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  • Fr., 03. Mai 2013, 16:22 Uhr
    Ein Dreifach-Ehrensalut auf 150 Jahre Schützengesellschaft von Pfeddersheim / Jubiläumsveranstaltungen fanden eine sehr positive Resonanz

    Gemeinsames Miteinander prägt Vereinsleben seit Gründung

    Im Vorfeld der Jubiläums-Feierlichkeiten hatte die SG 1863 alle Pfeddersheimer Ortsvereine und Gruppierungen zu einem Mannschaftsschießen eingeladen. Nicht weniger als 30 Mannschaften hatten sich eingefunden, wobei der SSC Trappenberg Worms-Leiselheim, vor dem SPD Ortsverein und dem Förderverein Paternus-Bad am besten trafen. Dafür gab es Geldpreise von 300 bis 100 Euro, Pokale, Urkunden und Medaillen. Bester Einzelschütze war Oliver Ruh (SSC Trappenberg), beste Einzelschützin die Ehefrau von Uwe Franz, des alsbald neuen Sportdezernenten der Stadt Worms. Das ganze hatte Erich Köppel (links), der 2. Oberschützenmeister der SG 1863 Pfeddersheim, organisiert und die Reihenfolge der Platzierungen bis nach dem Festakt geheim gehalten. Foto: Klaus Diehl


    VON KLAUS DIEHL Der Schießsport steht nachhaltig für Tradition, Disziplin und Fitness für Körper und Geist. Aber auch der Verantwortung des sicheren Umgangs mit der Waffe und Fairness gegenüber den Konkurrenten bei den Schießwettbewerben. Sicherlich kann es auch einmal vorkommen – Biathlon Weltklasse-Athletin Magdalena Neuner lässt grüßen – dass der Nachbar am Schießstand statt seine schwarze Scheibe, die Scheibe des Nebenmannes trifft. Trifft er hierbei die Zehn im Zentrum ist dagegen nichts zu sagen”,  so der SG-Oberschützenmeister Jochen Groll im Gespräch beim Festakt zum 150-jährigen Jubiläum. Groll scheute sich in seiner Schlussrede beim Festakt nicht, auch weniger angenehme Dinge anzusprechen, die durch mangelnden Schutz von Waffen für viel Leid und Aufsehen sorgten. Dennoch wehrte er sich dagegen, dass bei jedem Vorfall, so schlimm er auch sei, der Schießsport in Frage gestellt wird. Hätten Einzelne in ihrer Verantwortung nicht versagt, wären viele negative Ereignisse nie eingetreten. Auch bei der SG Pfeddersheim nennt man sich nicht nur nach der Tradition Schützenbruder und Schützenschwester, sondern pflegt auch dieses familiäre Verhalten seit 150 Jahren.

    Nicht Waffe, sondern Sportgerät
    Der Schießsport und die Ambitionen sind viel filigraner für den Schießsporttreibenden. Dabei ist das Gewehr oder auch die Pistole keine Waffe, sondern das Sportgerät der Aktiven der SG Pfeddersheim mit ihren 152 Mitgliedern. Hierbei die innere Ruhe, Konzentration, An- und Entspannung zu finden, sind besonders positive Erfahrungen beim Schießsport. Der Schießsport, in diesem Falle im Pfeddersheimer Schießhaus, das bereits seit Vereinsgründung an gleicher Stelle mehrfach beschädigt und zweckentfremdet wieder aufgebaut wurde, bleibt auch bei der 150 Jahre alten Schützengesellschaft Pfeddersheim attraktiv und bietet eine sehr familiäre Heimstatt, wie dies auch aus den Grußadressen und Glückwünschen der Vertreter aus Politik und Sport deutlich herauszuhören war. So erinnerte Schirmherr und Oberbürgermeister Michael Kissel an die Bürgerwehr in früheren Jahrhunderten, die für die Sicherheit der Bevölkerung einst sorgte. Dies war aber keine Aufgabe mehr für die am 26. April 1863 gegründete Schützengesellschaft Pfeddersheim.

    Höhen und Tiefen gemeistert
    Vielen gilt es vielmehr Dank zu sagen, nur ganze 11 Vorsitzende prägen die Geschichte der SG-Schützen, die durch ihr ehrenamtliches Engagement dafür gesorgt haben, dass man nun das große Jubiläum feiern durfte. Höhen und Tiefen prägen dabei das Bild, aber auch den Wandel des Sportes und seine gesellschaftliche Bedeutung bis heute. Ein Verein, der auch in der einstigen freien Reichsstadt heute im Verbund mit den vielen weiteren Pfeddersheimer Vereinen und auch in der Ortsgemeinschaft anerkannt und fest eingebunden ist. Als Dank und Anerkennung brachte das Wormser Stadtoberhaupt nicht nur die Grüße des Rates und Verwaltung der Stadt Worms, sondern auch eine von Ministerpräsidenten Malu Dreyer signierte Ehrentafel mit.

    Gut Schuss für eine weitere gedeihliche Zukunft wünschte der stellvertretende Ortsvorsteher Uwe Franz, der den Sportschützen bestätigte, sich über all diese Jahrzehnte attraktiv gehalten zu haben. Franz überbrachte auch etliche Kuverts der Pfeddersheimer Ortsvereine. Für den Sportbund Rheinhessen gab sich der Präsident Magnus Schneider persönlich die Ehre und er wäre auch kein richtiger „Määnzer“, hätte er seine Glückwünsche nicht in der Schützensprache überbracht. Man darf ihm bescheinigen, dass er wahrlich keinen Schuss in den Ofen und das oberste Ziel der Pfeddersheimer Sportschützen heraus stellte, die Zahl „10“ und damit auch in das Schwarze der Scheibe auf eine Entfernung von 10, 25 oder 100 Metern zu treffen. Neben den Präsenten für den Verein, hatte er auch die Ehrennadel des Sportbundes für Uwe Wipper mitgebracht, der von 1995 bis 2005, oberster Schützenmeister der SG 1863 war und heute auch noch vielfältig als Sportler und Helfer aktiv ist.

    Miteinander prägend
    Das gemeinsame Miteinander hält das Vereinsleben zusammen und als Anerkennung dafür, überreichte Günther Vetter, Präsident des Sportschützenverbandes Rheinland-Pfalz, einen Scheck über 500 Euro. Nicht fehlen wollte im Reigen der Gratulanten auch Heinz Schmitt, Vorsitzender des Schützenkreises Mainz-Alzey-Worms. Er erinnerte besonders an die Auswirkungen vieler Kriege, deren negative Folgen durch eine stets intakte Gemeinschaft und mit viel Idealismus immer wieder neu belebt werden konnte. Glückwünsche und Kuverts überbrachte auch der 2. Vorsitzende des Wormser Stadtsportverbandes ,Günter Schnee. All diese 150 Jahre Geschichte der SG 1863 Pfeddersheim kann man in einer gut gestalteten Festschrift nachlesen. Schwitzten beim Aufbau des großen Festzeltes zwei Tage zuvor alle Helfer, so war es bei Dauerregen beim Festakt leider lausig kalt. Mit Glühwein wusste man sich im weiteren Verlauf des Tages zu helfen und am Abend bei Tanz und Musik mit den Wormser „Guitar Tigers“ war das Festzelt dennoch gut besetzt. Glücklicherweise wurde es am Sonntag wieder wärmer und entsprechend auch der Zuspruch beim Frühschoppen mit den „Anonymen Giddarischde“, Bürgerschießen, Mittagessen, Kaffee und Kuchen und musikalischer Unterhaltung mit Schmitt‘s Hausband besser.
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