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  • Di., 12. April 2016, 07:28 Uhr
    „Mundart, Wein und Schokolade“ beim Heimat- und Kulturverein Neuhausen / Hartmut Keil unterhielt mit rheinhessischen Anekdoten

    Geselliger Abend mit Köstlichkeiten für alle Sinne

    Unter dem Motto „Mundart, Wein und Schokolade“ lud der Heimat- und Kulturverein Neuhausen am Freitag zu einem Abend der besonderen Art in den evangelischen Gemeindesaal nach Neuhausen. Unter Anleitung von Harald Holzderber von der Chocolaterie Holzderber wurden fünf süße Spezialitäten zusammen mit korrespondierenden Weinen des Weingutes Klosterhof aus Abenheim verkostet. Zwischen den ausgewählten Proben sorgte der Wormser Mundartdichter Hartmut Keil für Kurzweile.

    Edgar Walther, der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereines Neuhausen, begrüßte die über 60 Gäste der Veranstaltung und freute sich sichtlich über den vollen Gemeindesaal. Anschließend übergab er an Harald Holzderber, der den Ablauf der Verkostung erklärte und ein paar kurze Informationen zur Chocolaterie gab. „Wir sind nicht nur die kleine Schokoladenfabrik aus der Gaustraße“, so Harald Holzderber, der für die Produktion des Unternehmens verantwortlich ist. Die Produkte der Firma, die mittlerweile in dritter Generation geführt wird, finden sich mittlerweile nicht nur in Deutschland, sondern auch im benachbarten Auslande, so beispielsweise auch auf dem Weihnachtsmarkt von Nizza.

    Der Wormser Mundartdichter Hartmut Keil.


    Die erste Probe bestand aus einer 2013er Riesling Spätlese kombiniert mit Cranberries in Zartbitterschokolade. Während die Gäste die Kombination aus Frucht, Schokolade und Wein genossen las Hartmut Keil aus der Schöpfungsgeschichte – selbstverständlich in rheinhessischer Mundart. Vor allem ein eher unbekanntes Detail der Schöpfung erheiterte die Zuhörer. Als Gott die Dialekte verteilte, sei der Rheinhesse leer ausgegangen. Dies stimmte ihn sehr traurig und so sagte Gott: „Ei Bub, dann babbelsche halt äfach so wie isch.“

    Die weitere Proben des Abend waren ein 2012er Dornfelder Rosé mit Himbeeren in Zartbitterschokolade, ein Rotwein Cuvee aus dem Holzfass zusammen mit Sao Thomé Schokolade, ein 2015er Roter Traminer mit karamellisierten Cashew-Kernen und ein 2015er Cuvee weiß, zu dem Marzipankartoffeln gereicht wurden. Zwischen den Proben erläutere Hartmut Keil unter anderem die Herkunft des Mengenmaßes „Piffsche“ und die besondere Bedeutung des Wortes „als“ für das Wormser Platt. Dieses stehe unter anderem synonym für gewöhnlich, immer, manchmal, stets, ab und zu. In der Vergleichsform stehe das „als“ aber nie, dann werde es ganz klar zu „wie“. Man könnte also sagen: „Wann mer vegleischd, werd aus em als als e wie.“

    Zu den rheinhessischen Anekdoten Hartmut Keils ließ es sich auch Edgar Walther nicht nehmen einige eigene Geschichten beizusteuern. Und so lauschte der gesamte Saal gespannt seiner Geschichte, als es mit einer rheinhessischen Reisegruppe in den 80er Jahren in Pakistan auf der Suche nach dem abendlichen Wein war und dabei einen pakistanischen Großkunden der Rheinmöve traf, der selbst schon in Worms war.

    Nach drei Stunden ging schließlich ein geselliger und kurzweiliger Abend zu Ende, der nach Ansicht der Teilnehmer unbedingt einer Fortsetzung bedarf.

     

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