6. Welt MS Tag – Selbsthilfegruppe WorMS stellt sich am Samstag im Klinikum vor
Gleiche Chancen trotz MS
Die Selbsthilfegruppe WorMS möchte Ansprechpartner für Betroffene und deren Angehörige bei Fragen rund um die Krankheit MS sein. Die Treffen gelten dem Informationsaustausch aber besonders der Geselligkeit und dem gemeinsamen Spaß. Sie möchten ein wenig die Angst vor der Krankheit mit den tausend Gesichtern nehmen, die zwar immer noch unheilbar, aber inzwischen durch Fortschritte in der Forschung relativ gut therapierbar ist. Der Stammtisch der Selbsthilfe Gruppe WorMS trifft sich wieder am 04. Juli ab 19:00 in der Sportgaststätte des SV Horchheim. Silke Geppert, Sebastian Wyrchowy, Ulli Klein und Meinhard Dalli Foto: Karolina Krüger
Von Karolina Krüger Anlässlich des 6. Welt MS Tag am 28.05 hatte die Wormser Selbsthilfegruppe WorMS am Samstag wieder einen Infostand im Klinikum. Weltweit sind ca.2,5 Millionen, in Deutschland 120 000 Menschen von MS betroffen. Besonders erkranken junge Menschen, zwei Drittel davon sind Frauen. Bei der Multiplen Sklerose, eine Autoimmunerkrankung, gibt es im Nervensystem und im Kopf multiple – also viele kleine oder größere Entzündungsherde, die durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems entstehen und später vernarben – verhärten, Sklerosen bilden. Das Myelin, ein die Nervenbahnen umgebendes Gewebe, das, ähnlich wie bei einem Elektrokabel, die Nerven umgibt und isoliert um die Leitfähigkeit zu garantieren wird durch Entzündungen angegriffen und unwiederbringlich zerstört.
Die Krankheit mit tausend Gesichtern
Da die Schadstellen im ganzen Körper entstehen können ist nicht absehbar welche Symptome ein Betroffener entwickeln kann. Da gibt es den jungen Menschen, der in der Fußgängerzone morgens schon schwankt und abwertende Blicke nach dem Motto „Was muss man morgens schon besoffen sein?“, oder den Arbeitnehmer, der öfter als seine Kollegen eine Pause macht. Vorurteile, Unverständnis und Gleichgültigkeit sind die größten Feinde a
ller MS Kranken. Viele, die Lebensqualität sehr einschränkende Symptome sind von außen überhaupt nicht ersichtlich, Blasenschwäche, Konzentrationsstörungen und besonders das Fatique, eine Ermüdung die durch die große Beanspruchung der gesunden Nervenbahnen entsteht und die Leistungsfähigkeit erheblich einschränken kann. Bei regelmäßigen rechtzeitigen Pausen kann den Erschöpfungszuständen durchaus begegnet werden. Bekannteste betroffene MS Kranke zur Zeit ist Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die zur Ihrer Amtseinführung auch im Rollstuhl kam und dennoch Termine durchaus ohne Gehhilfen bewältigen kann, je nach Tagesform eben.
Rollstuhl-Workshop Unter dem Motto „Neue Ziele er-fahren – Hindernisse überwinden“ bietet die SHG WorMS im August einen Grundkurs im Rollstuhlfahren an, um Barrieren im Kopf abzubauen und neue Perspektiven aufzuzeigen. Informationen gibt es bei Silke Geppert 06241-384550 oder unter silkegeppert@web.de
Weiterführende Informationen zu MS gibt es unter www.dmsg.de