Das Raschi-Haus erhält ein Lexikon und ein Tagebuch einer geflohenen Wormser Jüdin
Geschenke an das Jüdische Museum
Das Ehepaar Rosemarie und Wilfried Rutschmann übergibt das mehrbändige Lexikon ans Jüdische Museum im Raschi Haus. In der Mitte Dr. Gerold Bönnen, Leiter des Stadtarchivs.
Das Jüdische Museum im Raschi-Haus hat zwei ganz unterschiedliche Geschenke erhalten, die die Bedeutung und Attraktivität dieser Wormser Kultureinrichtung zeigen. Bereits vor einiger Zeit hatten der ortsansässige Steuerberater Wilfried Rutschmann und seine Frau Rosemarie der Bibliothek des Raschi-Hauses das dreibändigen „Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum“ überlassen. Rutschmann erklärte, die Schenkung des grundlegenden Nachschlagewerks verstehe er als Geste der Verbundenheit eines begeisterten Wormsers mit dem Museum. Und er hofft auf Nachahmer in dessen weiterer Förderung, gerade auch im Zeichen der SchUM-Bewerbung als Weltkulturerbe.
Dr. Fritz Reuter (l.), Dr. Gerold Bönnen (r.) zusammen mit der Überbringerin des Tagebuchs von Miriam Gerber, Tanya Webber.
Vor wenigen Tagen erhielt das Museum zudem das Tagebuch der 1922 in Worms geborenen Miriam Gerber (geb. Sondheimer), die heute in den USA lebt. „Das ist eine besonders wertvolle Quelle für die Judaica-Sammlung“, freute sich Dr. Gerold Bönnen, Leiter des Stadtarchivs und des Jüdischen Museums im Raschi-Haus. Das Tagebuch dokumentiert eindrucksvoll das einzelne Schicksal einer Überlebenden. Es wurde von 1934 bis zur gerade noch geglückten Flucht aus Europa 1940/41 über die Dominikanische Republik in die USA geführt. Miriam Gerber hat einen großen Teil ihrer Familie durch den NS-Völkermord verloren. Über viele Jahre stand sie mit dem Wormser Ehepaar Annelore und Karl Schlösser in Kontakt und hat sich entschlossen, das persönliche Dokument in ihre Heimatstadt zu geben. Hier soll es aufbewahrt und als Zeugnis des Geschehens nutzbar gemacht werden.