
Von Marcus Diehl › Die TSG Pfeddersheim hat wieder einen guten Lauf. Von den sieben ausgerufenen Endspielen um den Klassenerhalt wurde jetzt das dritte in Folge am Samstag gewonnen. Gegen den Kontrahenten TSG Bretzenheim gab es einen verdienten 2:0 (1:0)-Erfolg. Wenn man über die ersten fünfzehn Minuten hinweg sieht, kann von einem souverän herausgespielten Heimsieg gesprochen werden.
So kommentierte Trainer Marco Streker zur Anfangsphase: „Wir sind schwer in die Partie gekommen. Uns fehlte zu Beginn die Leichtigkeit, wir waren etwas verkrampft.“ Was er dann aber von seinem Team zu sehen bekam, dürfte ihn sehr zufrieden gestellt haben. Es kämpfte sich in das Spiel hinein und zeigte genau die erforderlichen Tugenden, um im Abstiegskampf zu bestehen.
Besondere Erwähnung von Bartosz Wiach
Dabei sollte ein Akteur besonders erwähnt werden, der sonst nicht im Mittelpunkt steht. Als einer der besten Neuzugänge der vergangenen Jahre kommt der 18-jährige Bartosz Wiach aus der eigenen Jugend und verkörpert wie kaum ein anderer die Philosophie, welche die TSG so groß gemacht hat. Er identifiziert sich mit dem Verein, hat die TSG verinnerlicht und zeigt den Etablierten, was mit dem richtigen Willen möglich sein kann. Vielleicht hat er seine Mitspieler damit angesteckt, denn gegen Bretzenheim zeigten alle eingesetzten Akteure ihr Kämpferherz, wobei u.a. Lion Schubach wieder einige Kilometer abgespult hat. Oder auch die zwei Offensivkräfte Lazar Ilic und Khaled Abou Daya, die sich in jeden Zweikampf geworfen haben. Am Samstag hat jeder sein Herz auf dem Platz gelassen.
Die Gäste waren zu Beginn das gefährlichere Team, mit etwas mehr Glück wären sie auch in Führung gegangen. Einmal holte Sören Pätzold einen Kopfball noch aus dem Dreieck. Danach landete der Ball nach einer Ecke auf der Latte und beim dritten Versuch traf ein Stürmer, knapp vor dem Tor, nicht den Ball. Das war es dann auch von den Gästen, sie hatten in der Offensive keine Durchschlagskraft.
Ab jetzt kam – sehr zur Freude des Trainers – die neu gewonnene Sicherheit der TSG Defensive zum tragen. „Wir stehen jetzt viel kompakter und besser im Block und spielen organisierter.“ Der Startschuss in der Offensive kam von Khaled Abou Daya. Seinen ersten Versuch verhinderte jedoch Torhüter Bastian Rosinus. Moritz Maurer köpfte an den Pfosten und Fabio Schmidt konnte ebenso mit dem Kopf den Ball nicht genau fixieren.
Kein alltäglicher Treffer
Die verdiente Führung zum 1:0 war kein alltäglicher Treffer. Eigentlich war der Ball für Lion Schubach nicht zu erreichen. Millimeter vor der Torauslinie knallte er den Ball mit letzter Kraft in den Strafraum hinein. Die nicht gerade gefühlvolle Flanke setzte Khaled Abou Daya per Aufsetzer mit dem Kopf in die Maschen.
Nach der Pause kame Bretzenheim mit mehr Dampf aus der Kabine. Aber nur einmal musste die TSG-Abwehr eine konfuse, kurze Phase im Strafraum überstehen. Wenn ein Kritikpunkt im Spiel zu erwähnen wäre, ist die Tatsache, dass der zweite Treffer nicht schon früher gefallen ist. Zahlreiche Konterchancen wurden unsauber ausgespielt. Der Übereifer verhinderte manchmal das genaue Abspiel.
Mit einem schwer zu nehmenden Ball scheiterte Lazar Ilic am Torhüter. Genauso war es bei Khaled Abou Daya, dem nach einem langen Zuspiel die entscheidende Schuhspitze zu klein war. In der Nachspielzeit kam dann die Erlösung: Erneut ein Treffer, den die TSG unbedingt erzielen wollte. Dieses Mal war Fabio Schmidt derjenige, der nicht lockerlassen wollte. Nach einem Pressschlag setzte er konsequent nach, flankte in die Mitte zu Khaled Abou Daya und dieser köpfte zur endgültigen Entscheidung ein. Endlich konnte die Offensivkraft zeigen, für die er geholt wurde. Mit seinen ersten zwei Saisontoren für die TSG wurde er zum spielentscheidenden Akteur.
Noch sind vier „Endspiele“ zu bestreiten, feiern darf die TSG noch nicht. Es fehlen noch Punkte für den Saisonhöhepunkt. Sie wird gut daran tun, auf dem Boden zu bleiben und nicht abzuheben oder zu überziehen. Mit der Körpersprache vom Samstag und dem steigenden Selbstvertrauen ist die Mannschaft auf einem guten Weg. In Zeiskam hat sie gezeigt, dass sie auch gegen ein Spitzenteam bestehen kann. Deshalb sollte die TSG am Samstag frohen Mutes gegen Tabellenführer Dudenhofen angehen. Die Mannschaft hätte es verdient, dass viele Anhänger den Weg in die Pfalz finden. Anpfiff ist dort um 16 Uhr.