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Mi., 07. August 2013, 19:45 Uhr
Während der Fahrer des Sattelzuges schwer verletzt nach Ludwigshafen geflogen werden musste, kamen die meisten Passagiere des Busses glimpflich davon
„Glück im Unglück” bei schwerem Unfall auf der A 61
Der Sattelzug prallte zunächst auf den italienischen Reisebus (Bildhintergrund), dann stellte sich der Auflieger quer und die Zugmaschine krachte in die Böschung. Foto: Judith Oberle
Von Gernot Kirch Auf der A 61 in Höhe Mörstadt kam es am Mittwochmorgen gegen 9:20 Uhr in nördlicher Fahrtrichtung nach Alzey zu einem Auffahrunfall am Stauende. Ein Sattelzug ist auf einen stehenden Reisebus aus Italien aufgefahren. Der Bus befand sich auf der rechten Autobahnspur kurz bevor sich die Fahrbahn aufgrund einer Baustelle verengte. Da innerhalb der Baustelle ein Kraftfahrzeug defekt liegen geblieben war, kam es zu dem langen Stau, an dessen Ende sich der italienische Bus befand. Der Sattelzug konnte aller Voraussicht nach nicht mehr rechtzeitig bremsen bzw. kam nicht mehr vor dem Stauende zum Stehen und krachte von hinten in den italienischen Reisebus. Durch den Aufprall wurde der Bus auf den linken Fahrstreifen geschoben. Die Zugmaschine des Sattelschleppers geriet in den rechten Straßengraben, der Auflieger stand daraufhin quer.Der genau Hergang wird zurzeit von einem Gutachter untersucht.
Nur wenige Momente nach dem Unfall wurden die Rettungskräfte alarmiert. Neben den der Autobahnpolizei aus Gau-Bickelheim und Wormser Polizisten waren rund 50 Feuerwehrleute aus der Nibelungenstadt sowie etwa 25 Helfer von DRK und ASB im Einsatz. Neben den Kräften der Wormser Berufs-Feuerwehr waren auch die zwei Spezial-Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehren aus Pfeddersheim und Abenheim vor Ort, die extra für Autobahnkatastrophen ausgebildet sind.
Sofort wurden die Verletzten geborgen und es kam zur Vollsperrung der A 61 in nördlicher Richtung. Der Reisebus war mit einer Gruppe von 29 Urlaubern aus der Gegend von Rom besetzt, die eine Städtetour machten und sich auf dem Weg nach Bingen befanden. In dem Bus wurden fünf Personen schwer verletzt, einer musste mit Augenverletzungen in die Unfallklinik Ludwigshafen gebracht werden. Die anderen wurden ins Wormser Klinikum eingeliefert,. Dazu kamen noch sieben leicht Verletzte. Am Abend informierte Dirk Baier vom ASB die Presse, dass sich insgesamt acht der Busreisenden in Wormser Krankenhäuser befänden, davon fünf im Klinikum und drei im Hochstift. Lebensbedrohlich sei die Lage aber für keinen. Einige Passagiere hätten sich Knochenbrüche zugeszogen. Auch psychologisch wurden die Unfallopfer betreut.
Schlimm erwischt hatte es den 63jährigen Fahrer des Sattelzuges. Er war in seinem Führerhaus eingeklemmt und schwer verletzt. Die Bergung mit Spezialgerät nahm einige Zeit in Anspruch, dann konnte der Mann befreit und mit dem Hubschrauber nach Ludwigshafen geflogen werden. Über den genauen Gesundheitszustand gibt es momentan noch keine genauen Informationen.
Die Insassen des Busses hatten nach Einschätzung der Rettungskräfte ”Glück im Unglück" gehabt, dass niemand lebensbedrohlich verletzt wurde. Ein Sprecher der Polizei aus Gau-Bickelheim erklärte diesbezüglich, als positiver Faktor habe gewirkt, dass der Bus nicht umgestürzt sei oder sich gar überschlagen habe. Auch könne man von einer glücklichen Fügung sprechen, dass die hinteren Plätze des 56sitzigen Busses nicht besetzt waren, da die Gruppe ja „nur“ aus 29 Personen bestand.