Do., 31. März 2016, 10:00 Uhr
Die Arbeitslosenquote in Worms ist mit 8,7 Prozent über dem Vorjahresniveau / Im Kreis lediglich 4,5 Prozent Quote!
Unveränderte Arbeitslosigkeit „kein Indikator für konjunkturelle Schwäche“
Durch den milden Winter und die damit einhergehenden durchgängigen Arbeitsmöglichkeiten auch in saisonabhängigen Gewerken zeigt sich die im März oft sehr deutliche Frühjahrsbelebung gegenüber den Vormonaten 2016 in Worms nur ganz schwach. „Dies ist jedoch noch kein Indikator für eine konjunkturelle Schwäche“ so Susanne Decker, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit Worms, „denn die Zahl der Stellenmeldung liegt weiter auf einem guten Niveau“.
Auffällig sind jedoch die Vergleiche zu Vorjahreswerten: während in den Vorjahren auch die Gruppe der ausländischen Bewerberinnen und Bewerber von der Frühjahrsbelebung profitieren konnten, steigt deren Zahl - vor allem im Bereich der Jobcenter – nun Monat für Monat an. „Die Beschleunigung der Asylentscheidungen durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) spiegeln sich nun auch in den Zugängen der Agenturen und Jobcenter wieder“ erklärt Decker, „umso wichtiger ist es für uns zeitnah Angebote für die sprachliche Qualifizierung zu haben und uns so früh wie möglich ein Bild über die vorhandenen Kompetenzen und Fähigkeiten der Menschen zu verschaffen“. Die Agentur geht daher ganz gezielt bereits im laufenden Asylverfahren auf die Flüchtlinge zu.
Doch es gilt alle Personenkreise im Blick zu behalten. Wie beispielsweise die Absolventen zahlreicher arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen, die sich seit Jahresbeginn qualifiziert und weitergebildet haben. Für sie gilt es Chancen zu eröffnen, um das neu erworbene Wissen auch umsetzen und einbringen zu können.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im März waren in Worms bei den Dienststellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern insgesamt 3.861 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 4 weniger als im Februar aber 244 oder 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 8,7 Prozent. Im März des Vorjahres hatte sie 8,3 Prozent betragen. Von den 3.861 Arbeitslosen im März wurden 1.064 von der Arbeitsagentur und 2.797 vom Jobcenter betreut. Die Steigerung der Arbeitslosigkeit im März entfiel in der Hauptsache auf die von den Jobcentern betreuten Arbeitslosengeld-II-Empfänger. In der Personengruppe der ausländischen Arbeitslosen betrug die Arbeitslosenquote 19,2 Prozent. Dies sind 0,3 Punkte mehr als im Februar und sogar 1,5 Punkte gegenüber dem Vorjahresmonat.
Der Zugang offener Stellen zeigte sich leicht stärker als im Februar, jedoch um 10 Prozent schwächer als ein Jahr zuvor. Insgesamt meldeten die Arbeitgeber 227 offene Stellen, 8 mehr als im Februar und 27 weniger als im Vorjahr.
Unterbeschäftigung leicht gefallen
Auch die Unterbeschäftigung fiel, leicht gegenüber dem Februar (-4 Prozent), aber doch rechtdeutlich gegenüber dem Vorjahr (-28,6 Prozent). In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind.
Die Entwicklung innerhalb Rheinhessens ist zweigeteilt. Während in der Stadt Mainz die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Februar sogar um 45 leicht angestiegen ist, fielen die Bestände in Worms und den Landkreisen Mainz-Bingen und Alzey-Worms. Die Arbeitslosenquote in der Stadt Mainz erhöhte sich von 6,5 auf 6,7 Prozent, im Landkreis Mainz-Bingen fiel sie von 4,0 auf 3,9 Prozent. In der Stadt Worms blieb die Quote bei 8,7 unverändert und im Landkreis Alzey-Worms fiel sie auf 4,5 Prozent.