2. Wormser Religionsgespräche vom 15. bis 17. April mit zahlreichen Gästen / Eintritt frei / Anmeldung erbeten
Gewissensfreiheit in der Einen Welt
Stellten das Programm der Wormser Religionsgespräche vor: Volker Gallé (Kulturkoordinator der Stadt Worms), Michael Kissel (Oberbürgermeister der Stadt Worms), Dekan Harald Storch (Evangelisches Dekanat Worms-Wonnegau) und Dr. Ulrich Oelschläger (Präses der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau).
In wenigen Wochen wird Worms erneut zum Schauplatz für die Begegnung von Vertretern unterschiedlicher Ethnien und Religionen. Im Rahmen der „2. Wormser Religionsgespräch” vom 15. bis 17. April werden sich Gäste aus dem Libanon, Kamerun, Tschechien, Italien und Deutschland mit dem Thema „Gewissensfreiheit in der Einen Welt” befassen. Dr. Ulrich Oelschläger, Präses der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), stellte gemeinsam mit Michael Kissel, Oberbürgermeister der Stadt Worms, Dekan Harald Storch und Volker Gallé, Kulturkoordinator der Stadt Worms, das Programm vor.
Das Themenjahr der bundesweiten Reformationsdekade „Reformation und Eine Welt” passe gut zum Selbstverständnis von Worms, so Oelschläger, denn „das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlichen Glaubens, unterschiedlicher ethnischer Herkunft, das Miteinander in gegenseitiger Achtung und Beachtung gehört zur Identität unserer Stadt.” Dies war 1521 keineswegs der Fall, als Martin Luther sich vor dem Wormser Reichstag auf sein Gewissen berief. Die thematisch im Fokus der Veranstaltung stehende „Gewissenfreiheit” wird während der drei Tage aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.
„Gewissensfreiheit im Pluralismus”
Prof. Dr. Gerhard Robbers, Justizminister in Rheinland-Pfalz, wird die Veranstaltung am 15. April mit einer Rede zum Thema „Gewissensfreiheit im Pluralismus” eröffnen. „Das ist ein Thema, das zur Geschichte der Freien und Reichsstadt Worms passt”, so Oberbürgermeister Michael Kissel: "Bürgerliche Freiheiten und eine Vielfalt an Religionen und Kulturen in der Stadtgesellschaft prägen unsre Stadt am Rhein seit über 2.000 Jahren. Der Stadt und ihren Bürgern ging es immer gut, wenn es gelang, einen Dialog mit kreativen Lösungen zu führen."
„Gewissenskonflikte – Gewissensentscheidungen”
So sehr die Person Martin Luthers im Zentrum der Reformationsgeschichte steht, sollen im Rahmen des Studien- und Begegnungstages des Evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau am 16. April auch Personen der europäischen Geschichte in den Blick genommen werden. „Zum Blick auf die außerdeutschen Wurzeln der Reformation kommen heute die Verknüpfungen mit den Fragestellungen der einen Welt. Auch bei uns leben inzwischen zahlreiche Menschen mit anderen Wurzeln, die uns vor Ort helfen können, unseren Horizont zu erweitern”, ist Dekan Harald Storch überzeugt. Workshops mit Gästen aus dem Libanon, Kamerun, Tschechien, Italien und Deutschland erwarten die Teilnehmer. Ferner bringt eine Bahn die Gäste zu „Orten des Gewissens”, über Mittag können sich die Besucher einer geistlichen Domführung anschließen und künstlerisch Interessierte kommen bei einer Mitmachaktion auf ihre Kosten. Jugendliche dürfen bei einem Theaterworkshop Erfahrungen sammeln. Der Samstag schließt mit einem Konzert in der Magnuskirche und dem Kurzfilmabend „Gewissenskonflikte – Gewissensentscheidungen” im Wormser Tagungszentrum.
Tagung hochkarätig besetzt
Mit einem Gottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche wird der dritte Tag der Veranstaltung eröffnet. Die Predigt hält Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der EKHN und Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Podiumsdiskussion mit dem Titel „Hier stehe ich und kann nicht anders – Mein Gewissen und unsere/eure Welt” steht im Mittelpunkt der Tagung und ist erneut hochkarätig besetzt: Prof. Dr. Volker Gerhardt (Philosoph/Berlin), Prof. Dr. Dr. Jacob Emmanuel Mabe (Philosoph und Politologe/Berlin, Kamerun), Dr. Nayla Tabbara (Islamwissenschaftlerin/Libanon), Dr. Debbie Weissmann (jüdische Erziehungswissenschaftlerin/Israel) und Nikolaus Schneider, ehemaliger Ratsvorsitzender der EKD, diskutieren über Gewissensfreiheit, kulturelle Diversität und Wahrheitsansprüche von Kulturen und Religionen. Moderiert wird die Runde von Alrun Kopelke, die zwanzig Jahre als Journalistin tätig war, davon zehn Jahre als Fernsehmoderatorin beim Hessischen Rundfunk. Kopelke arbeitet heute als Pfarrerin in der Wetterau. Das Oriental-Jazz-Ensemble „FisFüz” als Begleitprogramm zur Podiumsdiskussion, ein jüdisch-christlich-muslimisches Chorprojekt zu Psalm 104, sowie die Ausstellungen „Frieden geht anders„ und „Wormser Religionsgespräche vom 16. bis 21. Jahrhundert” runden das Programm ab.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Weitere Informationen erteilt Kulturkoordinator Volker Gallé, Stadtverwaltung Worms, volker.galle@worms.de. Anmeldung erwünscht bei Sabine Neubecker, Stadtverwaltung Worms, sabine.neubecker@worms.de. Anmeldungen für den Studien- und Begegnungstag nimmt das Evangelische Dekanat Worms-Wonnegau entgegen: evangelisches-dekanat-worms@t-online.de.