kalten Jahreszeit sicherstellen

    Wenn in wenigen Wochen die Umbauarbeiten am Heinrich-Völker-Bad beginnen werden, wird das Hallenbad für gut zwei bis drei Jahre seine Pforten schließen müssen. Für die Freibad-Saison werden die Auswirkungen überschaubar bleiben. Für die sanitären Anlagen und die Umkleiden könnten Container angeschafft werden, so dass der Betrieb im Sommer weiterlaufen könnte.
    Doch in der kalten Jahreszeit sieht die Situation schon gravierender aus. Denn mit der Schließung des Hallenbades fiele nicht nur eine wichtige Freizeit-Einrichtung aus, auch der Schwimmunterricht für Schüler und die Trainingsmöglichkeiten für die Schwimmvereine fiel für lange Zeit wortwörtlich ins Wasser.

    „Wir müssen in dieser prekären Situation den Weg der geringsten Einschränkungen gehen“, sagt CDU-Fraktionssprecher Dr. Klaus Karlin. „Meine Fraktion befürwortet die Anschaffung einer modernen Traglufthalle, die es ermöglicht, auch im Winter die Halle für die Schwimmsport-Vereine und den Schwimmunterricht an den Schulen zu nutzen. Dies ist nämlich mit der jetzigen und in die Jahre gekommenen Konstruktion kaum möglich,“ so der Fraktionssprecher weiter.

    Allerdings ist eine solche neue Traglufthalle erst 2023 lieferbar, so dass es wohl in diesem Winter keine Schwimmmöglichkeit im Heinrich-Völker-Bad geben wird. „Das ist natürlich höchst unbefriedigend, aber unter den gegebenen Umständen wohl nicht vermeidbar,“ sieht Karlin auch die Nachteile dieser Lösung.

    Dennoch gibt es für die CDU hierzu eigentlich keine Alternative. „Wir müssen den Schwimmunterricht an unseren Schulen sicherstellen. Zumal in den beiden letzten Corona-Wintern bereits häufig das Schwimmen aus dem Unterricht weggefallen ist und es hier ein erhebliches Defizit bei vielen Kinder gibt,“ sieht Karlin die Notwendigkeit.

    Monika Stellmann bringt noch einen anderen Aspekt in die Diskussion. „Wenn das Völkerbad schließt, haben die Schwimmvereine keine Möglichkeit im Winter zu trainieren. Faktisch würde dies das Ende der Vereine bedeuten. Das gilt es unbedingt zu verhindern,“ bezieht auch die sportpolitische Sprecherin der CDU eindeutig Stellung.

    Es sei gerade nach zwei Jahren Pandemie eminent wichtig, den Kindern wieder das Angebot von Schwimmunterricht zu unterbreiten, sagt auch Marion Hartmann. „Nicht schwimmen können, kann tödlich sein. Mit einer neuen Traglufthalle schaffen wir eine Voraussetzung, dass das Schwimmen im Schulunterricht in Zukunft ermöglicht werden kann und das die Wormser Schwimmvereine auch im Winter trainieren und so ihrem Sport nachgehen können.“

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