Sonderausstellung im Museum der Stadt: Szenografische Gestaltung der Lutherausstellung 2021 geht an Berliner Gestaltungsbüro
„Gewissensfreiheit und Protest von besonderer Bedeutung“
Das Andreasstift ist Schauplatz der Ausstellung Luther 2021 „Hier stehe ich – Gewissen und Freiheit – Worms 1521“. Heute wurde im Haupt- und Finanz- sowie Kulturausschuss der Auftragsvergabe für die szenografische Gestaltung zugestimmt. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 30. Mai 2018 bereits dem Gesamtkonzept von Dr. habil. Katharina Kunter zur Sonderausstellung 500 Jahre Luther-Reichstag in Worms als inhaltliche Grundlage für die narrative und szenographische Umsetzung zugestimmt und die Verwaltung mit der Realisierung beauftragt. Zur konkreten Umsetzung bedarf es Leistungen mit Schwerpunkt Innenarchitektur. Diese soll jetzt das neo.studio neumann, schneider Architekten aus Berlin übernehmen, wie der Haupt- und Finanz- und Kulturausschuss am Mittwoch empfohlen hat. Die Hauptstädter erhielten bereits mit 5 zu 2 Stimmen der Jury, bestehend u.a. aus Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek, Olaf Mückain (wissenschaftlicher Leiter Museen), Ulrike Breitwieser (Verwaltungsleitung Museen) und Volker Gallé (Kulturkoordinator) den Zuschlag gegenüber dem Wettbewerb. Kalkuliert wird mit Kosten in Höhe von 147.765,35 Euro.
Weiteren Meilenstein gelegt
„Noch steht uns viel Arbeit ins Haus“, erklärte Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek. Dass dass Thema Gewissensfreiheit und Protest nun eine andere Dynamik fahren können, sei von enormer Bedeutung, erläuterte der Bürgermeister. Diesbezügliche Aufklärung mache ein Gesellschaft stabiler. Hätte man die Revolution von 1848 nicht negiert, wer weiß, ob in der Folge ein Obrigkeitsstaat möglich gewesen wäre, gab Kosubek zu bedenken. Ulrike Breitwieser ergänzte, dass mit der Vergabe ein weiterer Meilenstein gelegt worden sei. Sämtliche Vorgaben seien in Absprache mit dem Rechnungsprüfungsamt bestimmt worden. Beim Wettbewerb, an dem sich zunächst drei Anbieter beteiligt hätten, seien in die Entscheidung bei den beiden verbliebenen Bewerbern auch ästhetische Fragen in die Entscheidung eingeflossen. Das Berliner Angebot war zudem günstiger. „Klingt vernünftig, wir sollten uns auf den Weg machen“, warf Dr. Klaus Karlin, CDU. Oberbürgermeister Michael Kissel betonte, dass nicht zuletzt die baulichen Voraussetzungen im Museum für den Erfolg der Sonderausstellung verantwortlich seien, weshalb sein Dank für die wirkungsvolle Unterstützung Bund, Land und Kirche galt.