
Tischtennis-Welt paradox am Leiselheimer Trappenberg. Die zahlreichen Zuschauer spenden den Jungs des TV Leiselheim kräftig Applaus – und das, obwohl das junge Leiselheimer Team gerade das letzte Spiel der Saison 2017/2018 in der 3. Bundesliga Süd am heimischen Trappenberg klar und deutlich mit 1:6 gegen die Bundesliga-Reserve des Post SV Mühlhausen verloren hat. Klar und deutlich? Vom Ergebnis her sicher, vom Spielverlauf her keinesfalls. „Wir hätten diese Partie genauso gut in gleicher Höhe gewinnen können“, sagt Christian Kaufhold nach dem Match.
Mit dieser Meinung steht der langjährige Trainer des TV Leiselheim nicht allein. „Das war ein wirklich gutes Spiel auf hohem Drittliga-Niveau“, bleibt Leiselheims Tischtennis-Chef Peter Dietrich keinem der Tischtennis-Fans, die Zeuge der Partie waren, in der Analyse der Geschehnisse an beiden Tischen Rede und Antwort schuldig. Was der jungen Mannschaft des TV Leiselheim einzig in einem trotz des eindeutigen Resultats spannenden Spiel zweier Teams auf Augenhöhe fehlte, fasst Christian Kaufhold mit einem einzigen Wort zusammen: „Erfahrung.“
Alle sechs Matches bis zur 5:1-Führung der Gäste aus Thüringen verliefen nach gleichem Strichmuster: Die Leiselheimer Doppel, Vladimir Anca (19), Sushmit Sriram (25) und Medardas Stankevicius (19) spielten stark, holten sich Matchbälle, versiebten diese gleich reihenweise – und verloren gegen die Gäste um die Routiniers Bohumil Vozicky (vielfacher tschechischer Meister) und Sandijs Vasiljevs (lettischer Rekordmeister) nach teilweise klaren Führungen am Ende doch noch. „Das war ganz bitter für unsere beiden Youngster“, hatte TVL-Coach Christian Kaufhold nach dem Match ordentlich Aufbauarbeit speziell bei den Teenagern Vladimir Anca und Medardas Stankevicius zu leisten.
Nur TVL-Oldie Nico Stehle (37) blieb auf Leiselheimer Seite cool und spielte im Match mit Erik Schreyer seine ganze Erfahrung aus vielen Jahren Bundesliga-Tischtennis zum zwischenzeitlichen 1:2-Anschluss für Leiselheim aus. Erfahrungen, die Vladimir Anca, Sushmit Sriram und Medardas Stankevicius in der 1:6 verlorenen Partie gegen Post SV Mühlhausen II reichlich sammeln durften. „Ein Spiel ist erst gewonnen, wenn der Matchball verwandelt ist. Das wird den Jungs für die Zukunft sicher eine Lehre sein“, zog Christian Kaufhold durchaus auch Positives aus der glatten Pleite seines Teams.