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  • Mo., 14. Oktober 2019, 18:04 Uhr
    In der Höhe verdiente 6: 1-Packung an Geinsheim verteilt / Nachgefragt: Interview mit Niels Magin

    Gimbsheim legt nächsten Kantersieg nach

    Nachdem der Torwart den Schuss von Sebastian Schulz zwar noch abwehren konnte, stand Philip Bach, dort, wo ein Stürmer zu stehen hat. Den Abpraller setzte er durch die gegnerische Abwehr zur frühen 1:0-Führung ins Netz. Foto: Marcus Diehl


    VON ANDREAS BERG | Von Anfang an machte Gimbsheim mit ihre Lauffreudigkeit und Einsatzbereitschaft klar, wer Herr auf dem heimischen Kunstrasenplatz ist. Früh wurde damit das gewöhnlich von Geinsheim vorgetragene gepflegte Kurzpassspiel bereits im Keim erstickt.
    Vor allem über den rechten Flügel ging es in der Anfangsphase nach vorn und bereits in Minute 7 das frühe 1:0: Nach einem erneuten Angriff über rechts wurde ein Schuss aus 14 Metern von Schulz noch abgeblockt, im zweiten Versuch war dann Bach zur Stelle. Weiter ging es druckvoll nach vorn und wenig später nach einem Freistoß von der rechten Seite stand Albino richtig -2:0 (12.). Der Gast zeigte sich sichtlich beindruckt und ließ kein Aufbäumen erkennen. Nach einer Verletzungs- bzw. Trinkpause schaltete auch Gimbsheim einen Gang zurück und sporadische Gimbsheimer Vorstöße wurden meist von Abseitsstellungen unterbrochen. Erst in der 34. Minute wieder etwas wie Torgefahr: ein Schuss aus der zweiten Reihe von Grimm ging nicht nur über das Tor, sondern auch über den Ballfangzaun dahinter. Kurz danach schießt Gästekeeper Sauter beim Herauslaufen Gimbsheims Seyfert an, kann diese brenzlige Situation aber reaktionsschnell klären. In der 45. Minute wird ein Durchstoß eines Geinsheimer Stürmers rüde gestoppt. Wesner sieht korrekterweise Gelb und der fällige Freistoß aus 25 Metern landet in der linken Ecke: nur noch 2:1 (Herrmann) durch die einzige Möglichkeit der Geinsheimer im ersten Durchgang.

    Nach dem Wechsel sofort wieder ein Gimbsheimer Ausrufezeichen. Schulz setzt sich nach Pass in die Tiefe durch – diesmal kein Abseits-, doch der Abschluss landet am linken Pfosten. Auf der Gegenseite Geinsheim mit der zweiten Chance in dieser Partie: Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld landete der Ball bei Schindler, dessen abgefälschter Schuss vom linken Pfosten zurückprallte (51.).

    Pulver endgültig verschossen

    Damit hatte Geinsheim sein Pulver nun endgültig verschossen, es spielte nur noch Gimbsheim und weitere Tore waren die Folge. Nach starker Ablage von Bach startet Seyfert in den rechten Strafraum und trifft zum 3:1 (57.) Drei Minuten später das 4:1 durch Schulz nach dem sich Fragomeli schön auf dem rechten Flügel durchsetzen konnte. Ortlieb verletzte sich auf Geinsheimer Seite kurz darauf: der Gast musste mit zehn Mann das Spiel fortführen und ergab sich seinem Schicksal. Schulz per Freistoß aus zentraler Position (72.) und Seyfert nach einem Fehler in der Geinsheimer Abwehr (76.) vergaben noch, dann war Wesner per Kopf zur Stelle (77.) und markierte das 5:1. Der eingewechselte Özemir legte nach (81.), ein Abseitstor von Fragomeli (85.) zählte nicht mehr.

    Nachgefragt – Interview mit dem Gimbsheimer Co-Trainer Niels Magin nach dem Spiel gegen Geinsheim

    Herr Magin, erst einmal Glückwunsch zum nächsten Kantersieg, tolles Spiel. Was auffiel waren die extrem vielen Abseitsstellungen gegen ihr Team. Wird dies in den nächsten Trainingseinheiten ein Thema sein?

    Die vielen Abseitsstellungen sind Ausdruck unserer Spielweise, wir wollten über die Außen hinter die Abwehrkette kommen. Vielleicht müssen wir in der einen oder anderen Situation besser spekulieren. Manchmal hat man mehr, manchmal weniger Abseitsstellungen, aber das ist nicht großartig relevant.

    Ihr Team mit den meisten roten Karten in dieser Saison und Geinsheim mit den meisten gelben Karten liegen in der Fairnesstabelle diese Saison weit hinten. Ist dies ein Ausdruck ihres Spielsystems, das Gimbsheim über die Saison hinweg verfolgen wird?

    Eigentlich nicht, wir versuchen, seit das neue Trainerteam übernommen hat, die Disziplin in der Truppe hochzuhalten. Es werden immer weniger Karten (Anm. nur eine gelbe Karte für Gimbsheim und drei für den Gast). Die Fairnesstabelle halte ich auch für wenig aussagekräftig, wir sind auf einem guten Weg und ich glaube nicht, dass wir am Ende der Saison in dieser Tabelle unten stehen werden.

    Die nächsten Gegner heißen Bretzenheim und Herxheim, Gegner die wie Geinsheim in der gleichen Tabellenregion zu finden sind. Können wir wieder 2 Kantersiege erwarten?

    Man muss [unsere beiden letzten hohen Siege] richtig einordnen. Da hat das Ergebnis gestimmt, aber vom Spielverlauf her muss man ein wenig schauen. Heute hätten wir bereits zur Halbzeit mit drei oder vier Toren führen und das Spiel viel früher klar machen müssen. Da müssen wir noch stabiler werden. Aber wenn wir so weiter spielen wie in den letzten Wochen werden wir mit unserem gewachsenen Selbstbewusstsein, egal wer da jetzt kommt, gegen jeden ein gutes Ergebnis landen können.

    Gimbsheim hat ein Trainerteam mit Regionalligaerfahrung übernommen. Was bringt ein solches Team als zusätzlichen Impuls für ein Landesligateam mit? Welchen Eindruck haben sie nach den ersten Spielen?

    Ich denke, wir als Trainerteam leben das, was wir erwarten vor, und stellen die Jungs ganz gut ein. Die Jungs schauen schon zu Steven Jones auf, er findet immer die richtigen Worte. Er bringt zum einen natürlich eine enorme Erfahrung mit und zum anderen weiß er, wie er die Jungs anpacken muss. Ich sehe nur Vorteile in dieser Zusammenarbeit. Als sein Trainerkollege sehe ich, dass ihm die Arbeit hier viel Spaß macht und das merkt man auch auf dem Platz.

    Das Trainerteam, das Gimbsheim wieder zurück in die Erfolgsspur bringen will: Steven Jones und Niels Magin. Foto: Marcus Diehl
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