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  • Mi., 06. April 2016, 20:34 Uhr
    200 Jahre Rheinhessen: Ledertag in Worms am 16. April wird mit neuer Broschüre gefeiert / Lederverein macht Geschichte lebendig

    Geschmeidiger Rohstoff brachte industriellen Aufschwung

    Jakob Lortz, Kai Hornuf, Friedel Lahr und Helmut Denschlag präsentierten vor dem Andruck die Broschüre über die Stadt des Leders und informierten über den Ablauf des Ledertages am 16. April. Foto: Steffen Heumann


    STEFFEN HEUMANN Das industrielle Schicksal der Nibelungenstadt wurde über 140 Jahre durch die Gerbung von Tierhaut bestimmt. Die Lederindustrie war Arbeitgeber, sozialer, politischer und wirtschaftlicher Impulsgeber für ein veredeltes Produkt aus Worms, das weltweit einen ausgezeichneten Ruf inne hatte. Es ist daher nur konsequent, wenn im Rahmen von „200 Jahre Rheinhessen” in Worms diese prägende Epoche mit einem Ledertag gewürdigt wird. Der Altertumsvereins, Sektion Lederverein, und das Stadtmarketing Nibelungenstadt Worms machen am 16. April die Geschichte lebendig und laden dazu ein, sich zu Fuß oder mit dem Nibelungenbähnchen auf die Spuren der Lederindustrie zu begeben. Eigens hierzu erscheint eine Broschüre mit viel Sehenswertem und Wissenswertem über die Stadt des Leders.

    Ausstellung fand großes Echo

    Die Ausstellung im vergangen Jahr in der Kaiser Passage, wo es eine original Lithographie der Lederwerke Doerr&Reinhart zu bestaunen gab und sich die Besucher über die einzelnen Produktionsprozesse bei der Herstellung von Leder informieren konnten, habe ein großes Echo gefunden, erläuterten Helmut Denschlag und Jakob Lortz vom Lederverein. Die Idee des Stadtmarketings, eine Ledertag zu veranstalten, habe man daher gerne aufgegriffen. Aus der Idee entwickelte sich ein tagfüllendes Programm.

    Fahrt mit Nibelungenbähnchen

    Auftakt ist um 9.45 Uhr mit der Leder-Fahrt des Nibelungenbähnchens am Treffpunkt Siegfriedbrunnen zu dem ehemaligen Lederwerk Heil-Liebenau unter der Führung von Jakob Lortz und Stadtführer Friedel Lahr. Ein Abstecher zum Wohngebiet Kiautschau ist dabei ebenso vorgesehen, wie ein Filmbeitrag in den Räumen der Lebenshilfe in Neuhausen. Eine neue Stele soll auf dem Lebenshilfe-Gelände ebenfalls an die Historie erinnern.

    Als Zeitzeugen haben sogar Familienangehörige derer von Heyl ihr Kommen angekündigt. Experte Jakob Lortz präsentiert zudem bislang unveröffentlichtes Bildmaterial aus Privatbesitz. Die Tour, für die eine Anmeldung erforderlich ist, endet um 13 Uhr am Wormser Rathaus. Dort startet um 11 und um 15 Uhr eine zweite Tour bzw. dritte Tour. Die jeweils zweistündigen Führungen zu Fuß mit Stadtführerin Gisela Neumeister und Helmut Denschlag, dem Vorsitzenden des Ledervereines, beinhalten unter anderem einen exklusiven Besuch des denkmalgeschützten Verwaltungsgebäudes von Doerr&Reinhart in der Schönauerstraße und beinhalten weitere Sehenswürdigkeiten der Leder-Geschichte.

    Auftritt der Ledertänzer

    Die Führungen enden wiederum am Rathaus. Um 13.30 Uhr zeigen dort die traditionsreichen Ledertänzer des Gauß-Gymnasiums unter Leitung von Heinfried Becker in musikalischer und szenischer Darstellung rund um einen Wassertrog einen Ausschnitt aus dem Leben eines Lederarbeiters. Im Rathaus selbst sind neben der original Lithographie der Lederwerke Doerr&Reinhart weitere Exponate zu sehen. Exklusiv erhalten alle Interessierten die neue Informationsbroschüre der Tourist-Information „Worms _ Stadt des Leders”. Anmeldungen für die Leder-Fahrt und die Fuß-Touren sind beim Stadtmarketing Nibelungenstadt Worms, Rathenaustraße 20, Telefon 06241/91174702 oder per EMail, info@worms-marketing.de, möglich.

    Brunnen ein großer Wunsch

    Damit die Bedeutung der Lederindustrie für die Entwicklung der Nibelungenstadt eine weitere Würdigung erfährt, soll nach dem Wunsch von Helmut Denschlag in Höhe Gerbergasse/Pankratiusgasse nach der Umwidmung des Nibelungencenter-Areals ein Brunnen-Denkmal entstehen. Ein entsprechender Vorschlag sei der Stadt bereits unterbereitet worden, erste Gespräche mit Förderern laufen, so der Lederverein-Vorsitzende über ein Projekt, das eine besondere Funktion zwischen Innenstadt und der südlichen Peripherie erfüllen könnte.

    Das Gerberdenkmal erinnert an die Arbeiter der Lederindustrie und deren Bedeutung für Worms. Foto: Steffen Heumann

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