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  • Di., 14. Juli 2015, 13:06 Uhr
    EWR spendet 1.500 Euro für Arbeit des Warbede Frauenzentrums in Worms

    »Gewalt geht gar nicht!«

     

    Esther Ehrenbrand (links) , Annette Hölter (2.v.l) und Regina Mayer (rechts) vom Warbede Frauenzentrum freuten sich sichtlich über die 1.500 Euro, die durch Erik Müller vom EWR überbracht wurden. Foto: Vera Konersmann

    Von Vera Konersmann Im Jahr 2014 nahmen 84 Frauen und Mädchen, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden, das Beratungsangebot in der Notruf und Beratungsstelle des Warbede Frauenzentrums in Worms in Anspruch. Eine alarmierende Zahl, wie Erik Müller, Leiter Strategisches Marketing EWR, findet. Bereits seit zehn Jahren unterstützt das Unternehmen daher die Arbeit der Fachstelle im Lutherring. „Um unser Grundangebot aufrecht zu erhalten, reichen die öffentlichen Gelder einfach nicht aus und wir sind auf Spenden angewiesen. Es ist jedoch ein mühseliges Thema, um finanzielle Unterstützung zu bitten, gerade dann, wenn es sich nicht um eine projektbezogene Spende handelt. Deshalb ist uns die jährliche Zuwendung von EWR eine große Stütze und Geld, mit dem wir stets kalkulieren können.", freut sich Regina Mayer vom Team des Warbede Frauenzentrums bei der offiziellen Übergabe des Spendenschecks in Höhe von 1.500 Euro am Dienstag.


    Müller erklärt, dass die EWR AG die Inhalte, die durch die Beratungsstelle transportiert würden, sehr unterstütze und man daher auch künftig als Spendenpartner  zur Verfügung stehe: „Gewalt geht gar nicht! Leider sind Vergewaltigung und Missbrauch noch immer  Tabuthemen, aber bei uns ist angekommen, dass die hier geleistete Hilfsarbeit Unterstützung braucht und wir unsere Türen nicht davor verschließen dürfen".


    Verschwiegenheit aus Scham und Angst
    Auch Regina Mayer und ihre Teamkolleginnen Annette Hölter und Esther Ehrenbrand wissen aus trauriger Erfahrung, dass die Problematik von Gewalt gegen Mädchen und Frauen gerne noch verleugnet wird. „Auch die Betroffenen selbst leiden meist unter einer großen Scham und verschweigen und verdrängen das Erlebte oft jahrelang“. Schwerpunkt in der Beratungsarbeit seien vor allem die längerfristige Betreuung und Begleitung von Frauen, die in der Kindheit sexuelle Gewalt erfahren haben. „Häufig werden Frauen von ihrem Schicksal mit Mitte 30 wieder eingeholt“, berichtet Regina Mayer. Die Auslöser dafür seien ganz unterschiedlich wie z.B. die Geburt des ersten Kindes oder die eigene Tochter kommt in das Alter, in dem man selbst zum Opfer wurde. Die Folgen des Erlebten machten sich durch ein  traumatisches Wiedererleben, das bis hin zu körperlichen Schmerzen reicht, sowie durch eine erhöhte Stressverarbeitungsstörung und ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten bemerkbar. Auch Frauen die in jüngster Vergangenheit vergewaltigt wurden, weisen diese Symptome auf.


    Gesamtgesellschaftliche Aufgabe
    Als Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und Mädchen ab dem 14. Lebensjahr bietet der Frauennotruf kostenlose persönliche und telefonische Beratungsgespräche für Betroffene an. Die Begleitung bei Gängen zur Polizei und Ärzten ist ebenfalls möglich. Das offene Frauencafé ist ein Selbsthilfe-Angebot für alle Frauen, die den ungezwungenen Kontakt und Austausch mit anderen suchen. „Scham und Angst sind häufige Folgeerscheinungen. Durch die Niedrigschwelligkeit des Frauencafés können sich die Frauen zunächst unverbindlich ein Bild von den Räumlichkeiten und den Mitarbeiterinnen machen“, erklärt Annette Hölter.


    „Es gibt noch viel zu tun, um das Thema auch in der Gesellschaft öffentlich zu machen“. So sei ein Ziel des Vereins, durch intensive Netzwerkarbeit und Gespräche mit Fachkräften, unter anderem für eine standardisierte Vorgehensweise in Krankenhäusern zu sorgen. Viele Vergewaltigungsopfer möchten nicht in der Notaufnahme mit zahlreichen anderen Patienten warten und an der Anmeldung ihre „Beschwerden“ vor den Ohren aller schildern. „Das schreckt viele Frauen ab, sich überhaupt  untersuchen zu lassen“, weiß Esther Ehrenbrand.

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