Der Altertumsverein überreichte ein Bild mit Motiven der ehemaligen Lederwerke Doerr & Reinhardt an den Landesbetrieb Mobilität
Gerberbrunnen als großer Wunsch
Das Bild mit Motiven der Lederwerke hat seinen Platz im LBM-Gebäude in der Schönauerstraße gefunden. Von links: Helmut Denschlag, Kai Hornuf, Bernhard Knoop und der Vorsitzende des Altertumsvereins Josef Mattes. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Das Gebäude des Landesbetriebes Mobilität (LBM) in der Schönauerstraße ist das letzte „Überbleibsel“ der Wormser Lederindustrie, die vom Jahre 1834 an die Stadtgeschichte prägte. Um das Jahr 1900 waren rund 9.000 Männer und Frauen in den diversen Lederwerken der Nibelungenstadt beschäftigt. Damals hatte Worms rund 45.000 Einwohner.
Am Mittwoch lebte die Erinnerung an diese stadtprägende Epoche noch einmal auf, als die Sektion „Leder“ des Wormser Altertumsvereins den Nachdruck einer Lithographie an den Landesbetrieb Mobilität überreichte. Der Druck zeigt in beeindruckender Weise das Werksgelände der ehemaligen Lederwerke Doerr & Reinhart in Worms um das Jahr 1900.
Das Bild zeigt das Werksgelände mit einer Vielzahl von Werkstätten, Hallen, Freiflächen und Gebäuden. Auf dem Druck sind viele Details und bekannte Wormser Gebäude zu erkennen. Im Zentrum stehen der Dom sowie die Dreifaltigkeitskirche, links erkennt man das Andreasstift mit seinen barocken Türmen, Teile der Stadtmauer, den Wasserturm und die Magnuskirche.
Wertschätzung für Lederindustrie
„Wir sind für den Altertumsverein Worms, Sektion Leder, die für die Geschichte der ehemaligen für Worms so bedeutenden Lederindustrie verantwortlich ist, gerne Gastgeber“, bedankte sich Bernhard Knoop, Leiter des LBM Worms, bei Helmut Denschlag, dem verantwortlichen Vorstand im Altertumsverein. Gemeinsam mit Geschäftsführer Kai Hornuf vom Stadtmarketing Worms überreichte Helmut Denschlag den Nachdruck.
„Wir wertschätzen die Bedeutung und die Geschichte unseres historischen Bürogebäudes aus den 20er Jahren. Gleichwohl sehen wir es als eine Verpflichtung an, die ehrenamtliche Arbeit des Vereins zur Wahrung der Erinnerung eines so großartigen Handwerks aus der Geschichte der Stadt Worms zu fördern“, bedankte sich Knoop beim Vorsitzenden Helmut Denschlag.
Geberbrunnen als Touristenattraktion
In seiner Rede äußerte Helmut Denschlag den großen Wunsch, dass ein großer Gerberbrunnen errichtet wird, der an die Epoche der Wormser Lederindustrie erinnert. Nach dem Abriss des ehemaligen Nibelungencenters, soll dort ja in den kommenden Jahren ein Wohngebiet entstehen. Dies wäre dre otimale Standort für solch einen Brunnen, der sich zu einer Touristenattraktion entwicklen könnte. Insgesamt wünschte sich Helmut Denschlag etwas mehr Engagement und Vehemenz der Verantwortlichen bei der Realisierung des Brunnens.