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Mi., 05. Oktober 2022, 17:24 Uhr
EICH/GUNTERSBLUM: Kathrin Anklam-Trapp informiert über Antwort des Umweltministeriums auf ihre Kleine Anfrage
Geplanter Reserveraum für 200-jährliches Hochwasserereignis
Felder des geplanten Reserveraumes für ein Extremhochwasser. Foto: Wahlkreisbüro Kathrin Anklam-Trapp
Auch wenn der Rhein im Hitzesommer viel zu wenig Wasser geführt hat, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das nächste Hochwasser Rheinhessen wieder heimsuchen wird. „Zwischen Eich und Guntersblum soll ein Reserveraum für Extremhochwasser entstehen“, so Kathrin Anklam-Trapp. Er soll nur bei Extremhochwasserereignissen, die ein Überlaufen der Deiche befürchten lassen, zum Einsatz kommen. Über eine Kleinen Anfrage informierte sich die SPD-Landtagsabgeordnete über den Stand des geplanten Bauvorhabens.
Zunächst erläuterte Dr. Erwin Manz, Staatssekretär im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität, dass mit den bestehenden Hochwasserrückhaltungen eine 120 bis 140-jährliche Hochwassersicherheit an der frei fließenden Rheinstrecke am Oberrhein vorhanden sei. Sobald alle vereinbarten Hochwasserrückhaltemaßnahmen (288 Mio. m3) fertiggestellt sind, wird ihm zufolge die Hochwassersicherheit wieder bis zu einem 200-jährlichen Hochwasserereignis gegeben sein.
Baubeginn frühestens 2026
„Das Projekt Reserveraum für Extremhochwasser Eich-Guntersblum (RRE E-G) befindet sich in der Entwurfsplanung“, so der Staatssekretär. Das Einreichen der Unterlagen sei für das zweite Quartal 2023 geplant. Der Bescheid zur Planfeststellung werde Ende 2024 erwartet. Frühestens ab 2025 könne mit Ausführungsplanung, Ausschreibung und Vergabe begonnen werden. Ein Baubeginn der Maßnahme könne ab Sommer 2026 erfolgen. „Bei einer geschätzten Bauzeit von circa fünf Jahren könnte das Bauvorhaben nach dem aktuellen Planungsstand Ende 2031 abgeschlossen werden“, schätzt Dr. Erwin Manz.
Geflutet wird der RRE E-G bis zu circa. 29,6 Millionen Kubikmeter Wasser zurückhalten können, wie Anklam-Trapp erfahren hat. Zum Vergleich: Dies entspricht einem Fassungsvermögen von bis zu rund 11.840 olympischen Schwimmbecken.
Gutachten laufen noch
Derzeit laufen gemäß der Antwort aus dem Umweltministerium noch die Berechnungen zum hydraulischen Oberflächenwassermodell und dem hydrogeologischen Grundwassermodell.
Für eine Liegenschaft innerhalb des geplanten Reserveraums wird zudem noch eine Wertermittlung erstellt. Die naturschutzfachlichen Bilanzierungen für den RRE E-G befinden sich in der Bearbeitung. Sie können erst nach Abschluss der Berechnungen mit den hydraulischen Oberflächenwasser- und dem Grundwassermodell fertiggestellt werden. Anhand der Ergebnisse der Bodenuntersuchungen wird dann die Bauweise festgelegt.
Druckwasser wird mitbedacht
Zwei weitere Fragen und Antworten thematisieren Schäden und Gefahren eines steigenden Grundwasserstandes, wenn der Reserveraum geflutet werden müsste.