Mo., 18. November 2013, 08:11 Uhr
Vorstand von Zellertal aktiv informiert sich und seine mitgereisten Mitglieder über die weintouristische Entwicklung in Franken
„Großartiges geleistet“
Nachdem der Verein 2006 eine ähnliche Fachexkursion in dieses enorm aufstrebende Weinanbaugebiet am Main unternommen hatte, lud er erneut zu einer Inforeise nach Bayern ein. Damals wurden Ideen zum Bau einer Vinothek im Zellertal gesammelt und nach Prüfung der Fakten und Prognosen zurückgestellt. Allerdings entwickelte sich aus diesen Überlegungen und dem Wunsch etwas Gemeinsames, mit Pfälzern und Rheinhessen zu schaffen die „Weinrast mit Weitblick“, welche zurecht ihren Namen im wahrsten Sinne des Wortes trägt. Man kann und will nicht einfach imitieren,- das funktioniert nur selten. Wenn aber gemeinsam Überlegungen angestellt werden, mit wirklichem Willen, ohne „Kirchturmsdenken“, kommt auch in der Regel ein realisierbares Ziel heraus, wovon viele profitieren. Dieses Wissen im Hinterkopf machte man sich also erneut auf den Weg, um sich in dieser Region wieder inspirieren zu lassen.
Beinahe 40 Teilnehmer wurden in einem strammen Programm, welches in der Vinothek in Iphofen startete, von der Leiterin der dortigen Touristinfo begrüßt und über die Zusammenarbeit auf lokaler Ebene mit Wein und Tourismus informiert. Hier spricht man bewusst den Tagestouristen an. Nach den dortigen Erkenntnissen ist dieser Gast bereit, es sich für ein, zwei Tage richtig gut gehen zu lassen und entsprechend zu konsumieren. Gefördert wird dies durch Veranstaltungen wie eine Feinschmeckermesse oder ein Weinsymposium, bewusst vor die Saison gelegt, um auf sich aufmerksam zu machen. Dr. Hermann Kolesch, Vizepräsident der Bayr. Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim, Abteilungsleiter für Beratung, Lehre und angewandte Forschung im Weinbau, übernahm anschließend die Führung über den weiteren Tag. Er leitete die Gruppe zu einem „Terroir f“ Punkt, einem der magischen Orte des Frankenweins. Dies sind architektonisch kunstvoll gestaltete Aussichtspunkte mit Informationen über den weltweiten Weinanbau.
In der Vinothek Weinreich Sommerach, in der eine Weinschule eingerichtet ist, gab es nach einer Führung mit Weinprobe-übrigens gibt es in Franken keine Führung ohne ein Glas Wein-, einen Vortrag von besonderer Qualität. Herrn Dr. Kolesch referierte sehr offen und kollegial zum Thema Weintourismus:“So machen wir es in Franken“. Sehr eindrucksvoll zeigt er in einer fundierten Präsentation, wie man in Bayern solche Themen angeht , ausarbeitet, finanziert und realisiert. Es wurde deutlich, was machbar wird, wenn alle (Winzer, Kommunen, Gastronomen und Bevölkerung) am gleichen Strang in die gleiche Richtung ziehen. Es ist äußerst wichtig, dass Visionen von allen Beteiligten unterstützt, ausgearbeitet und mitgetragen werden, so sein Fazit. Die Verantwortlichen in dieser Region haben dies absolut erkannt und handeln dementsprechend. Sie führen mit großem Erfolg Ideen-, Impuls-, Wissens –und was enorm wichtig ist, Geld- und Zuschussgeber mit den Entscheidungsträgern zusammen und schaffen so immer wieder neue Einrichtungen, um die Weinvermarktung vor Ort voranzutreiben.
In Volkach informierte der Vorsitzende des dortigen Verkehrsvereins, Herr Marco Maiberger, über seine Ideen, eine Broschüre für den Touristen und wie man mit wenig Personal eine Touristinfo und eine Vinothek führt. Zum Abendessen in Eibelstadt, im „Weinforum Franken“, einer privaten Vinothek mit Gästehaus und Restaurant, informierte eine Wein-und Kulturbotschafterin über die kommunale Entwicklung des Weintourismus in diesem Ort. Mit qualmenden Köpfen, unendlich vielen positiven Eindrücken, wohl wissend, dass wir von einer solchen Entwicklung sehr weit entfernt sind, trat die positiv gestresste Gruppe die Heimreise an. Man war sich einig, dass Herr Dr. Kolesch und seine Mitstreiter in Franken Großartiges geleistet haben. Es wurde in einem Zeitraum von weniger als 20 Jahren, allerdings aus der Not geboren, was hier ein Vorteil war, eine mehr als vorbildliche Infrastruktur zum Weintourismus geschaffen, die Ihresgleichen sucht. Das „kleine“ Weinland Franken ist in diesem Thema riesengroß.