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  • Di., 25. Oktober 2022, 15:09 Uhr
    TRIATHLON: Poseidoner Grazyna und Artur Bury schaffen Ironman Hawaii

    Gerissenem Trommelfell getrotzt

    Triathlet Artur Bury lief in der geplanten Zeit – trotz eines zuvor heftigen Schlages auf sein Ohr inklusive Riss des Trommelfells.


    Vor zwei Wochen fand der wohl härteste Triathlon der Welt statt: Die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii. Knapp 5.000 Athleten, darunter Altersklassenathleten wie Profis, zog es schon Wochen vorher auf die kleine Insel Kona um sich bestmöglich auf die dort vorliegenden brutalen Bedingungen vorzubereiten. Trotz der Notlösung, die Weltmeisterschaft 2021 auf das Frühjahr diesen Jahres in der amerikanischen Stadt St. George zu verschieben, entschieden sich viele Athleten, auf Hawaii an den Start zu gehen. Aufgrund dessen wurde, mit Ausnahme weniger männlicher Altersklassen, der Wettkampf der Frauen donnerstags und der der Männer samstags ausgetragen.

    Unter den glücklichen Qualifikanten waren auch die beiden Poseidoner Grazyna und Artur Bury, die noch kurz vor der WM, einen starken Partner als Sponsor finden konnten: Das Wormser Unternehmen SAT, welches sich mit dem Schadensmanagment nach Brand- und Wasserschäden beschäftigt.

    Der Ironman Frankfurt war für Grazyna das Qualifikationsrennen, wohingegen Artur sich beim Ironman Gdynia, knapp sechs Wochen vor Hawaii qualifizierte. Die Wochen vor dem großen Tag X verbrachten die beiden mit spezifischen Trainingseinheiten, denn obwohl sie mit der Teilnahmefähigkeit an der Weltmeisterschaft der Triathlon Langdistanz auf Hawaii schon ihr großes Ziel erreicht haben, wollten sie dennoch ein großartiges Rennen absolvieren.

    Unerträgliche Hitze

    Grazyna startete donnerstags um 6.50 Uhr morgens. Die 3,8km im Pazifik schwamm sie trotz hohem Wellengang solide durch. Dann kam ihre Königsdisziplin, das Radfahren. So wie man sie kennt, holte sie mit der fünftschnellsten Radzeit ihrer Altersklasse, eine Konkurrentin nach der anderen ein. Obwohl die Bedingungen auf dem Highway, mit den starken Seitenwinden und dem Gegenwind auf dem Rückweg von Hawi nach Kailua-Kona bekannt waren, war es für Grazyna eine enorm hohe physische und vor allem mentale Herausforderung, wie sie nach dem Rennen zugab. Nach einem guten Wechsel ging sie auf die unnachgiebige Laufstrecke. Bei unerträglicher Hitze verlief die Laufstrecke beginnend an der wunderschönen Küste entlang, dann über ein Lavafeld zum unter allen Triathleten bekannten Energy Lab. Nach einem Wendepunkt ging es zurück auf den Highway und über den berühmten Alii Drive, getragen von den Anfeuerungsrufen der Zuschauer, ins Ziel. Viele der Teilnehmer musste den Marathon gehend absolvieren, doch Grazyna blieb tapfer und lief bis auf kurze Pausen den Marathon durch. So kam sie nach 11:27:18 h und als 27. Ihrer Altersklasse überglücklich ins Ziel.

    Schlag aufs Ohr im Wasser

    Artur war am Samstag startbereit. Er hat donnerstags bereits seine Ehefrau auf der Strecke ihres Wettkampfes unterstützt und konnte sich somit auf das bevorstehende Rennen mental vorbereiten. Er startete um 7.20 Uhr morgens, einer relativ späten Zeit, da die klimatischen Bedingungen zu Mittag auf Hawaii sehr schnell erbarmungslos werden. Doch bereits nach wenigen hundert Metern bekam Artur einen derartigen Schlag ab, dass er kurzzeitig die Orientierung verlor. Im Nachgang wurde ein Trommelfellriss im rechten Ohr diagnostiziert. Dennoch schwamm er so gut es ging die Strecke durch und beendete nach 1:05h die 3,8km im Pazifik.

    Trotz Gleichgewichtsproblemen, bedingt durch den Schlag, wechselte Artur gut auf das Radfahren und nahm die 180km in Angriff. Die Strecke verlief auch hier im Wendepunkt, mit vielen Höhenmetern, über die Lavafelder der Insel, an der Küste nach Hawi und zurück. Bedingt durch die klimatischen Bedingungen, hat er sich eine konservative Strategie zurechtgelegt und beendete das Radfahren nach 5:29h. Bei der dritten Disziplin hielt sich Artur wacker am Laufen, musste jedoch ab der Hälfte des Marathons, bedingt durch Kreislaufprobleme, das Lauftempo stark reduzieren. Auf den letzten 10km fing er sich wieder, sodass er in seiner geplanten Geschwindigkeit weiterlaufen konnte. Auch Artur kam überglücklich und getragen vom Applaus der Zuschauer, über den legendären roten Teppich des Ironman Hawaii nach 11:31:30h ins Ziel.

    Grazyna und Artur sind über die mentale Leistung glücklich, sich auf dem heiligen Boden des Triathlons durchgekämpft und das Ziel erreicht zu haben. Beide Wormser waren von der magischen einzigartigen Atmospähere, dem Flair der Renntage und der Insel Hawaii begeistert und werden die erlebten Tage und Momente niemals vergessen.
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