
Von Rudolf Uhrig › Klettern, springen, wippen, rutschen, schaukeln, fahren, Fußball, Basketball auch Volleyball oder verstecken spielen, alles ist auf der rund 12.000 Quadratmeter großen und parkähnlichen Freizeitanlage „Am Herdry 18“ in Alzey möglich. Denn nicht von ungefähr heißt das große Areal im Westen Alzeys „Robinson Spielplatz“, es ist ein wahrer Abenteuerspielplatz. Der Bauhof hegt und pflegt das Gelände. Hohe finanzielle Mittel fließen zudem alljährlich von der Stadtverwaltung um einen der schönsten Spielplätze weit und breit attraktiv zu halten und zu gestalten.
Das wahre Highlight jedoch ist der „Volker-Express“, eine Lokomotive mit zahlreichen Eisenbahnwagen, die Runde um Runde immer für strahlende Kinderaugen sorgt. So auch bei der Wiederinbetriebnahme im Juli 2023. Aufgrund eines größeren technischen Defekts musste sie aber knapp ein Jahr später die „Spritztouren“ einstellen. Ein einschneidendes Ereignis, denn die Bahn gibt es schon seit 1961.
So leicht haben die Verantwortlichen nicht aufgegeben, denn dank der EWR-Crowdfunding-Plattform „EWR-Crowd“ war man fest entschlossen Gelder, die eine Reparatur möglich machen sollte, einzusammeln. Und gar nicht wenig: 20.000 Euro war das Ziel. „All in“ also wie im Poker-Spiel. Denn das Wesen des Crowdfunding ist eben „Alles oder Nichts…“! Sollte die Summe nicht erreicht werden, gibt es gar nichts, die Gelder fließen an die Spender zurück. Zudem war auch der Zeitraum der Spendenaktion vom 9. Dezember bis 13. Januar recht ambitioniert.
„Gemeinschaft kann wahre Wunder bewirken“, mit diesen Worten begrüßte am Mittwochmorgen Dominik Nagel, Pressesprecher der EWR AG, die Journalisten, die sich zahlreich auf dem Robinson-Spielplatz eingefunden hatten, denn nicht 20.000 Euro, sondern 35.124 Euro von 242 Spenderinnen und Spender kamen zusammen; eine Quote von 175 Prozent. „Es ist ein wahres Leuchtturmprojekt“ befand Nagel.
„Das ist das erfolgreichste Projekt, das die EWR-Crowd bisher verwirklichen konnte“, sagte Stephan Wilhelm, Vorstandsprecher der EWR AG, und zollte damit nicht nur den „Machern“, sondern auch den vielen Spendern Dank, Respekt und Anerkennung. „Wir haben gespürt, dass die Menschen doch näher beieinander sind, als es oft den Anschein hat“ befand Wilhelm beeindruckt. „Fast 350.000 Euro sind bis dato auf der Crowd zusammengekommen; 73 Projekte haben wir damit über die Ziellinie gebracht. Hier kann also etwas in Bewegung kommen, wir laden alle ein, sich auch zu bewerben und mitzumachen, einfach bürgerschaftliches Engagement zu zeigen“, sagte der Vorstandssprecher.
EWR unterstützte das Projekt, indem es für jede Spende ab 10 Euro zusätzlich 10 Euro beisteuerte. Obendrein übernimmt der Energieversorger auch die Stromkosten für die E-Lok für ein Jahr.
„Der Volker-Express, auf dem schon wohl jeder Alzeyer gefahren ist, machte uns in den zurückliegenden Jahren immer wieder Sorgen, da eben die Lok immer und immer wieder ausfiel“, erklärte Steffen Jung, Alzeyer Bürgermeister, jetzt aber freudig, „nachdem die Aktion mit so großartiger Unterstützung zum Ziel und sogar weit darüber hinaus führte“, so Jung. „Die Gemeinschaft funktioniert“, sagte er und hob sogar Spenden in vierstelliger Höhe hervor.
Michael Lohmer freute sich doppelt, als Beigeordneter der Stadt, aber auch als dreifacher Vater, der im Sommer die freudigen Augen seiner Kinder, die dann wieder Volker-Express fahren können, schon vor seinem geistigen Auge sieht. So bedankte auch er sich für die Idee der EWR-Crowd, die so toll aber auch so niederschwellig und locker zu so einem großen Erfolg führte. Lohmer verriet auch, dass ob der großen Summe sogar noch eine Erweiterung des Schienennetzes, also des Parcours, möglich ist. Auch zeigte er sich glücklich darüber, dass man einen Ingenieur fand, der total sachverständig ist und den Volker-Express wieder – fahrend – auf die Schiene bringt.
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