Di., 24. Dezember 2013, 21:55 Uhr
Das Seniorenbüro hatte auch in diesem Jahr zu stimmungsvoller Senioren-Weihnachtsfeier in die Seniorenbegegnungsstätte I. im Adenauerring eingeladen
Gemeinschaftsgefühl an einem besonderen Tag
VON ROBERT LEHR „Herr, setze dem Überfluss Grenzen und lasse die Grenzen überflüssig werden. Lasse die Leute kein falsches Geld machen, und auch das Geld keine falschen Leute…“ – die Zeilen, die die rüstige Seniorin Anna-Maria Betz bei der Weihnachtsfeier des städtischen Seniorenbüros am Heiligen Abend zitiere, klingen angesichts Globalisierung und Bankenkrise aktuell, stammen aber aus dem Jahr 1882!
Und es gibt noch mehr, was Hermann Kappen damals schon und doch von scheinbar immerwährender Weisheit postulierte: „Schenke den Freunden mehr Wahrheit und der Wahrheit mehr Freunde“. Der Münsteraner Pfarrer ging in seinem Neujahrsgebet aus Wilhelminischer Zeit noch weiter, wobei eine schlussendliche, vollständige Verifizierung steht derzeit aber noch aussteht. So forderte er „Gib den Regierenden ein besseres Deutsch und den Deutschen eine bessere Regierung“.
Die zitierten Zeilen waren nur einige der ebenso besinnlichen und geselligen Heiligabendfeier in der Seniorenbegegnungsstätte I. im zentralen Adenauerring. Auch der neue städtische Sozialdezernent Waldemar Herder sorgte mit einer zeitgenössischen Interpretation der klassischen Weihnachtsgeschichte für einen der Höhepunkte der zwischenzeitlich schon traditionellen Veranstaltung des Bürgerbüros unter Leitung von Brigitte Pritsch. Auch die Bereichsleiterin des Bereiches Soziales, Christine Ripier-Kramer, war für eine Lesung am Dienstagnachmittag vor Ort und Heiner Boegler als Vorsitzender des Seniorenbeirates hatte nicht nur Besinnliches im Gepäck.
Er unterstrich die Forderung seines Gremiums nach mehr Barrierefreiheit und dem Kampf gegen die zugeparkten Gehwege, die nicht nur für Senioren, sondern auch für Mütter und Väter mit Kinderwägen unerfreuliche und gefährliche Hindernisse darstellten.
Weniger kämpferisch, dafür umso schmackhafter ging es bei Mittagessen und gemeinsamen Kaffeetrinken der gut 30 – vornehmlich Seniorinnen – zu. So gab es zunächst Markklößchensuppe, Rinderbraten mit Spätzle und ein süßer Nachtisch sowie später dann die verschiedensten Kuchen von Schokokuchen bis zu einer Marzipanpyramide. Vom Dornfelder über den Riesling hin zu Kaffee und Antialkoholischem wurden auch die passenden Getränke gereicht.
Weil zum Heilgen Abend gerade für einen Großteil der älteren Generation gemeinsam gesungene Weihnachtslieder gehören, wird bei der Weihnachtsfeier auch stets gesungen. In besonders leicht lesbarer Schriftgröße lagen Liedhafte mit Klassikern wie „Ihr Kinderlein kommet“ oder „Leise rieselt der Schnee“ wie in den Vorjahren bereit.
Insgesamt war der Nachmittag für die Senioren, die oft ohne Anhang sind, geprägt von tiefer Herzlichkeit und von einem Gemeinschaftsgefühl, das sie aus ihrem Leben in und mit ihren Familien jahrzehntelang gelebt haben. In diesem Sinne konnte August Ehes Dank an die Organisatorinnen um Birigtte Pritsch, Andrea Knierim, Heidi Ruppel und Karin Faß nicht hoch genug gewertet werden. Dem ehemaligen Vorsitzenden des Seniorenbeirates und immer noch vielseitig Aktiven war es ein Bedürfnis, ihnen zu danken für diesen besonderen Nachmittag, von denen er noch möglichst viele zu erleben wünsche!