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  • Sa., 26. Juni 2021, 14:46 Uhr
    SOZIALAUSSCHUSS: GKV-Projekt nimmt drei Dimensionen der Lebensphasen für Wormser Bürger ins Visier / Sozial und gesundheitlich Benachteiligte mitnehmen

    „Gesund aufwachsen”, „Gesund leben/arbeiten”, „Gesund altern”

    Damit vor allem sozial und gesundheitlich Benachteiligte beim Thema „Gesundheitsförderung” nicht ausgegrenzt werden, soll das GKV-Projekt zum Nutzen der Menschen in der Stadt mit Hilfe von Kooperationspartnern kommunale Steuerungsstrukturen etablieren. Foto: Pixabay


    VON STEFFEN HEUMANN | Der Sozialausschuss wurde unlängst über den aktuellen Stand des am 11. Februar diesen Jahres in Worms gestarteten GKV-Projekts „Kommunaler Strukturaufbau, Gesundheitsförderung und Prävention“ informiert. 2019 wurde die Teilnahme durch den Stadtrat am Förderprogramm beschlossen und imm Rathaus eine Koordinierungsstellen zur Prozesssteuerung beschlossen. Ziel des GKV-Projekts ist es, kommunale, gesundheitsförderliche Steuerungsstrukturen aufzubauen und dauerhaft zu implementieren, um gemeinsam mit den in der Gesundheitsförderung aktiven Kooperationspartnern in Worms, kontinuierlich das Thema „Gesundheitsförderung” voranzutreiben.

    Inhaltlich sollen die drei Dimensionen der Lebensphasen: „Gesund aufwachsen“, „Gesund leben/arbeiten“ sowie „Gesund altern“ thematisiert und bearbeitet werden. Aufgrund der demographischen Entwicklung und der Verortung in 5.07 (Fachstelle für Senioren und Inklusion) soll im ersten Schritt mit der Zielgruppe der Senioren (Dimension: „Gesund altern“) gestartet werden. In Abstimmung mit den Kooperationspartner soll das Projekt sukzessive um die weiteren Zielgruppen erweitert werden. Laura Wessa, Fachkraft für Public Health (M.Sc.), ist Ansprechpartnerin in der Abteilung 5.07-Fachstelle für Senioren und Inklusion. Michael Coeleveld, AOK RLP/Saarland, begleitet den Prozess im GKV-Auftrag. Die Anschubfinanzierung ist auf zunächst 5 Jahre befristet. In diesem Zeitraum wird das Projekt mit maximal 210.000 Euro gefördert.

    „Unser Auftrag ist es, sozial und gesundheitlich Benachteiligte mitzunehmen“, so Michael Coeleveld. Für diese Zielgruppe gelte es Angebote zu initiieren, Strukturen aufzubauen und eine Vernetzung herzustellen. Eine Aufgabe, die auch wissenschaftlich begleitet werde, wobei sich die Akteure als Mutter zwischen dem Bündnis und der Kommune verstehen, wie Coeleveld erläuterte. Interne und externe Expertisen sollen hierbei zur Qualitätsentwicklung dienen und eine Brücke schlagen, um die aufgebauten Strukturen für die Arbeit in der Zukunft zu verstetigen.

    Daten gesichtet, Überblick geschaffen

    Ein Anfang sei gemacht, wie Laura Wessa betonte. Man habe den Ist-Stand der Kommune gesichtet und sich anhand der Daten einen Überblick verschafft. Erste Vernetzungen mit Kooperationspartnern hätten stattgefunden. Jetzt gelte es im Rahmen von Auftaktveranstaltungen das Präventionsnetzwerk zu erweitern und durch Öffentlichkeitsarbeit mehr Transparenz zu schaffen. Tagungen des Lenkungsausschuss, eines Steuerungskreis als Bindeglied um den Informationsfluss zu gewährleisten sowie von Arbeitskreisen, in denen Ideen zur Umsetzung je nach Thema definiert werden, sollen folgen. „Durch gemeinsames und zielgerichtetes Handeln wollen wir Synergien ermöglich“, fügte Wessa weiter an. Rund 87.625 Einwohner zählt Worms, 23.615 sind Senioren, das entspricht einem Anteil von 27 Prozent an der Gesamtbevölkerung. „Für diese Zielgruppe gilt es eine spezifische Bedürfnisanalyse zu erstellen“, erläuterte Laura Wessa. Mit Blick auf die demographische Entwicklung verwies Wessa auf sogenannte Multimorbiditäten, die in den Planungen berücksichtigt werden müssen, da viele Senioren durchaus von mehreren Krankheiten betroffen seien und sich deren Alltag oftmals schwieriger gestalte.

    Baustein in der Bildungskette – Schwerpunkte eruieren

    Sozialdezenernt Waldemar Herder wertet die Verknüpfung in der Betrachtung zwischen Armut und Gesundheit als wichtigen Baustein in der Bildungskette. „Das Projekt passt ins Gesamtkonzept der Stadt“, führte Herder aus. Mit Blick auf das Lebensphasenmodell gäbe es noch zahlreiche weiße Flecken, die gelte es nun weiterzuentwickeln, denn das Thema Gesundheit müsse vom Lebensbeginn an bis ins hohe Alter betrachtet werden. Die Ergebnisse des Projektes hofft Herder dann zum Nutzen der Menschen in der Stadt anwenden zu können und daraus politische Forderungen abzuleiten. Bereichsleiterin Christine Ripier-Kramer ergänzte, dass man erst am Anfang sei. Die Daten gelte es fortzuschreiben und mit der Sozialraumanalyse zu verknüpfen. Daraus ließen sich Ansatzpunkte ableiten und Schwerpunkte ausmachen, wo der Handlungsdruck groß sei, um künftig die Strukturen mit Leben zu füllen und in Verbindung mit der Politik gestalten zu können.

    INFO: GKV-Bündnis für Gesundheit




    Das GKV-Bündnis für Gesundheit ist eine gemeinsame Initiative der gesetzlichen Krankenkassen zur Weiterentwicklung und Umsetzung von Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten. Der GKV-Spitzenverband hat gemäß § 20a Abs. 3 und 4 SGB V die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) damit beauftragt, die Aufgaben des GKV-Bündnisses für Gesundheit mit Mitteln der Krankenkassen umzusetzen.

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